Starke Frauen

Internationaler Frauentag 2017- Brasilien. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Starke Frauen - vereinigt euch!

ARD.de-Redakteurin Nazéy Kulu

Nazéy Kulu. | Bildquelle: ARD.de

Viele Frauen in westlichen Demokratien denken, dass Frauen inzwischen gleichberechtigt sind und nicht mehr für ihre Rechte kämpfen müssen. Leben wir in einem postfeministischen Zeitalter? Sind alle Ziele der Frauenbewegung erreicht? Nein. Diskriminierung und Gewalt sind auch heute noch Alltag. Frauen werden immer noch benachteiligt, in vielen Ländern werden sie vergewaltigt, getötet und vom öffentlichen Leben ausgeschlossen.

Marie Curie - Physikerin, Frau, Mutter und Nobelpreisträgerin

t. | Bildquelle: picture-alliance/dpa Video

Marie Curie: "Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen." Eine erfolgreiche, selbstbewusste Physikerin in einer Männerwelt, die mit Fleiß und Beharrlichkeit geforscht hat. Sie war nicht nur eine großartige Wissenschaftlerin, sondern sie ist immer noch ein Symbolfigur für die Gleichberechtigung. Curie ist nicht nur die erste Frau überhaupt, die einen Nobelpreis erhielt, sondern auch die einzige Wissenschaftlerin, die zweimal diese Auszeichnung bekam. Die vierteilige Doku wirft einen umfangreichen Blick auf ihr Leben.

Marie Curies starke Persönlichkeit ist bewundernswert. Sie zeigt, was eine Frau im Leben leisten und erreichen kann - trotz aller Widerstände. Sie ist ein Vorbild und ein Freigeist, weil sie ihren Weg konsequent gegangen ist.

Asli Erdogan - eine Ikone des Widerstands in der Türkei

Asli Erdogan. | Bildquelle: picture-alliance/dpa Video

Die vielfach international ausgezeichnete Schriftstellerin Asli Erdogan sollte schweigen. Nachdem sie sich mit der Zeitung Özgür Gündem solidarisierte, wurde sie terrorisiert, inhaftiert und schließlich in Einzelhaft isoliert. "Die ersten fünf Tage waren am Schlimmsten", erinnert sie sich. "Diese Isolationshaft in einer eiskalten Zelle war sogar schlimmer als die restlichen fünf Monate im Gefängnis. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so schlimm sein kann. Man denkt, man kann sich in einer Zelle zurücklehnen und fünf Tage lang über manches nachdenken. Das geht aber nicht. Es war fürchterlich. Die schlimmste Folter ist nicht etwa die körperliche, sondern die Isolationshaft."

Das Interview mit ihr berührt mich. Die Machthaber, Präsident Erdogan und die AKP-Regierung dulden nichts mehr. Auch in der Türkei wollen Despoten Untertanen, die gehorchen. Asli Erdogan gehorcht nicht und erhebt beeindruckend ihre sensibel starke Stimme.

Argentinien: Frauen gegen Machokultur

Argentinien: Frauen gegen Macho-Kultur. | Bildquelle: picture-alliance/dpa Video

Die Gewalt gegen Frauen in einer Macho-Gesellschaft. Dagegen gehen in Argentinien vielen Frauen mit dem Motto "Ni una menos", sinngemäß  "Nicht noch eine!" auf die Straße. Generalstaatsanwältin Mónica Cuñarro erklärt: "Dabei ist der Femizid mehr als ein einfacher Mord. Es ist ein Mord mit dem konkreten Ziel, eine Frau zu töten - nach einer langen Zeit des Heruntermachens, Erniedrigens, Schlagens und Misshandelns. Der Täter hat das Leben der Frau jahrelang kontrolliert und entscheidet selbstherrlich über den Tod der Frau."

"Nicht noch eine!" - diese Bewegung in Argentinien zeigt, Frauen müssen sich organisieren und gegen Ungerechtigkeit kämpfen. Ihnen wird nichts geschenkt. Der Mut der Frauen, gegen Macho-Strukturen vorzugehen und den Opfern ein Gesicht zu geben, ist wichtig. Ich denke, man sollte sich nicht auf dem Erreichten ausruhen.

Zana Ramadani: "Die verschleierte Gefahr"

Zana Ramadani. | Bildquelle: ARD Video

"Das Leichentuch unserer freien Gesellschaft", so bezeichnet Zana Ramadani in ihrem Buch das Kopftuch. Es sei immer ein Zeichen der Unterdrückung der Frauen. Mit dieser Aussage will sie auch vor falscher Toleranz warnen, die eigentlich nur den Unterdrückern nütze. Sie untersucht die Fragen: Wie werden Jungen in muslimischen Familien erzogen? Welche Werte werden ihnen vermittelt? Welche Wirkung hat die religiöse Erziehung auf die Kinder? Welches Frauenbild haben junge muslimische Männer? Ramadanis Kritik richtet sich vor allem an die muslimischen Frauen. Sie seien es, die die falschen Werte vermitteln.

Ramadani ist eine wichtige Stimme gegen das Wegsehen und falsche Toleranz.  Es ist beeindruckend, wie überzeut sie für ihre Position in dieser Debatte kämpft und den Mythos Kopftuch entschleiert. Auch für mich ist das Kopftuch keineswegs identitätsstiftend. Und die Antwort auf die Frage, ob Männer ein Kopftuch tragen würden, dürfte wohl eindeutig ausfallen.

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Stand: Wed Aug 23 14:00:00 CEST 2017 Uhr

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