Frauenrechte jetzt!

Internet-Meme zum Protest iranischer Frauen gegen den Kopftuchzwang 2018. | Bildquelle: ARD

Persönliche Empfehlungen aus der ARD Mediathek

Frauenrechte jetzt!

ARD.de-Redakteurin Nazéy Kulu

Ob nun die Mullahs im Iran oder auch die Frauen der AfD im Bundestag, die Stimmen sind lautstark und fordern die Abkehr von den Errungenschaften des Feminismus. Die #metoo-Debatte zeigt, wie rückwärtsgewandt das Frauenbild vieler westlicher Männer ist. Die Enthüllung des Weinstein-Skandals hat eine Diskussion ausgelöst, die längst überfällig war. Die Beziehung zwischen Mann und Frau muss neu definiert werden. Denn Gleichberechtigung ist gut für alle.  

 

#metoo oder vom Bröckeln der Hollywood-Fassade 

Harvey Weinstein in Cannes (2012). | Bildquelle: picture-alliance/dpa Video

#metoo: Ein Hashtag erregt die Gemüter weltweit. Der Sexismus-Skandal um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein bringt die Glitzerwelt ins Wanken. Viele Frauen melden sich zu Wort. Es wird darüber diskutiert, was Sexismus ist, wie weit ein Flirt geht, wo Missbrauch anfängt. Aber wie geht es weiter, wenn der Hype vorbei ist? Welchen nachhaltigen Einfluss wird die Debatte auf unsere Gesellschaft haben? Frau tv lässt Frauen zu Wort kommen, denen Feminismus wichtig ist. 

Machtmissbrauch und Sexismus in der Filmbranche – der Weinstein-Skandal bringt die hässliche Seite der Beziehung zwischen mächtigen Männern und den von ihnen abhängigen Frauen ans Licht. Es ist gut, dass jetzt darüber diskutiert wird, was Sexismus, was Machtmissbrauch ist. Die Demütigungen, die Frauen durch sexualisierte Gewalt erfahren müssen, sollten mutig angegangen werden und zwar von Männern und Frauen in gleicher Weise.

Iran: wenn Frauen ohne Partner leben

Foto: Frauen im Iran die alleine leben. | Bildquelle: arte/ Negar Yaghmaian

Das Leben als alleinstehende Frau - im Iran eine verpönte Lebensweise. Negar Yaghmaian macht selbst diese Erfahrung, als sie mit einer Freundin eine Wohnung mieten wollte. Daraus ist ihre beeindruckende Fotoreihe entstanden.

Allein der Gedanke, dass Frauen Männer um Hilfe bitten müssen, damit sie eine Wohnung mieten können, bringt mich innerlich auf die Barrikaden. Wir leben im Jahr 2018 und im Iran herrscht seit 1979 ein dunkles Zeitalter für Frauen. Für uns in der westlichen Welt sind diese Probleme schwer nachvollziehbar. Um so wichtiger ist es, dass wir uns solidarisieren und hinschauen. Denn es ist nicht normal, dass Männer bestimmen, was erlaubt ist oder nicht.  Ich finde es mutig, dass inzwischen viele iranische Frauen gegen die Verbote der Männer kämpfen - etwa mit dem Protest gegen den Kopftuchzwang.

"Die im Dunkeln sieht man nicht" 

Frau fährt Auto / Foto: Hasan Jamali. | Bildquelle: picture-alliance/dpa Video

Wie leben Frauen in Saudi Arabien, wie gehen sie mit den vielen von der Männerwelt bestimmen Regeln um? Wie kämpfen sie dagegen? Sind sie nur die verschleierten Wesen, die jetzt durch die Erlaubnis des Königs Auto fahren dürfen? Nein, dieses Recht haben sie sich tapfer erkämpft. Die ARD-Weltspiegel-Moderatorin Ute Brucker hat mit ihrem reinen Frauenteam exklusive Einblicke in eine bislang verschlossene Welt erhalten.

Die Welt feiert Nachrichten, dass Frauen in Saudi Arabien Auto fahren dürfen oder andere, mehrheitlich muslimisch geprägte Länder einen Fortschritt ankündigen. Es müsste doch eigentlich selbstverständlich sein - ein gleichberechtigtes Leben. Ich finde die Lage vieler Frauen skandalös und es ist längst überfällig, dass sich etwas ändert.

Die Narben der russischen Frauen 

Eine Frau fotografiert den Bauch einer anderen Frau mit Tattoo, im Hintergrund steht ein Tätowierer. | Bildquelle: ARD Video

Russlands Frauen kämpfen an vielen Fronten: gegen Diskriminierung und häusliche Gewalt. Die Reportage porträtiert zwei starken Frauen: Swetlana will Kapitänin werden und darf es nicht, Jewgenia tätowiert Frauen, die Stich- und Schussnarben haben.  Jedes Jahr sterben in Russland mehr als 14. 000 Frauen an häuslicher Gewalt.

Es geht unter die Haut, wie Frauen um ein selbstbestimmtes Leben auch in Russland kämpfen müssen. Erschreckend ist auch, wie sich das Leben in einem patriarchalen Land verändert hat, das sich von sowjetischen Idealen der Gleichheit zwischen Mann und Frau entfernt hat.

Nur ein Gott der Männer? - die Frauen, die Männer und die Religionen

Journalist Steffen König trifft Schwester Ursula (Nonne). | Bildquelle: SWR Video

Warum gibt es keine Päpstin und keine Priesterinnen? Oft haben die Männer das Sagen in den Religionen – aber warum?  Eine Spurensuche quer durch die religiöse Lebenswelt in Deutschland. Engagierte Frauen aus Christentum, Judentum, Islam und Buddhismus werden porträtiert, die für ihre Rechte kämpfen. Aber auch eine Atheistin: Leben Frauen und Männer ohne Religion gleichberechtigter?

Anhand der Reportage wird deutlich, wie sehr bestimmte Glaubensformen die Frauenwelt einschränkt. Mir drängen sich die Fragen auf: Was macht die Religion mit der Beziehung von Mann und Frau? Warum steht die Religiösität so sehr im Vordergrund? Warum wird Gottes Wort fast nur von Männern ausgelegt? Und warum steht der Mann in vielen Religionen so sehr im Fokus?


Filme, Dokus, Reportagen

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Von Fußball bis zu Waffenexporten, von Lebensentscheidungen hin zu Minimalismus: Regelmäßig empfehlen Redakteurinnen und Redakteure der ARD Mediathek Beiträge zu Themen mit großem Gesprächswert oder Filme, Dokus und Reportagen, die sie persönlich besonders beeindruckt haben. Eine Übersicht der Empfehlungen aus den vergangenen Wochen. | mehr

Stand: Tue Mar 13 16:51:23 CET 2018 Uhr

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