Digital Video Broadcasting (DVB)

Digital Video Broadcasting (DVB)

DVB-Logo. | Bildquelle: dvb.org

Bezeichnung für den technischen Standard zur digitalen Übertragung von Fernseh- und Hörfunkprogrammen sowie von fernsehgebundenen Zusatzdiensten. DVB wird über Satelliten (DVB-Satellite/DVB-S), Kabelnetze (DVB-Cable/DBV-C), terrestrische Sendernetze/Antennen (DVB-Terrestrial/DVB-T) und das Internet Protocol Television (DVB-IPTV) verbreitet und ermöglicht eine höhere technische Qualität als analoge Verfahren sowie eine bessere Ausnutzung vorhandener Frequenzen.

Die Technik bietet alle Möglichkeiten zur Entwicklung multimedialer Dienste und zur Vernetzung verschiedener Angebote eines Programmveranstalters, vorausgesetzt, das Fernsehgerät verfügt über einen integrierten Receiver bzw. eine externe Set-Top-Box mit standardisierter Softwareschnittstelle – API (Application Programming Interface) –, die dafür sorgt, dass solche Dienste auf jedem Empfänger möglichst gleich aussehen. Von der ARD entwickelte Anwendungen wie der Electronic Programme Guide (EPG) bedienen sich einer solchen Schnittstelle.

Für die Programmverbreitung via Satellit und Kabel wird DVB in Deutschland seit 1997 genutzt, etwa für das Programmbouquet ARD Digital. Vorreiter beim bundesweiten Wechsel auf DVB über terrestrische Antennen war der Ballungsraum Berlin/Potsdam, wo der Umstieg im November 2002 begonnen wurde. Der Digitalisierungsgrad der terrestrischen Übertragungswege erreichte im Jahr 2009 nach Abschaltung des letzten Analogsenders (Bad Mergentheim) schließlich 100 Prozent.

DVB-S wird von ARD und Deutschlandradio seit September 2005 auch genutzt, um über Satellit das komplettes Hörfunkangebot in digitaler Qualität zur Verfügung zu stellen und damit verbundene neue Möglichkeiten wie Mehrkanalton bei Konzerten oder Hörspielen anzubieten.

Seit dem 30.4.2012 ist der Programmempfang über Satellit nur noch per DVB-S bzw. DVB-S2 möglich, sodass nun fast alle ARD-Programme auch in HD ausgestrahlt werden.

Am 31.5.2016 wurde in 18 ausgewiesenen Pilotregionen DVB-T2 eingeführt, am 29.3.2017 startete der Regelbetrieb in zahlreichen deutschen Ballungszentren. Der Nachfolgestandard von DVB-T ermöglicht ebenfalls mehr Programme in besserer Qualität (HD). Abgeschlossen sein soll die Modernisierung des digitalen Antennenfernsehens bis 2019.

Mitte 2017 empfingen rund 95 Prozent aller Fernsehhaushalte ein DVB-Signal.

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