Deutschlandradio

Logo Deutschlandradio. | Bildquelle: DRadio

Seit 1. 1. 1994 Körperschaft des öffentlichen Rechts für den bundesweiten Hörfunk, Mitglieder: die Landesrundfunkanstalten der ARD und das ZDF. Sitz: Köln und Berlin. Die Körperschaft ist staatsvertraglich verpflichtet, eng mit ihren Mitgliedern zusammenzuarbeiten, bis hin zur Koproduktion von Programmen und zur Übernahme von Wort- und Musikbeiträgen.

Vorläufer

1926 bis 1933 die staatliche Deutsche Welle GmbH; 1933 bis 1945 die Deutschlandsender GmbH; 1953 bis 1961 das von der ARD betriebene Provisorium deutscher Langwellensender; 1962 bis 1993 der Deutschlandfunk (DLF); parallel 1945 bis 1993 der RIAS Berlin und 1990 bis 1993 DS Kultur. Zwischen 1945 und 1990 wurden auch von der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR aus Programme mit gesamtdeutschem Anspruch ausgestrahlt, lange Zeit unter dem Namen Deutschlandsender.

Rechtsgrundlagen

vor allem der Staatsvertrag sämtlicher Bundesländer über die Körperschaft des öffentlichen Rechts »Deutschlandradio« vom 17. 6. 1993 in der Fassung des Fünfzehnten Rundfunkänderungsstaatsvertrags (Inkrafttreten 1.1.2013) sowie der Hörfunk-Überleitungsstaatsvertrag zwischen Bund und Ländern vom 17. 7. 1993. Nach dem Deutschlandradio-Staatsvertrag soll die Körperschaft zwei Hörfunkprogramme mit den Schwerpunkten in den Bereichen Information, Bildung und Kulturanbieten anbieten sowie das in digitaler Technik verbreitete Programm »DRadio Wissen«.  In ihren Sendungen soll »ein objektiver Überblick über das Weltgeschehen, insbesondere ein umfassendes Bild der deutschen Wirklichkeit vermittelt werden. Die Sendungen sollen eine freie individuelle und öffentliche Meinungsbildung fördern. Das Geschehen in den einzelnen Ländern und die kulturelle Vielfalt Deutschlands sind angemessen im Programm darzustellen.«

Programme

drei bundesweite Radioprogramme (Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Nova aus Köln und Deutschlandfunk Kultur aus Berlin) sowie ein eigenes Online-Angebot unter deutschlandradio.de.

Organisation

Erstes Aufsichtsorgan ist der Hörfunkrat, der u. a. die Aufgabe hat, Richtlinien für die Sendungen des Deutschlandradios aufzustellen und deren Einhaltung zu überwachen. Er besteht aus 40 Mitgliedern, darunter 16 Vertreter der einzelnen Bundesländer und drei Vertreter des Bundes. Die übrigen Mitglieder werden von einem festgelegten, proportional auf die Länder verteilten Kreis von Verbänden oder Organisationen entsandt. Mitglieder des Personalrats nehmen an den Sitzungen des Gremiums teil und können zu Fragen, die nicht den Programmbereich betreffen, gehört werden.

Das zweite Kontrollgremium, der Verwaltungsrat, überwacht vor allem »die Tätigkeit des Intendanten«. Das Gremium hat acht Mitglieder: drei Vertreter der Länder, einer des Bundes und je zwei von ARD und ZDF.

Verantwortlich für die gesamten Geschäfte der Körperschaft einschließlich der Gestaltung der Programme ist ein vom Hörfunkrat auf Vorschlag des Verwaltungsrats mit Zwei-Drittel-Mehrheit gewählter Intendant. Darunter gliedert das Deutschlandradio sich in eine Programmdirektion und eine Verwaltungs- und Betriebsdirektion. Die Körperschaft hat 684 festangestellte Mitarbeiter (2015).

Finanzen

Das Deutschlandradio wird aus den Rundfunkbeiträgen finanziert. Es erhält pro Rundfunkteilnehmer monatlich 0,48 Euro aus dem Aufkommen (2015). Funkwerbung und damit Werbeeinnahmen sind dem Deutschlandradio ausdrücklich untersagt, nicht hingegen »sonstige Einnahmen«. Das Budget des Deutschlandradios betrug 2015 knapp 240 Mio Euro, davon gut 215 Mio Euro aus Rundfunkbeiträgen.

Infrastruktur

Funkhäuser in Köln und Berlin, Studios in Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Kiel, Magdeburg, Mainz, München, Potsdam, Saarbrücken, Schwerin, Stuttgart und Wiesbaden, Auslandskorrespondenten in Brüssel, London, Moskau, Paris Prag, Warschau und Washington.

Außerdem sieht der Staatsvertrag die Nutzung der vorhandenen »sächlichen, technischen und personellen Kapazitäten« von ARD und ZDF im In- und Ausland durch das Deutschlandradio vor. Zu den vom Deutschlandradio genutzten Kapazitäten zählen auch die Klangkörper der Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH, an der die Körperschaft mit 40 Prozent der Gesellschaftsanteile beteiligt ist.

Für die Verbreitung seiner Programme nutzt das Deutschlandradio terrestrische MW-, LW-, KW- und UKW-Sender, für die es zum Teil selbst die Netzträgerschaft übernommen hat, außerdem DAB-Sender sowie Satelliten, Kabelnetze und das Internet. Sein UKW-Sendernetz deckt derzeit noch nicht die ganze Fläche der Bundesrepublik ab.

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue. | Bildquelle: Deutschlandradio/Bettina Fürst-Fastré

Stefan Raue, seit 1.9.2017 Intendant des Deutschlandradios und Nachfolger von Dr. Willi Steul

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue. | Bildquelle: Deutschlandradio/Bettina Fürst-Fastré
Kölner Funkhaus des Deutschlandradios. | Bildquelle: DLR/Markus Bollen
Funkhaus Berlin - Deutschlandradio Kultur. | Bildquelle:  DLR/Bettina Straub
Deutschlandradio Studio, Studioansicht. | Bildquelle: DLR/Bettina Straub
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