Kulturgüter in konvergenter Medienwelt schützen

Connected TV. | Bildquelle: colourbox.de

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Pressemitteilung vom 18.9.2013

GVK-Stellungnahme zum EU-Grünbuch Konvergenz: Kulturgüter in konvergenter Medienwelt schützen und stärken

Medieninhalte sind auch in der konvergenten Medienwelt vorrangig als Gesellschafts- und Kulturgüter zu behandeln. Das betont die Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD (GVK) erneut in ihrer Stellungnahme im EU-Konsultationsverfahren zum "Grünbuch über die Vorbereitung auf die vollständige Konvergenz der audiovisuellen Welt: Wachstum, Schöpfung und Werte".

Eine rein wirtschaftliche Betrachtung der medialen Entwicklungen greift nach Ansicht der GVK zu kurz und stellt langfristig eine Bedrohung der Meinungs- und Medienvielfalt dar. Medienpluralismus und Pluralität in den Medien sind jedoch die Grundlage für einen funktionierenden demokratischen Willensbildungsprozess und zugleich Garant für kulturelle Vielfalt.

Die Doppelnatur von Medieninhalten als Kultur- und Wirtschaftsgut ist daher auch auf internationaler Ebene zu sichern und darf nicht unterlaufen werden durch Freihandelsabkommen, wie sie z. B. derzeit zwischen der EU und den USA ausgehandelt werden. Es kann nicht sein, dass über bilaterale Deals gesellschaftsprägende und schützenswerte Kulturgüter gefährdet werden.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss auch in Zukunft durch entsprechende Rahmenbedingungen in der Lage sein, seinen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen. Hierzu erachtet die GVK folgende Eckpunkte für den Schutz audiovisueller journalistisch gestalteter Inhalte unerlässlich:

  1. Auffindbarkeit gesellschaftlich relevanter Inhalte ggf. durch Einführung von must-be-found-Regelungen
  2. Diskriminierungsfreier Zugang für Inhalteanbieter zu Plattformen und Infrastrukturen
  3. Integrität der Inhalte und Schutz vor Eingriffen Dritter z.B. durch sog. Overlays.

Die technologischen Entwicklungen im Bereich der audiovisuellen Medien stellen Inhalteanbieter wie Gerätehersteller und Regulierungsstellen vor große Herausforderungen. Die wachsende technische Konvergenz und die Entwicklung von Geräten, "die alles können", bedeutet aber für die Regulierung nicht, dass man alle und alles über einen Kamm scheren kann. Adäquate funktionsgerechte Regulierung erfordert weiterhin medienspezifische Regulierung.

Hier finden Sie die vollständige Stellungnahme der GVK. Weitere Positionen und Pressemitteilungen der GVK zum Thema Medienregulierung und Konvergenz finden Sie hier...

Stand: Wed Sep 18 11:00:00 CEST 2013 Uhr

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