Transparenz: Barrierefreie Angebote der ARD

Barrierefreies Fernsehen für Hörgeschädigte mit Untertiteln. | Bildquelle: WDR / Annika Fußwinkel

Barrierefreie Angebote der ARD

Teilhabe für Menschen mit Behinderung am Programmangebot

Der ARD ist es ein wichtiges Anliegen, ihre Fernseh-, Hörfunk- und Onlineangebote weitestgehend barrierefrei anzubieten, um Menschen mit Hör- oder Sehbehinderung die Teilhabe an unserem vielseitigen Angebot und Zugang zu guter Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung zu ermöglichen. Hierzu haben wir in den vergangenen Jahren unser barrierefreies Angebot stark ausgebaut und das Projekt "Barrierefreier Rundfunk" ins Leben gerufen.

Unser Ziel ist es, die Angebote für Menschen mit Behinderung weiter zu optimieren. Im Fokus stehen dabei vier Themen:

  • der Ausbau der Untertitelung,
  • die Gebärdensprachangebote in den Mediatheken,
  • ein größeres Hörfilm-Angebot,
  • die Verbesserung der Barrierefreiheit der ARD-Internetangebote.

Im Bereich Barrierefreiheit arbeiten wir seit Jahren eng mit den Verbänden der hör- und sehbehinderten Menschen zusammen, um unsere Programme für diese Menschen weiter zu verbessern.

Mit der Umstellung von der Rundfunkgebühr auf den Rundfunkbeitrag im Jahr 2013 wurde seitens der Länderparlamente festgelegt, dass Menschen mit Behinderungen einen ermäßigten Beitrag zahlen, sofern sie nicht aus sozialen Gründen von der Zahlung befreit werden. Im Gegenzug wurden die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von den Ländern aufgefordert, ihre barrierefreien Angebote auszubauen (siehe hierzu:  Protokollnotiz zum 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrag).

Untertitel und Gebärdensprache für Menschen mit Hörbehinderung

Alle Erstsendungen im Ersten Programm gibt es inzwischen in einer barrierefreien Fassung für gehörlose und schwerhörige Menschen. Insgesamt sind 97 Prozent unseres Angebots im Ersten mit Untertiteln versehen. Nur wenige Sendungen werden im Gemeinschaftsprogramm der ARD ohne Untertitel angeboten. Dabei handelt es sich größtenteils um sehr alte Filme oder Programmteile wie Werbung oder Trailer.


Unsere Landesrundfunkanstalten gestalten auch in ihren Dritten Programmen immer mehr Sendungen für Menschen mit Hörbehinderungen barrierefrei.  Hier sind zwischen 49 Prozent  und 89 Prozent des Programms untertitelt.  

Deutlich gestiegen (bis 55 Prozent des Programms, beispielsweise bei ONE) ist auch der Anteil der barrierefreien Sendungen in den Partner- und Kooperationsprogrammen der ARD (3sat, ARTE, KiKA, ONE, Tagesschau 24) sowie in der ARD Mediathek. Hier stellen wir zudem spezielle Angebote in Gebärdensprache für gehörlose Menschen bereit.

Hörfilme für blinde Menschen

Ein weiterer Schwerpunkt beim Ausbau der Barrierefreiheit in unserem Programm "Das Erste" ist ­ neben der Untertitelung ­ die Audiodeskription. Viele Sendungen werden als Hörfilmfassung für blinde und sehbehinderte Menschen angeboten. Die Zahl der audiodeskribierten Sendungen ist 2016 weiter gestiegen, weil "Das Erste" seither die neu produzierten Serien im Vorabendprogramm auch in einer Hörfilmfassung ausstrahlt. Komplett barrierefrei waren die Fußball-EM, die Olympischen Spiele und die Paralympics. Für rund 51 Prozent des Hauptabendprogramms im Ersten gibt es eine Audiodeskription; 2012 waren es noch knapp 21 Prozent.

Um blinden Menschen auch in unseren Dritten Programmen exklusive Inhalte mit Beschreibung anbieten zu können, produzieren einige Landesrundfunkanstalten der ARD regionale Formate in einer Hörfilmfassung. In den Dritten reicht der Anteil der Audiodeskription im Hauptabend von knapp 9 Prozent bis 24 Prozent. Das Spartenprogramm ONE der ARD hat im Hauptabend derzeit einen Anteil von 29 Prozent Audiodeskription.

Untertitel werden digital, über Hbb-TV oder im Videotext auf Seite 150 ausgestrahlt. Für die Hörfilmfassungen gibt es einen eigenen Tonkanal. Beide Angebote lassen sich mit der Fernbedienung aktivieren.

Barrierearme Onlineangebote

Wir gestalten unsere Onlineauftritte in der ARD weitgehend barrierefrei. So können auch Menschen mit motorischen oder visuellen Einschränkungen die Angebote nutzen. Wir achten darauf, dass

  • die Schrift für Sehbehinderte skalierbar ist,
  • die Kontraste ausreichend groß sind,
  • Links mit einem Zielverweis gekennzeichnet sind,
  • möglichst bei allen visuellen Inhalten (Bilder/Grafiken) ein Alternativtext hinterlegt wird, der das Abgebildete beschreibt,
  • Texte in einer Braillezeile wiedergegeben und/oder mit Hilfe einer speziellen Software, wie Screenreadern, vorgelesen werden können.

Das Onlineangebot des Deutschlandradios sowie der ARD-Videotext bieten Nachrichten in einfacher Sprache an. Sie richten sich an so genannte funktionale Analphabeten (also an Menschen, deren erworbene Fähigkeiten im Lesen und Schreiben meist für den Lebensalltag nicht ausreichen) sowie an Flüchtlinge, Migranten und alle, die die deutsche Sprache lernen.

Angebote für Flüchtlinge, Migranten, Gehörlose, Schwerhörige, Blinde, Sehbehinderte oder Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung: Das Thema Inklusion und Barrierefreiheit der Medien erhält eine immer größer werdende gesellschaftliche Bedeutung und stellt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor neue Herausforderungen. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten werden wir auch künftig unsere barrierefreien Angebote weiter ausbauen und uns in unseren Programmen für die Belange behinderter Menschen engagieren.

Informationen zu barrierefreien Angeboten des Ersten und der Landesrundfunkanstalten:

Stand: Fri Sep 01 00:00:00 CEST 2017 Uhr

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