Dokumentation über den Klimawandel

Szene aus „Little Yellow Boots“: Dorit an einem zukünftigen Strand. | Bildquelle: Tuomo Hutri

Persönliche Empfehlung aus der ARD Mediathek

Little Yellow Boots - die Welt ist noch zu retten?!

Dominik Wölm, Redakteur ARD.de

Dominik Wölm. | Bildquelle: eigene

"Warum machen sich die Menschen nicht mehr Sorgen?", fragt die Dokumentation "Little Yellow Boots". Es geht um den Klimawandel. Obwohl sehr detaillierte Prognosen über die Entwicklung des Klimas vorliegen, fehlt es an Verantwortungsbewusstsein, daran etwas nachhaltig zu ändern. Der Regisseur John Webster versucht diese Diskrepanz durch einen filmischen Trick zu durchbrechen. Er legt persönliche Rechenschaft ab - und appelliert damit an jeden einzelnen Zuschauer, etwas zu bewegen.

"Was kann eine Person tun? Was kann eine Person verändern?"

Szene aus „Little Yellow Boots“: Dorit an einem zukünftigen Strand. | Bildquelle: Tuomo Hutri Video

An unterschiedlichen Orten in der Welt begibt sich der Film auf die Suche nach Antworten. Im Kohlebergwerk in Sibirien, auf den Marshall-Islands und bei den Vereinten Nationen in New York. Er stößt auf mächtige Institutionen, verwurzelte Traditionen und heftige Proteste. Es scheint, als sei eine Abkehr von der bisherigen Umweltpolitik die größte Aufgabe der Menschheit. Zu groß für einzelne Menschen. Zu groß für mich. Vielleicht stimmt es ja, dass wir einfach "nicht so veranlagt sind, uns um die Zukunft zu sorgen, wenn sie weiter entfernt ist als der nächste Winter“.

Auch ich fühle mich beim Zuschauen angesprochen. Und ertappe mich dabei, allzu häufig zu denken, dass mein "kleines“  Handeln an der Gesamtsituation nichts ändern wird. Dass ich nur ein winziges Teilchen in der großen Welt bin. Diese Gedanken legt John Webster durch einen Trick offen. Er macht die Zukunft zur eigenen Verantwortung, indem er seine Urenkelin adressiert. Wenn sie in den 2060er Jahren das Licht der Welt erblicken wird, wird sie mit ihren gelben Gummistiefeln an einer ganz anderen Küste entlang wandern. Wie würde er sich ihr gegenüber rechtfertigen, wenn sie fragt: "Warum hast DU nichts getan? IHR habt es doch kommen sehen".

Es ist diese persönliche Herangehensweise des Films, die mich fasziniert und zur eigenen Rechenschaft zwingt. Auch ich habe eine Verantwortung. Und vielleicht ist nicht die Aufgabe selbst zu groß. Vielleicht ist es mein Anspruch. Auch kleine Taten können Großes bewirken. Oder wie es im Film heißt: "Jeder von uns kann die Fackel übernehmen und was verändern".


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Stand: Fri Aug 03 13:48:27 CEST 2018 Uhr

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