Nominiert für den ARD Online Award
Bout du Monde - Ende der Welt
Wie gelangt man ans Ende der Welt und noch darüber hinaus? Wie erobert man den Horizont und wie greift man in den Raum, der dahinter liegt?
Louis-Antoine de Bougainville hat im 18. Jahrhundert als erster Franzose die Welt umsegelt, immer auf der Suche nach dem sagenumwobenen südlichen unbekannten Land, das es gar nicht gibt, wie der englische Seefahrer James Cook später beweisen sollte.
"Mein Kartograph zeichnet die ganze Erde auf ein Stück Papier und so kann ich sie zusammengefaltet selbst in meiner Rocktasche bei mir tragen" schrieb Bougainville. "Es gibt keinen Ort mehr, den ich noch erreichen können wollte; es ist alles erreicht. Also suche ich nach Methoden, mir auf andere Weise das Vergnügen der Erkenntnisvermehrung zu verschaffen."
An der Pointe de la Loge in der Normandie setzt er sich auf einen zierlichen Sessel mit goldenen Armlehnen und schaut durch das einzige Fenster seines winzigen Häuschens aufs Meer hinaus: "Ich betrachte die Welt in schmalen Ausschnitten und denke mir den Rest. Oder sehne mich nach dem Rest. Oder bilde ihn mir ein."
Bougainville konnte nicht ahnen, dass ihm heute Tausende nacheifern und an jedem 16. März eines Jahres ihre Sitzmöbel an die Pointe de la Loge bringen, um von dort aus zur Erhaltung der seelischen Gesundheit den Horizont zu betrachten.
"Bout du Monde" wurde von der Deutschen Akademie für Darstellende Künste zum Hörspiel des Monats Juni 2009 gewählt.
HÖRBAR: "Bout du Monde-Ende der Welt"

Bougainville hat rund um die Welt alles gesehen. Es gibt nichts Großes mehr zu entdecken. Nun konzentriert er sich auf den Blick durch sein Fenster.

In Zeiten von Google Maps will niemand mehr gezeichnete Karten kaufen. So hat der Kartograph Zeit, den Karten und Linien in seinem Kopf zu folgen.

Jahre nach der Reise bekommt Bougainville Post. Die Botanikerin, die sich auf sein Schiff geschlichen hatte, hat zum Dank eine Pflanze nach ihm benannt.
Mitwirkende
Kartograf im Französischen: Frédéric Simon
Kartograf im Deutschen: Bernd Kohlhepp
Sprecherin: Katharina Bihler
Louis-Antoine de Bougainville: Gunter Cremer
Museumsführerin Sylvie Mouette: Nicole Max
Jeanne Baret: Gabriela Krestan
Musiker 1: Julien Blondel
Musiker 2: Stefan Scheib
Musikerin: Monika Bagdonaite
Anleitungen: Susanne Freyler
Sitzgäste: Philippe Fouché, Pierre Metzinger und Marietta Schröder
Dramaturgie: Anette Kührmeyer
Regie-Assistenz: Henrike Fuder
Ansage: Katharina Bihler
Absage: Bernd Michael Hanke
Originalkomposition zum Hörspiel: Stefan Scheib
Giovanni Bassano "Fantasie a tre voci": Stefan Scheib (Kontrabass), Monika Bagdonaite (Viola), Julien Blondel (Cello)
Eine Produktion des Saarländischen Rundfunks 2009
Dauer: 74'29''
Hinweis: Dieses Hörspiel war zum Nachhören und Herunterladen freigegeben - aus rechtlichen Gründen befristet bis zum 9. November.
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Gibt es dieses Museum, den Kartographen, das Streichertrio und die Bewegung des 16. März tatsächlich?

Stand: 20.10.2009
Liquid Penguin Ensemble, 1997 von Katharina Bihler und Stefan Scheib in Saarbrücken gegründet, wo beide auch leben. Bihler arbeitet als Performerin, Autorin und Regisseurin; Stefan Scheib als Komponist und Bassist. Gemeinsam haben sie in diversen Projekten Neue Musik, Hörspiel, Theater und neue Medien miteinander verbunden. Für den SR produzierten sie "Gras wachsen hören" (Hörspiel des Monats Dezember 2007, Deutscher Hörspielpreis der ARD 2008 und ARD Online Award 2008).
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