Transparenz: Journalistische Arbeit in der ARD

ARD-Auslandskorrespondent Michael Stocks in Rio de Janeiro, Brasilien. | Bildquelle: SWR

Journalistische Arbeit in der ARD

Hinter den Kulissen: Wie entstehen Sendungen in der ARD?

Täglich produzieren wir für unsere Nutzerinnen und Nutzer vielfältige Programmangebote im Hörfunk, im Fernsehen und Online. Unsere Inhalte sind frei verfügbar und für jeden zugänglich. Viele Menschen interessiert, wie die Medienschaffenden in den unterschiedlichen Redaktionen der ARD und ihren neun Landesrundfunkanstalten arbeiten, wie Sendungen entstehen und wie die Redaktionen mit Fehlern und auch Kritik umgehen.

Was ist unser Selbstverständnis? Unsere journalistische Arbeit ist von moralischen Prinzipien und demokratischen Werten getragen. Wir setzen uns für gesellschaftlich relevante Themen ein, weil wir von der moralischen Notwendigkeit für das Miteinander überzeugt sind. Unsere Haltung basiert auf der tiefgreifend demokratischen Grundüberzeugung, dass alle Menschen gleichwertig und von der Gemeinschaft zu schützen und zu befähigen sind – unabhängig von sozialem Status, Wohlstand, Alter, körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, kulturellen, religiösen oder individuellen Merkmalen.

Inhaltliche Ausgewogenheit und journalistische Sorgfalt sind Grundlagen der täglichen Planung und Umsetzung der Berichterstattung. Wir kennzeichnen Meinungen und Kommentare und trennen diese von Nachrichten. Auch durch die solidarische Finanzierung durch den Rundfunkbeitrag sind unsere Journalistinnen und Journalisten unabhängig und frei von kommerziellen Interessen oder staatlichem Einfluss. Diese Unabhängigkeit ist das höchste Gut für unsere journalistische Arbeit. Die Presse- und Rundfunkfreiheit und damit das Recht auf freie Berichterstattung sind im deutschen Grundgesetz fest verankert.

Innere Rundfunkfreiheit

  • Grundprinzipien unserer Arbeit formulieren wir in programmlichen Leitlinien und Grundsätzen. Zur täglichen Arbeit der Redaktionen gehören die Sendungskritik und inhaltlich offen geführte Diskussionen.  Wir achten jedoch nicht nur auf Unabhängigkeit von äußerem Einfluss, sondern schützen auch die "innere Rundfunkfreiheit". Diese dient der Wahrung von redaktionellen Freiräumen innerhalb der Sender. Redakteursversammlungen, Redaktionsbeiräte oder -ausschüsse sichern hier die interne Kritikfähigkeit und Diskussionskultur. Sie können zum Beispiel im Fall von "Programmkonflikten" mit Vorgesetzten angerufen werden. In Redaktionsstatuten wird dieses Recht auf innere Rundfunkfreiheit gestärkt.

Auch mit unseren Gremien, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern gesellschaftlich relevanter Gruppen zusammensetzen, und Programmbeiräten diskutieren wir in regelmäßigen Abständen unsere Arbeit und setzen uns auch hier mit Kritik auseinander. Kritische oder positive Rückmeldungen sowie inhaltliche Hinweise unserer Nutzerinnen und Nutzern werten wir aus und nehmen sie als Anregungen für unsere Arbeit ernst.

Glaubwürdigkeit

Neben den Inhalten, die sie verbreiten, stehen auch die Journalistinnen und Journalisten selbst unter der Beobachtung ihres Publikums. Während die meisten Menschen den öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland sehr wohl vertrauen, zweifeln andere Teile der Gesellschaft an der Glaubwürdigkeit der Medien und damit auch des Rundfunks. In der multimedialen Reportage "Glaubwürdig?!" reflektieren vier Journalisten des MDR selbstkritisch, wie es zum Glaubwürdigkeitsverlust in Teilen der Gesellschaft kommen konnte.

Auch hr-iNFO hat im Rahmen seines Projekts #besserstreiten, welches sich für eine Verbesserung der Debattenkultur einsetzt, eine Sendung zum Thema "Warum Lügenpresse?" produziert. hr-iNFO-Programmchefin Katja Marx und der Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers haben live auf dem Sender diskutiert und die Fragen der Hörerinnen und Hörer beantwortet.

