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Beginn des Inhaltes

Nominiert für den ARD Online Award

Der Abend nach dem Begräbnis der besten Freundin

Sechs Stunden ist das Begräbnis ihrer besten Freundin her. Auf dem Nachhauseweg denkt die junge Frau immer wieder an Lilli, ihre Männer, ihre Familie, ihre Kinder und an die tödliche Krankheit.

Eine Frau auf dem Weg nach Hause. Sie kommt vom Begräbnis ihrer besten Freundin, sechs Stunden ist das her, und im Straßenverkehr denkt sie wieder und wieder an Lilli. Daran, wie sie es mit den Männern gehalten hat, wie mit den Bindungen, die man lebenslang eingeht, der Familie, den Kindern, wie mit den kleineren und auch größeren Lügen, dem Abtauchen in immergleiche Affären und wie mit der tödlichen Krankheit.

Begräbnis Foto: colourbox.com

Und daran, wie die Ketten um Lilli immer enger geworden sind: "Sie war so damit beschäftigt, das Sterben ernst zu nehmen, dass sie den Tod übersehen hat." Marlene Streeruwitz beleuchtet in dieser hochkonzentrierten, bezwingenden Suada ein Stück Leben, wie es viele gibt, bislang allerdings in dieser dichten Brillanz wohl kaum erzählt wurde.

All die gedankenlosen, beleidigend falschen Töne, die verlogenen Gesten, die leer gewordenen, verrutschten Rituale einer Trauerfeier - hier werden sie mit der präzisen Scharfsichtigkeit aufgespießt, die diese Freundin angesichts der ins Absurde kippenden Sinnlosigkeit der Situation an den Tag legt.



HÖRBAR: "Der Abend nach dem Begräbnis der besten Freundin"

Hörprobe

Sie ist wütend: War das "My Way", das am Grab erklang, die Rache der Familie an der Raucherin? Den Witwer der Freundin jedenfalls, den verachtet sie.

Die Seitensprünge der Freundin, oh ja, darüber wusste sie Bescheid. Als eine Art erotisches Tagebuch ist sie die einzige, die die Wahrheit kennt.

Ihre Freundin ist tot, wie geht es nun weiter, was, wenn sie einmal den eigenen Tod vor Augen hat? Nein, ihr Leben wird nicht großartig gewesen sein.


Mitwirkende

Sprecherin: Krista Posch

Tontechnik: Daniel Senger
Schnitt: Sonja Röder und Judith Rübenach
Regie: Ulrich Lampen
Regieassistenz: Constanze Renner
Dramaturgie: Friederike Roth

Eine Produktion des Südwestrundfunks

Dauer: 50'44''


Hinweis: Dieses Hörspiel war zum Nachhören und Herunterladen freigegeben - aus rechtlichen Gründen befristet bis zum 9. November.

 

Vielen Dank für Ihre Kommentare!

Viele Internet-Nutzer haben uns ihre Meinung zu: "Der Abend nach dem Begräbnis der besten Freundin" geschrieben. Die Kommentar-Möglichkeit ist inzwischen beendet.

Markus Eins | 08.11.2009 | 18.58 Uhr
Die Geschichte wirkt sehr unzusammenhängend erzählt, so wie der Erzählerin eben die Gedanken in den Sinn kommen. Die Soundeffekte sind teils etwas seltsam, die drei Erzählerrollen (besonders die Telefonstimme) passen nicht zum Monolog-Gedanken. Insgesamt zu düster und schwer. 2 von 10 Punkten.
barkholz | 04.11.2009 | 19.39 Uhr
super
Harwardt | 02.11.2009 | 14.41 Uhr
Das Thema ist mir zu speziell. Für mich wirkt das Hörspiel teilweise zu aufgesetzt. Richtig wichtige Punkte werden nicht angesprochen.

Stand: 21.10.2009

Die Autorin
Marlene Streeruwitz Foto: S. Fischer-Verlag


Marlene Streeruwitz, geboren 1950, studierte Slawistik und Kunstgeschichte. Nach ersten Erfolgen als Dramatikerin begann sie 1996 eine Karriere als Prosaautorin mit "Verführungen". Es folgten unter anderem "Nachwelt" (1999), "Partygirl" (2002), "Entfernung" (2006) und der Roman "Kreuzungen" (2008). Bekannt ist Marlene Streeruwitz auch als Essayistin ("Gegen die tägliche Beleidigung", 2004) und als Kommentatorin des Zeitgeschehens. Für ihre Romane wurde sie unter anderem mit dem Mara-Cassens-Preis und dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet.