Kabelnetze

Kabelnetze

Infrastruktur zur leitungsgebundenen Verbreitung von Fernseh- und/oder Radioprogrammen, heute über Kupferkoaxial- oder Glasfaserkabel, ermöglicht einen ungestörten Empfang, allerdings nur mit stationären Geräten.

Die Verbreitung per Kabel kann ausschließlich oder zusätzlich zur Ausstrahlung über terrestrische Sendernetze bzw. Satelliten erfolgen. Sie wurde in Einzelfällen schon in den 20er Jahren erprobt. Von größerer Relevanz in der Bundesrepublik ist sie erst seit den 80er Jahren, als in den so genannten Kabelpilotprojekten erstmals kommerzielle Rundfunkveranstalter starteten, dort eine Vielzahl an Programmen angeboten wurde und die Verkabelung als ein Weg aus der Frequenzknappheit bei den terrestrischen Sendern erschien.

2016 empfingen in der Bundesrepublik 41,4 Prozent der Fernsehhaushalte Rundfunkangebote via Kabel (2015 durchschnittlich 55 Fernsehprogramme). Erst Ende 2012 wurden erstmals mehr Satellitenhaushalte gezählt als Kabelhaushalte. Neben den auch über Antenne empfangbaren Programmen werden in die Kabelnetze in der Regel zusätzliche, meist per Satellit herangeführte Fernsehprogramme und häufig noch mehr Hörfunkprogramme eingespeist. In vielen Ballungsräumen gibt es auch eigenständige kleinräumige Kabelprogramme.

Die gesetzlichen Verbreitungspflichten, auch als Must-Carry-Regeln bezeichnet, sind entsprechend den Rahmenvorgaben im Rundfunkstaatsvertrag (RStV) landesrechtlich, zumeist in den Landesmediengesetzen, geregelt. Zuständig für die Zuweisung der Kabelkanäle sind die Landesmedienanstalten. Der Kabelempfang belastet die angeschlossenen Kunden mit einmaligen (Anschluss-) und laufenden Gebühren, die vom Netzbetreiber zusätzlich zum allgemeinen Rundfunkbeitrag erhoben werden.

Derzeit werden die Kabelnetze in der Bundesrepublik – vor allem im so genannten Hyperband – auf Digitaltechnik umgestellt. Soweit schon Programme in digitaler Form verbreitet werden, wird für Fernsehen das DVB-C-Verfahren (Digital Video Broadcasting – Cable) eingesetzt, für Hörfunk teilweise auch das DAB-Verfahren (Digital Audio Broadcasting). Über 80 Prozent aller Kabelhaushalte empfangen bereits digital (2016).

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