Wendepunkte - zurück auf Start

Feld und Land mit einer Weggabelung. | Bildquelle: colourbox/Montage ARD.de

Persönliche Highlights aus der ARD Mediathek

Wendepunkte - zurück auf Start

Ina Mersch, Redakteurin ARD.de

Ina Mersch, ARD. | Bildquelle: ARD

Eine Anzeige in der Zeitung, das lebenslange Hinarbeiten auf ein Ziel, der Anstoß eines engagierten Mitmenschen: Plötzlich weiß man, dass sich jetzt alles ändert oder eine wichtige Entscheidung getroffen werden muss. Im Kleinen kenne ich das aus verschiedenen Phasen meines Lebens. Manchmal hat dabei der Zufall seine Hände im Spiel, doch meist kommt der Wunsch nach Veränderung aus uns selbst.

Der Großstadtbauer - von der Metropole in den Kuhstall

Szenenbild aus "Der Großstadt-Bauer". | Bildquelle: ARD Video

Gestern hat Gerd Bayer noch in Hamburg Models in teuren Kleidern fotografiert, jetzt steht er in einem Kuhstall in Baden-Württemberg und flucht: Die alte Melkmaschine funktioniert nicht richtig, ein plötzlicher Kälteeinbruch bedroht die Ernte und seine teuerste Kuh ist wieder nicht trächtig. Schafft er es, den elterlichen Hof rechtzeitig in einen Biobetrieb umzuwandeln? Und wo soll es für ihn in Zukunft hingehen?

Tradition oder Moderne? Kuhstall oder Metropole? Dieses Gefühl von "zwei Seelen in einer Brust" kenne ich gut. Und da auch mein Vater auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, teile ich die Faszination fürs Landleben und diese spezielle Form der Erdung. Mir ist aber auch klar, dass ein solches Leben schon rein körperlich den ganzen Menschen fordert. Gerd entscheidet sich, sich - zunächst - nicht zu entscheiden. Und ich hoffe wirklich auf eine Fortsetzung dieser Geschichte.

Der Unberechenbare - Papst Franziskus

Szenenbild aus "Der Unberechenbare - Papst Franziskus". | Bildquelle: ARD Video

Papst Franziskus wohnt im Gästehaus des Vatikans, isst lieber mit Obdachlosen als mit Staatsoberhäuptern, stellt die Armen ins Zentrum, predigt Armut und Demut. Seine Kirche soll an die Ränder gehen und auf keinen Fall um sich selbst kreisen. Doch puzzelt der Papst nur an den kleinen Problemen herum, ohne den großen Weg für die katholische Kirche vorzugeben? Oder kann sich die Kirche mit ihm erneuern und zu neuen Ufern aufbrechen?

Auf kaum einem Menschen lasten so hohe Erwartungen wie auf dem Papst. Doch Franziskus ist kein Bürokrat und auch kein Politiker. Und so verweigert er sich folgerichtig verbindlichen Aussagen über brisante Themen wie Familie, Ehe, Sexualität, Frauen in der Katholischen Kirche. "Sprecht mit Gott und geht voran", das ist eine seiner Antworten. Denn er kann die Kirche nicht alleine verändern, er muss möglichst viele einbinden. Und letztlich kann sich die Kirche nur verändern, wenn wir sie verändern wollen. Mit seiner Haltung gibt er auf jeden Fall eine Richtung vor. Und wer genau hinhört, versteht auch seine Botschaften: "Mir ist eine verbeulte Kirche, eine Kirche, die in einen Unfall geraten ist, tausendmal lieber, als eine Kirche, die wegen ihrer Verschlossenheit krank ist.“

Von Beruf Mutter - Kann man fremde Kinder lieben?

Szenenbild aus "Von Beruf Mutter - Kann man fremde Kinder lieben?". | Bildquelle: ARD Video

Mit 43 Jahren fragt sich die Verlagsangestellte Marina, ob sie wirklich noch bis zur Rente an einem Schreibtisch arbeiten will. Auf der Suche nach etwas Neuem beginnt sie, Stellenanzeigen zu wälzen und stolpert dabei über eine Anzeige mit dem Text "SOS-Kinderdorfmutter gesucht". Die Anzeige will ihr nicht wieder aus dem Kopf.

Von null Kindern auf sechs und das ohne Erfahrung - wow, habe ich zuerst gedacht. Denn als "richtige" Mutter liebt es sich leicht, man wächst so allmählich rein in die Rolle, hat die knuddelige Babyzeit, die die Beziehung festigt. Doch dann wird mir klar, dass es das gar nicht ist, was die traumatisierten Kinder brauchen. Hut ab vor Marina, die einen völligen Neustart wagt und die Welt dieser Kinder jeden Tag ein bisschen besser macht - und trotzdem die nötige Distanz hält, damit sie wieder zurückkehren können zu ihren leiblichen Eltern.

Vom Hauptschüler zum Sternekoch

Szenenbild: "Vom Außenseiter zum Sternekoch". | Bildquelle: SWR Video

Serkan Güzelçoban weiß, was es bedeutet, sich von weit unten hoch zu kämpfen. Hat er sich doch selbst vom Gastarbeiterkinder der zweiten Generation und mäßigem Schüler mit wackeligem Hauptschulabschluss zum Sternekoch entwickelt. Dass er letztlich die Kurve bekommt, hat er engagierten Lehrern zu verdanken. Zum Schlüsselerlebnis und Wendepunkt wird das Praktikum in einem griechischen Restaurant.

Auf diesen Lorbeeren könnte sich Serkan jetzt ausruhen. Oder an einem zweiten Stern "basteln". Er hat eine eindeutig bessere Idee und zeigt, wie sich mit Energie, Freude und Zielstrebigkeit Ziele verwirklichen lassen, die nicht nur dem eigenen Fortkommen dienen. Seine Vision heute: Spitzenküche mit sozialem Engagement verbinden. Das Ergebnis: ein Gourmetrestaurant, in dem Flüchtlinge und Behinderte mit Menschen ohne Behinderungen zusammenarbeiten.


Filme, Dokus, Reportagen

ARD Mediathek: Persönliche Empfehlungen der Redaktion

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Stand: Tue Nov 14 00:00:00 CET 2017 Uhr

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