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Beginn des Inhaltes

Nominiert für den ARD Online Award

:: Polar ::

Aufzugsschächte, nasse Straßen, endloses Warten im Dunklen, Mord, Verrat, Liebe. Es gibt Bilder, die sind vertraut, weil sie immer wiederkommen. Eine poetische Nachschrift dunkler und illusionsloser Gangsterfilme der 40er Jahre, verlängert in die Gegenwart. Nach dem Gedichtband von Albert Ostermaier.

Es gibt Augenblicke, Gesten, die zielen auf Ewigkeit. In ihnen kristallisiert sich Essentielles. Ihre bevorzugte Bühne ist das Kino. Und zuweilen leben von diesen Stilisierungen ganze Filme.

Tür eines Aufzugs. Quelle: Colourbox

Albert Ostermaiers neuer Gedichtzyklus "Polar" ist inspiriert vom "film policier", dem französischen Kriminalfilm vor allem der späten 50er Jahre bis hin zu den 70ern. So wie dieser aus dem amerikanischen Gangsterfilm der 30er und 40er Jahre hervorging, der seinerseits wiederum ästhetisches Resultat des expressionistischen Stummfilms war, so sind Ostermaiers Gedichte ebenfalls schichtartige Ablagerungen aus wiederholt Gesehenem und Erinnertem: "Die einzige Moral, die uns bleibt, ist die Präzision."

Vom Gangsterfilm der 40er inspiriert

"Polar" ist eine Art poetische Nachschrift dieser dunklen und illusionslosen Filme, die gleichsam versucht, die jeweiligen Stimmungen und Atmosphären, Augenblicke und Gesten festzuhalten und in die Gegenwart zu verlängern.

Es geht um nasse Straßen in der Nacht, um endloses Warten im Regen, das Rauchen einer Zigarette, es geht um Freundschaft und Verrat, vor allem aber geht es um: die Liebe.



Er steht am Schacht des Aufzugs. Kann man die Sonne anfassen? Im Fallen verbrennt seine Zigarettenschachtel, den Schacht hinab, an Lichtstreifen vorbei.

Langweiliges Büro, er muss warten. Aber warum nur, und worauf eigentlich? Der Stadtplan von Paris, an der Wand hinter seinem Schreibtisch.

Er fällt, rutscht, fällt vom Dach in die Menge. Auf seine Liebe fällt sein letzter Blick, auf die Verräterin. Das Taschentuch riecht noch nach ihr …


Die Mitwirkenden

Peter Matic
Wolfgang Michael
Nina Kunzendorf
Wolfram Koch

Ton: Helmuth Schick
Schnitt: André Bouchareb
Komposition: Hans Platzgumer
Regieassistenz: Christoph Müller
Regie: Ulrich Lampen
Dramaturgie: Peter Liermann

Produktion: HR 2007

Länge: 57'05''

 

Vielen Dank für Ihre Kommentare!

Viele Internet-Nutzer haben uns ihre Meinung zur Frage: "Was denken Sie über dieses Hörspiel?" geschrieben. Die Kommentar-Möglichkeit ist inzwischen beendet.

chelsea | 11.11.2007 | 17.18 Uhr
Leute! Könnt ihr euch nicht mal abgewöhnen, in kommentaren zu akustischer kunst oder sound usw. 'akustisch' mit doppel-k zu schreiben? ihr schafft es doch auch, euch bertholt mit t zu nennen. leerer akku, oder??
Jürgen Gisselbrecht | 11.11.2007 | 16.00 Uhr
@Gundolf Schmidt: Man muss ja nicht immer alles verstehen beim Hörspiel. Beim Feature: ja. Aber beim Hörspiel nicht. Das kann wie Musik sein.
Daniel | 09.11.2007 | 11.52 Uhr
Wer eine Geschichte hören möchte, wird hier enttäuscht. Stattdessen wird hier vor allem Atmosphäre geschaffen. Musik, Sprecher und Inszenierung sind schlicht formidabel, wirken niemals geschmäcklerisch oder aufgesetzt. Die Lyrik von Ostermaier schwebt vorüber und ab und zu bleibt ein Satz, den man sich greift und behalten möchte. Wunderschön!

Stand: 24.10.2007

Albert Ostermaier. Quelle: hr

Der Autor
Albert Ostermaier, 1967 in München geboren, studierte Architektur, Jura und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und veröffentlichte 1988 seinen ersten Gedichtband "Verweigerung der Himmelsrichtung". Es folgten zahlreiche Arbeiten als Theaterautor in Deutschland, New York und Wien. Ostermaier ist einer der meistgespielten deutschen Autoren, seine Stücke werden u.a. in Los Angeles, New York, Athen, Santiago de Chile, Kiew, Teheran gespielt.