ARD kündigt Verträge mit Kabelnetzbetreibern

viele bunte Netzwerkkabel. | Bildquelle: Colourbox.de

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ARD Pressemeldung

ARD kündigt Verträge mit Kabelnetzbetreibern

MDR-Intendantin Wille: Rahmenbedingungen haben sich verändert

Die ARD-Anstalten haben die Einspeiseverträge mit den Kabelnetzbetreibern KDG, Unitymedia und KabelBW fristgerecht zum 31. Dezember 2012 gekündigt. Das teilte die Intendantin des für die ARD in dieser Frage federführenden MDR, Karola Wille, am Montag, den 25. Juni 2012 mit. Zur Begründung erläuterte Wille, die Zahlung so genannter Einspeiseentgelte an die Kabelnetzbetreiber sei historisch begründet gewesen und stamme aus der Zeit, als die ehemalige Bundespost die Kabelinfrastruktur mit Unterstützung der Programmveranstalter aufgebaut habe.

Wille: "Alimentierung aus Gebühren nicht mehr marktgerecht"

MDR-Intendantin Karola Wille. | Bildquelle: MDR/ Martin Jehnichen

Spätestens mit der Übernahme der Kabelnetze durch Finanzinvestoren und der Beendigung der analogen Rundfunkverbreitung in Deutschland hätten sich die Rahmenbedingungen entscheidend geändert. Wille: "Die Kabelnetzbetreiber erhalten von uns werthaltige Programme und können ihren Kabelanschluss erst dadurch sehr erfolgreich vermarkten. Eine Alimentierung aus den Gebührentöpfen der Rundfunkanstalten ist nicht mehr marktgerecht".

Andere Verbreitungswege ohne Einspeiseentgelt

Inzwischen haben immer mehr kleinere Kabelnetzbetreiber und auch Unternehmen der Wohnungswirtschaft eigene Empfangstechnik aufgebaut. Daneben hat die Internet-Technologie weitere Alternativen für den Rundfunkempfang hervorgebracht. Allen diesen neuen Anbietern ist gemein, dass sie die Programme verbreiten, ohne dafür ein Einspeiseentgelt zu verlangen. Diese neuen Geschäftsmodelle der Programmvermarktung unterscheiden sich grundsätzlich vom Signalvertrieb über Satellit oder Terrestrik. Für die dort lediglich technisch verbreiteten Programme werden vom Endkunden keine zusätzlichen Entgelte verlangt. Die Geschäftsmodelle sind nicht miteinander vergleichbar.

Gespräche mit betroffenen Kabelnetzbetreibern

Die ARD-Anstalten stellen ihre Programme allen Unternehmen, die diese weitersenden wollen und dafür von den Rechteinhabern eine Lizenz erworben haben, in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität inklusive aller Zusatzdienste (zum Beispiel EPG-Daten, Dolby-Ton, Audiodeskribtion, HbbTV) über Satellit zur Verfügung. Zusätzlich hat die ARD auf eigene Kosten einen zentralen Übergabepunkt für eine witterungsunabhängige leitungsgebundene Übernahme aller Programmsignale in Frankfurt/Main eingerichtet, der allen Unternehmen zugänglich ist. Wenn einzelne Unternehmen von ihren erworbenen Weitersenderechten außerhalb der gesetzlichen Bestimmungen keinen Gebrauch machen und einzelne Programme nicht verbreiten, ist dies ihre eigene unternehmerische Entscheidung.

Die ARD wird sich in Gesprächen mit den betroffenen Kabelnetzbetreibern im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Programm-Interessen ihrer Zuschauerinnen und Zuschauer einsetzen.

Rückfragen an:Brigitte BuschKommunikation und Marketing ARD DigitalTel.: (0331) 97 993 87 110E-Mail: brigitte.busch@ard-digital.de

Stand: Mon Jun 25 14:37:00 CEST 2012 Uhr

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