Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Seit den Jahren 1948/49 Sammelbegriff für das damals in den Westzonen, also der späteren Bundesrepublik Deutschland, eingerichtete System eines demokratischen Rundfunks für alle. Der Begriff ist daraus abgeleitet, dass die alliierten Besatzungssender bei ihrer Übergabe in deutsche Hände sämtlich – nach Besatzungs- oder deutschem Recht – als Anstalten des öffentlichen Rechts organisiert wurden.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist auch nach dem Aufkommen privater bzw. kommerzieller Rundfunkveranstalter in den 80er Jahren weiter tragende Säule des nunmehr dualen Rundfunksystems. Die Zulassung privaten Rundfunks, der nicht die gleichen Anforderungen an die »Breite des Programmangebots und die Sicherung gleichgewichtiger Vielfalt« erfüllt wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk, ist nämlich nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts an die Funktionsfähigkeit des letzteren gebunden.

Die Charakteristika des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind Staatsferne, interne gesellschaftliche Kontrolle durch weitgehend ständisch besetzte Aufsichtsgremien (Binnenpluralität), inhaltliche Vielfalt im Sinne eines die Grundversorgung umfassenden Programmangebots, Verbreitung dieses Angebots an wirklich jedermann über entsprechend ausgebaute terrestrische Sendernetze sowie über Satelliten und Kabelnetze, Mischfinanzierung aus Rundfunkbeitrag und Rundfunkwerbung sowie nicht zuletzt eine weitgehend föderale Struktur, die aus der Gesetzgebungskompetenz der Bundesländer in Fragen der Rundfunkorganisation erwächst. Zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk gehören die Landesrundfunkanstalten der ARD, das ZDF sowie das gemeinsam von diesen beiden getragene DeutschlandRadio.

Eine Sonderstellung nimmt die für die Auslandsversorgung zuständige Bundesrundfunkanstalt Deutsche Welle ein.

Bitte beachten Sie:

Bitte beachten Sie: Diese Seite ist Bestandteil des ehemaligen Angebots "ABC der ARD", welches seit 2019 nicht mehr aktualisiert wird. | Bildquelle: ARD
Darstellung: