Transparenz: Qualitätssicherung und Erfolgsmessung in der ARD

Moderatoren im neuen Tagesschau-Studio. | Bildquelle: NDR / Thorsten Jander

Qualitätssicherung und Erfolgsmessung in der ARD

Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags

In allen neun Landesrundfunkanstalten der ARD sowie für das nationale Fernsehprogramm "Das Erste" gibt es Verfahren der Qualitätssi­che­rung, der Qualitätsmessung und -steuerung.

Kern unserer Qualitäts­sicherung in der ARD für die für jeden zugänglichen und frei empfangbaren Fernseh-, Radio- und Telemedienangebote ist die kontinuierliche und systematische Sicherung der publizistischen und gestalterischen Qualität der journalistischen Programme. Diese Qualität wird in ganz besonderem Maße durch die Redaktionen gestaltet, denn die Journalistinnen und Journalisten sowie Produktionsteams treffen täglich Entscheidungen über die Auswahl und die Gestaltung von Themen und Sendungen. In den regelmäßigen Redaktionskonferenzen nehmen daher der Austausch und die Diskussion über unsere journalistische Qualität sowie ihre Evaluation einen wichtigen Stellenwert ein. Aber auch im Management der ARD-Gemeinschaftsprogramme und der ARD-Landesrundfunkanstalten spielen die Absicherung und Steuerung von qualitativ hochwertigen Angebo­ten eine entscheidende Rolle. 

Unsere Qualitätssicherung umfasst zudem eine Reihe von weiteren Maßnahmen: So gehört beispielsweise die Si­cherstellung einer funktionsfähigen und an neue Medienentwicklungen angepassten Pro­duktions- und Sendeinfrastruktur dazu. Auch die fundierte Aus- und Weiter­bildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Mittel, die Qualität des Programms zu gestalten.

Neben der Qualitätssicherung gilt es auch, den Erfolg bzw. die Akzeptanz beim breiten Publikum abzusichern. Denn die Angebote der ARD, die als Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch den Rundfunkbeitrag fi­nan­ziert werden, erreichen einen großen Teil der Bevölkerung in Deutschland und finden Akzeptanz (siehe hierzu auch Angaben im ARD-Trend sowie die ARD-Mediendaten).

Um dem Management für die Messung von Qualität und Erfolg einheitliche und verlässliche Grundlagen zu geben, haben sich die verschiedenen Ebenen der ARD-Sender auf einheitliche Kriterien verständigt. Diese basieren – neben den aktuellen wissenschaftlichen Standards – auf dem Rundfunkstaatsvertrag bzw. den Staatsverträgen für die jeweiligen Landesrundfunkanstalten. Diese Kriterien kommen auch in den ARD-Leitli­nien für "Das Erste", dem Gemeinschaftsprogramm der ARD, zum Ausdruck.

Die Leitlinien und der Bericht überprüfen das Programm der vergangenen zwei Jahre anhand abgestimmter Qualitätskriterien auf seinen gesellschaftlichen Mehrwert, seine Relevanz und Akzeptanz hin und treffen darüber hinaus Aussagen über die Programmschwerpunkte des Ersten in den kommenden zwei Jahren. Entsprechende Leitlinien und Berichte gibt es auch für die ARD-Telemedien

Beispielsmodelle für Qualitäts- und Erfolgsmessung

Unsere Medienforscher/innen in der ARD berücksichtigen unterschiedliche Perspektiven für die Betrachtung journalistischer Qualität:

  • Die Perspektive der Redaktion bzw. der Medienproduk­tion: Hier spielen journalistische Berufsnormen und -standards sowie (vor allem gestalteri­sche) Vorgaben für technische Verbreitungsformen eine Rolle. So hat zum Beispiel ein Beitrag für das Fernsehen andere Gestaltungsanforderungen als ein Beitrag für das Radio oder für Onli­nemedien bzw. Social-Media-Plattformen.
  • Die ökonomische Perspektive einer Medienproduktion: Hier geht es darum, wieviel in­haltliche und gestalteri­sche Qualität mit einem bestimmten Budget erreicht werden kann.
  • Die Perspektive der Nutzer bzw. des Publikums: Hierbei werden die Nutzerinnen und Nutzer sowohl in ihrer Rolle als Konsumierende als auch als Menschen mit gesellschaftlichen Bedürfnissen und Ansprüchen betrachtet.
  • Die Perspektive der Gesellschaft: Gemeint ist die Gesamtheit aller Bürgerinnen und Bürger mit ihren gesell­schaftlichen Bedürfnissen und Ansprüchen, aber auch die von gesellschaftlichen Gruppen und Verbänden. Im Blick sind hier auch die gewählten politischen Vertreterinnen und Vertreter, welche unter anderem medienpolitische Entscheidungen und Festlegungen bezüglich des Rundfunkbeitrags und des Auftrags der Medien (z. B. im Rundfunkstaatsvertrag) fällen.
  • Die Expertenperspektive: Gemeint sind hier Personen, die ihr fachliches Wissen einbringen, wie Medienkritiker/innen, Mitglieder in Jurys für Medienpreise oder über Medien forschende Wissenschaftler/innen. Solche fachlich versierten Medienexperten/innen können auch Gutachter- oder Beraterfunktionen für Me­dienorganisationen oder für die Medienpolitik übernehmen.

Zur Messung von Qualität ist es wichtig, stets transparent zu machen, welche Perspektive jeweils eine besondere Rolle spielt.

Wie messen und bewerten wir nun die Qualität eines Programmangebots? Als Beispiel beschreiben wir folgend ein Modell, welches beim MDR entwickelt wurde. Dieses umfasst drei Dimensi­onen für Qualität:

  • Professionalität,
  • Vielfalt,
  • Relevanz.

Diese drei Aspekte werden durch zwei Erfolgsdimensionen ergänzt:

  • Reputation,
  • Akzep­tanz.

Die genannten Dimensionen werden mit insgesamt 25 Einzelkriterien unterfüttert. Die An­merkungen für die Einzelkriterien zeigen auch, ob sie "für jedes MDR-Angebot", "für den MDR in Summe", "für einzelne Angebote" oder "für jedes MDR-Angebot, aber jeweils spezi­fisch" gültig sind.

Angesichts einer sich durch die Digitalisierung ständig verändernden Medienwelt stellen sich die ARD und ihre Landesrundfunkanstalten der Herausforderung, den Nutzerinnen und Nutzern auf all ihren Ausspielwegen qua­litativ hochwertige Angebote zur Verfügung zu stellen. Kriterien zur Qualitätserfassung bzw. -messung müssen dabei auch kontinuierlich im Hinblick auf neue Plattformen erweitert werden.

Regelmäßig wird die Position der ARD-Programmangebote auch im Vergleich mit anderen Anbietern analysiert (Programmanalysen des IFEM-Institutes):

Stand: Fri Sep 01 00:00:00 CEST 2017 Uhr

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