Entscheide Dich!

Mann, der vor einem Autobahnwirrwarr steht. | Bildquelle: colourbox/Montage ARD.de

Persönliche Highlights aus der ARD Mediathek

Entscheide Dich!

Ina Mersch, Redakteurin ARD.de

Ina Mersch, ARD. | Bildquelle: ARD

Wer sich für etwas entscheidet, entscheidet sich immer auch gegen etwas. Das ist häufig die Krux, wenn es uns schwer fällt, eine wichtige Entscheidung zu treffen. Wir wollen keine Verluste erleiden und bleiben deshalb lieber beim Altbewährten. Dass es auch anders geht und warum es dabei immer einer gehörigen Portion Eigensinns bedarf, zeigen die folgenden Beiträge.

 

Entscheidungen fürs Leben

Szene aus "Nachtcafé - Entscheidungen fürs Leben". | Bildquelle: SWR Nachtcafé Video

Sechs hoch spannende Gäste erzählen im "Nachtcafé" von ihren Lebensentscheidungen - die zum Teil über Jahre reifen mussten: ein Mann, der seinen Selbstmord überlebt hat, ein ehemaliger Manager mit Hirntumor, der sich gegen die Schulmedizin entscheidet und in einem Bergkloster in Bhutan geheilt wird und ein Entertainer, der sagt: "Eine schlechte Entscheidung ist besser als keine. Wir haben zu viel Angst, Fehler zu machen und zu scheitern".

"Versunkene Kosten" nennt die Psychologie die Tendenz, ein Vorhaben wider besseres Wissen fortzusetzen, weil man schon viel investiert hat. Sicher ein Grund, warum wir oft an Dingen festhalten, die schon lange nicht mehr "stimmig" sind. Die Gäste der Talkrunde setzen dagegen auf andere Argumente: das Recht auf Zufriedenheit, den Mut zum Risiko und für Entscheidungen, die zu uns passen. Ein Gast aus der Runde formuliert, mit welcher Haltung das gelingt: "Ich wusste, ich werde danach nicht schnell glücklich werden. Ich habe erwartet, nach zehn Jahren glücklich zu sein." Ein Mutmachbeitrag für Entscheidungsverzagte!

Falsch entschieden - und jetzt?

Szenenbild aus "Falsch entschieden - Und jetzt?". | Bildquelle: ARD Video

Nach einer falschen Entscheidung ist es oft nicht einfach, den Weg aus einer verfahrenen Situation heraus zu finden. Der Beitrag geht der Frage nach, wie verschiedene Menschen mit (Fehl)entscheidungen umgehen - mit banalen, aber auch sehr schwerwiegenden.

Ich kann das Wort zwar fast nicht mehr hören, aber es stimmt: Wir sind eine Gesellschaft von Selbstoptimierern. Und da passen falsche Entscheidungen nicht rein. Was wir übersehen: Wenn uns der Kauf eines Staubsaugers schon Stunden und Tage der Recherche kostet, weil wir Angst vor einer falschen Entscheidung haben, dann friert unser Leben nach und nach ein. Denn wie sollen wir z.B. einen Lebenspartner oder Kinder einplanen, wenn uns schon kleinste Entscheidungen an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringen. Der Beitrag zeigt dagegen, dass selbst heftige Fehlentscheidungen ein großes Potenzial bergen. Nämlich an ihnen zu wachsen.

Die Psychologie der Entscheidung

Mann auf einem Schachbrett. | Bildquelle: colourbox.de Video

Gerade in Extremsituation blockiert häufig unsere Fähigkeit, vernünftig zu entscheiden. Grund dafür sind Stresshormone, wie z.B. Cortisol, das unsere Energieressourcen mobilisiert. Gleichzeitig sorgt es auch dafür, dass Lösungsstrategien weniger gut abrufbar sind. Aber auch wenn wir nicht unter Stress sind, lassen wir uns von vielen Faktoren beeinflussen, die uns wenig bewusst sind. Was heißt das für wichtige Entscheidungen?

Einige Fakten dieses Beitrags finde ich beunruhigend. So zeigt eine Studie, dass Richter sich bei der Urteilsfindung leicht durch äußere Effekte beeinflussen lassen. Wurden sie z.B. gebeten, während der Strafmaßfestsetzung zu würfeln, fielen die Urteile höher oder niedriger aus - je nach gewürfelter Zahl. Und auch, dass Urteile kurz vor der Mittagspause härter ausfallen, erscheint mir nicht gerade vertrauensbildend. Wichtige Entscheidungen sollten wir also besser nach dem Mittagessen im stillen Kämmerlein treffen - aber ganz sicher nicht beim Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel!

Meine Entscheidung - die Geschichte eines Schwangerschaftsabbruchs

Szenenbild aus "Meine Entscheidung - die Geschichte eines Schwangerschaftsabbruchs". | Bildquelle: ARD Video

Esther ist Geburtsfotografin, 30 Jahre alt und hat zwei Kinder. Anfang September geht ihre langjährige Beziehung in die Brüche. Kurz danach stellt sie fest, dass sie schwanger ist. Was tun? Das Gefühl sagt ihr, sie will das Kind nicht. Aber darf sie solche Gefühle haben? Esther entscheidet sich gegen das Kind.

Ohne Esthers Entscheidung werten zu wollen, habe ich großen Respekt davor. Ich weiß, dass eine Mutter von zwei Kindern sie nur schweren Herzens treffen kann. Es beruhigt mich aber auch, einen Menschen zu sehen, der seine Grenzen kennt und deshalb eine verantwortliche und klare Entscheidung für sich und seine Familie treffen kann.


Filme, Dokus, Reportagen

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Von Fußball bis zu Waffenexporten, von Lebensentscheidungen hin zu Minimalismus: Regelmäßig empfehlen Redakteurinnen und Redakteure der ARD Mediathek Beiträge zu Themen mit großem Gesprächswert oder Filme, Dokus und Reportagen, die sie persönlich besonders beeindruckt haben. Eine Übersicht der Empfehlungen aus den vergangenen Wochen. | mehr

Wie leicht fällt es Ihnen, Entscheidungen zu treffen?

Stand: Tue Nov 14 00:00:00 CET 2017 Uhr

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