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Beginn des Inhaltes

Nominiert für den ARD Online Award

:: Das Hörspiel von Mongopolis ::

Auf dem Planeten Mongopolis leben nur perfekte Menschen, eingetauscht gegen Kinder, die ihren Eltern nicht mehr gefallen haben. Doch ab jetzt ist nicht mehr Gott, sondern Dr. Teufel zuständig. Ein Hörspiel frei nach der Theateraufführung "Mongopolis" von Gisela Höhne und dem Ensemble RambaZamba.

Alles beginnt damit, dass den Eltern ihre Kinder nicht mehr gefallen. Also werden sie umgetauscht, im Wartezimmer bei Gott. Allerdings nimmt die Geschäfte dann Dr. Teufel in die Hand – und schon entsteht mit Hilfe eines ehrgeizigen Bürgermeisters Mongopolis, Stadt und Planet der perfekten Menschen. Genug zu tun für Gott und Teufel, Adam und Eva, für einen XXL- Kommissar und einen galaktischen Reporter, wenn sich das turbulente Geschehen um die angeblich Perfekten immer mehr zuspitzt ...

Mitglieder des Theaters RambaZamba Das Theater RambaZamba

Sie sind "geistig behindert", viele von ihnen sind "mongoloid", ihr Sprachvermögen ist sehr unterschiedlich, aber alle sind sie ganz außergewöhnliche Schauspieler, und das beweisen sie auch in ihrer ersten Hörspielarbeit. Die "unperfekten" Spieler erzählen darin von einer Welt, in der nur noch perfekte Menschen einen Platz haben sollen, mit hinreißendem Spaß und großer Ernsthaftigkeit. Sie spielen mit Leib und Seele, es geht ihnen um alles, es geht um sie selbst.

Nicht Therapie, sondern Kunst: RambaZamba

RambaZamba von Sonnenuhr e.V. ist ein Theater von Menschen mit so genannter geistiger Behinderung. Seit 17 Jahren arbeiten die Theatermacher Gisela Höhne und Klaus Erforth, die Gründer von Sonnenuhr, mit ihren beiden Ensembles. Dabei geht es nicht um Therapie, sondern um Kunst. In der Kulturbrauerei in Berlin-Prenzlauer Berg haben sie ihre eigene Spielstätte, sind inzwischen "das wichtigste integrative Theater Deutschlands" (FAZ) und durch viele Tourneen auch international bekannt.

Gisela Höhne hat in dieser Zeit mit ihrem Ensemble zehn im In- und Ausland erfolgreiche Inszenierungen erarbeitet. Im Herbst 2003, dem Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen, hat sie "Mongopolis – Fisch oder Ente" herausgebracht - inszeniert als Sciencefictionkrimicomic, als schrill-schräge multimediale Ausstattungsrevue, die ebenso berührend wie provokativ die Frage stellt, ob die sich selbst perfektionierende Perfektion zum Ende der Menschheit zu werden droht.

Diese Theaterarbeit  war Grundlage und Ausgangspunkt für das RBB-Projekt, in dem das Team Bigott-Trocker-Avar mit den Spielern eine eigenständige Hörspiel-Version der Geschichte entwickelt hat.



In Mongopolis können Eltern ihr Kind umtauschen, wenn es nicht den Erwartungen entspricht. Der "Austauschartikel" muss perfekt sein.

Du darfst nicht aussuchen! Aber warum darf man nicht ausnutzen, dass der genetische Code entschlüsselt ist? Man könnte so viel perfekt machen …

Der Reporter wundert sich, was in Mongopolis los ist. Die junge Frau erklärt ihm das Geheimnis von "Down-Hunting" und Perfektion. Doch sie hat Angst.


Die Mitwirkenden

Gott: Rita Seresuß
Teufel: Joachim Neumann
Bürgermeister: René Schappach
Bürgermeisterin: Patrizia Schulz
Adam: Moritz Höhne
Eva: Nele Winkler
Lilith: Juliana Götze
Down-Hunter: Michael Ulfik
Reporter: Hans-Harald Janke
Kommissarin: Franziska Kleinert
Perfekte: Grit Burmeister, Jennifer Lau, Anke Wicklein, Jan-Patrick Kern, Martin Lindner, Michael Wittsack

Schnitt: Venke Decker
Bearbeitung und Realisation: Gabriele Bigott, Anouschka Tocker und Peter Avar
Musik: Ensemble RambaZamba
Dramaturgie: Gabriele Bigott
Assistenz: Teresa Schomburg
Produktion: RBB 2006

Länge: 50’56''

 

Vielen Dank für Ihre Kommentare!

Viele Internet-Nutzer haben uns ihre Meinung zur Frage: "Was denken Sie über dieses Hörspiel?" geschrieben. Die Kommentar-Möglichkeit ist inzwischen beendet.

Stefanie | 11.11.2007 | 18.53 Uhr
Ich gratuliere! Das, was ich in den einzelnen Sequenzen gehört habe, hat mich wirklich überzeut. Gerade durch die unterschiedlichen sprachlichen Akzentuierungen entsteht ein besonderes Spannungsfeld. Also: nicht Behinderung sondern Bereicherung! Alles Gute weiterhin!
Christiane | 08.11.2007 | 19.07 Uhr
Ich brauch da nicht suchen nach dem tiefen, tiefen Sinn. Mich hat es beeindruckt und erfreut. Zum Lachen gebracht, denn Nachdenken muss ich über das Thema nicht mehr - meine Meinung habe ich. Und daher: ein wunderschönes und sehr gut umgesetztes Hörspiel, das ich ab heute weiter empfehlen werde. Einfach nur, weil es so schön ist.
Peter | 08.11.2007 | 11.42 Uhr
Ich war nicht begeistert. Die inhaltlich und thematisch sehr schlichte Machart der Geschichte prädestiniert die Produktion m. E. eher für ältere Kinder und Jugendliche. Ich hätte mir weniger plakatives schwenken des moralischen Zeigefingers gewünscht. Vielleicht hat sich die Autorin auch mit Diskriminierung, Gentechnik, Umweltproblematik und rücksichtslosem Gewinnstreben etwas zu viel für eine Geschichte vorgenommen. Dennoch, eine beeindruckende Leistung der Darsteller. Trennt man die Akteure jedoch vom Hörspiel und seinem Inhalt, so bleibt nicht viel substanzielles. Die Produktion und der Ton sind sehr gut.

Stand: 24.10.2007

Gisela Höhne im April 2006. Foto: picture-alliance/dpa

Die Autorin
Gisela Höhne, 1949 geboren, studierte an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. Die Geburt eines geistig schwerstbehinderten Jungen zwang sie 1976, ihren Beruf aufzugeben. Nach einem Studium der Theaterwissenschaften und der Theaterarbeit mit geistig Behinderten baute sie 1990 "Sonnenuhr e. V. – Werkstatt der Künste für Menschen mit geistiger Behinderung und Andere" auf und übernahm die künstlerische Leitung des "Sonnenuhr e.V. & Theater RambaZamba", 1991 von ihr und Klaus Erforth gegründet. Das Theater RambaZamba wurde mehrfach ausgezeichnet und als eines der besten und berührendsten Künstlerensembles Berlins und als eine international geschätzte Institution gewürdigt.