Faktenfinder

Falsche Nachrichten, Bilder und Videos rücken immer stärker in den Fokus der journalistischen Arbeit. Gezielt lancierte Falschmeldungen haben das Potential, Stimmungen anzuheizen und Gruppen der Gesellschaft zu diffamieren. Die ARD hat daher das Projekt "Faktenfinder" gestartet. Im Fokus stehen Phänomene wie Fake News, Gerüchte, Verschwörungstheorien und auch Hass im Netz.

Fehlerkorrektur

Die ARD hat den Anspruch, ein glaubwürdiger und verlässlicher Qualitätsanbieter zu sein. Dazu gehört auch eine Fehlerkultur, die von Offenheit und Kritikfähigkeit bestimmt ist. Daher veröffentlichen einige Landesrundfunkanstalten oder Sendungen, beispielsweise hr, MDR und NDR Info, regelmäßig Korrekturen zu Fehlern, die trotz aller Sorgfalt in den Programmen passiert sind.

Einblicke in den Redaktionsalltag

Verschiedene Sendungen aus den Bereichen Information und Unterhaltung bieten Nutzerinnen und Nutzern Einblicke in den Alltag in ihrer Redaktionen und haben diese ins Netz gestellt.

So kann man erfahren, wie die Tagesschau entsteht oder wie der DeutschlandTrend erstellt wird. Auch die ARD-Auslandsstudios stellen sich vor. Die Arbeitsweisen in einem Funkhaus zeigen die MDR-Landesfunkhäuser Thüringen und Sachsen-Anhalt. Der SR stellte bei einem crossmedialen Thementag unter dem Titel "Die Programmmacher – ein Tag beim SR" die Arbeitsweise und die Grundsätze der journalistischen Arbeit vor.

Auch Informationssendungen der Dritten Programme erklären, wie ihre Redaktionen arbeiten, beispielsweise die Rundschau (BR), die hessenschau (hr) und die Landesschau Rheinland-Pfalz (SWR). Der MDR hatte Pegida-Anhänger in seine Nachrichtenredaktion eingeladen.

Auch andere Sendungen zeigen ihren Zuschauerinnen und Zuschauern die Arbeit hinter den Kulissen, beispielsweise das HessenQuiz (hr), die Sportschau (WDR), Inas Nacht (NDR), DAS! (NDR) oder Servicezeit (WDR).

Anlässlich seines 50. Geburtstags hat das Magazin Report Mainz einen Film über seine Geschichte und den aktuellen Redaktionsalltag produziert und auch das Magazin BRISANT zeigt einen Redaktionseinblick.

Wie aufwändige Naturdokumentationen entstehen, vermittelt das Making-of der Doku "Auf Leben und Tod" (ARD-BBC-Koproduktion). Wie ein authentisches Bild der Vergangenheit geschaffen und damit anschaulich Geschichte vermittelt wird, kann man anhand des  Making-of der Doku "Das Weib soll schweigen" (SWR) erfahren.

Einblick in fiktionale Filmproduktionen geben die Making-of zu den SWR-Produktionen "Casting" und "Zeit der Helden".

Häufige Fragen der Hörerinnen und Hörer zum Radio haben NDR2 und N-JOY gesammelt und beantwortet. Wie eine App gebaut wird, zeigt der BR am Beispiel seiner Nachrichten-App BR 24 in zwei Videos: "Hintergründe zur Nachrichten-App" und  "Die Köpfe und Ideen hinter der App".

Spezielle Angebote für Kinder

Gerade Kinder interessieren sich dafür, wie Medien funktionieren. Auch für sie produziert die ARD zielgruppengerechte Informationen. Die Kindersendung "neuneinhalb" (WDR) hat der Tagesschau einen Besuch abgestattet. Der Unterschied zwischen Meinung und Nachricht und wie aus einer Nachricht ein Fernsehbeitrag, erläutert "So geht Medien" (BR). Wie ein Tatort entsteht, kann man bei "Tatort Film" erfahren und auch die Kinder-Krimiserie "Pfefferkörner" (NDR) gewährt einen Einblick hinter ihre Kulissen. Über die unterschiedlichen Medienberufe in Redaktion und Produktion informiert das SWR Kindernetz mit kurzen Videos, darunter Radiomoderatoren, Social-Media-Redakteure, Maskenbildnerin, Aufnahmeleiterin. Auch Planet Schule (SWR/WDR) zeigt in einem Online-Dossier "Wie Medien gemacht werden" und stellt mit kurzen Videos verschiedene Medienberufe vor. Speziell um Fernsehproduktionen geht es beim Onlineangebot des BR "So geht Medien".

Stand: Fri Sep 01 00:00:00 CEST 2017 Uhr

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