High Definition Television (HDTV)

High Definition Television (HDTV)

HDTV-Logo. | Bildquelle: HDTV

Auch Hochzeilen- oder hochauflösendes Fernsehen, Sammelbegriff für neu entwickeltes Fernsehen, das sich auszeichnet durch mindestens 720 Zeilen auf dem Bildschirm (576 Zeilen bei Standard Definition), durch eine erhebliche Verbesserung der Bildqualität hinsichtlich Auflösung und Schärfe, eine Qualität, die erst bei Großbildwiedergabe mit etwa der fünffachen Fläche herkömmlicher Bildschirme voll zur Geltung kommt, durch das neue Bildformat 16 : 9 statt bislang 4 : 3 und durch Mehrkanalton.

An der Entwicklung von HDTV wurde lange Jahre in allen Industrieländern, in Deutschland nicht zuletzt beim Institut für Rundfunktechnik (IRT), intensiv gearbeitet. 1986 fanden in Japan erste Testsendungen statt. Danach gab es dort auch reguläre Sendungen in analoger Norm, die aber ab dem Jahr 2000 bald durch digitale Angebote abgelöst wurden. Die Entwicklung von HDTV auf analoger Basis ist nicht nur in Europa seit einigen Jahren ohnehin überlagert von der Erprobung und Einführung digitaler Fernseh-Übertragungssysteme wie Digital Video Broadcasting (DVB).

Für digitales HDTV gelten heute zwei Standards: 1080i und 720p. Im ersten Fall werden 50 Halbbilder mit jeweils halber Zeilenzahl, im zweiten 50 Vollbilder mit voller Zeilenzahl auf den Bildschirm geschrieben. In den USA hat 1998 die Einführung von digitalem HDTV begonnen, das erheblich weniger Bandbreite für die Übertragung benötigt als die analoge Variante. Seit Anfang 2004 gibt es auch in Europa ein digitales HDTV-Angebot, das von einem belgischen Produktionsunternehmen via Satellit verbreitet wird. Von Oktober 2005 bis Februar 2008 strahlte die deutsche ProSiebenSat.1-Gruppe ihre Programme parallel in HDTV-Qualität via Satellit aus. Sie nutzte dabei wie der Pay-TV-Anbieter Premiere (heute Sky), der zwei Monate später an den Start ging, die neue DVB-S2-Norm, eine Weiterentwicklung der DVB-Norm (Digital Video Broadcasting) für die Ausstrahlung via Satellit, die bessere Verfahren zur Kodierung, Modulation und Fehlerkorrektur verwendet.

Die ARD hatte zur Internationalen Funkausstellung 2008 mit Testläufen, so genannten Showcases, in der Norm 720p/50 begonnen und gemeinsam mit dem ZDF einen Fahrplan für die Einführung von HDTV erstellt, der bis zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver im Februar 2010 umgesetzt wurde. Um auf die Umstellung 2010 optimal vorbereitet zu sein, hatten ARD und ZDF 2008 und 2009 weitere Testläufe durchgeführt, nicht zuletzt zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin. Der Entscheidung der deutschen öffentlich-rechtlichen Veranstalter für die Norm 720p/50 sind zahlreiche Tests des IRT und der UER vorausgegangen, welche die Vorteile dieser Norm gegenüber dem Halbbildverfahren der Norm 1080i/25 bestätigt haben. Bereits seit Mitte 2008 wird ARTE HD in der Norm 720p/50 via Satellit ausgestrahlt; Das Erste HD und das ZDF HD folgten pünktlich zum Beginn der Olympischen Winterspiele am 12.2.2010. Während die HD-Programme von ARD und ZDF über Satellit und vielerorts auch via Kabel frei empfangbar sind und bleiben werden, setzen die großen kommerziellen deutschen Anbieter auf eine verschlüsselte und kostenpflichtige Ausstrahlung.

Seit dem 30.4.2012 werden via Satellit auch das Bayerische Fernsehen, NDR Fernsehen, SWR Fernsehen, WDR Fernsehen sowie die Partnerprogramme 3sat, KiKA und PHOENIX in HD ausgestrahlt, am 5.12.2013 folgten die Dritten Programme von HR, MDR und RBB sowie tagesschau24, One und das damalige Programm EinsPlus. Seit dem 17.2.2015 sendet auch der SR in HD.

Am 31.5.2016 wurde in 18 ausgewiesenen Pilotregionen DVB-T2 eingeführt. Der Nachfolgestandard von DVB-T ermöglicht den Empfang von HD auch über terrestrische Antennen. Zunächst wird Das Erste HD ausgestrahlt. Bis 2019 soll die Modernisierung des digitalen Antennenfernsehens abgeschlossen sein, sodass zahlreiche weitere ARD-Programme in HD empfangbar sein werden.

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