Hellwach: Die ARD-Berichterstattung über Ägypten

ARD-Logo. | Bildquelle: ARD

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Hellwach: Die ARD-Berichterstattung über Ägypten

ARD-Programm-Macher weisen Vorwürfe zurück, ihre Berichterstattung über den Konflikt in Ägypten sei nicht ausreichend. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte behauptet, die öffentlich-rechtlichen Anstalten hätten kein "Empfinden für die Hierarchie des eben gerade Geschehenden" entwickelt.

Dr. Kai Gniffke, 1. Chefredakteur ARD-aktuell. | Bildquelle: NDR/Holde-Schneider

ARD-aktuell Chefredakteur Kai Gniffke weist den in Presseberichten geäußerten Vorwurf zurück, die ARD habe, als sich die politische Lage in Ägypten zuspitzte, nicht ausreichend berichtet. "Vor allen Dingen die Unterstellungen heute in der FAZ sind an Absurdität nicht mehr zu überbieten. Wir haben in der ARD am Mittwoch dreieinhalb Stunden lang über Ägypten berichtet - im "Morgenmagazin," danach Beiträge plus Live-Schalten plus Hintergrundstücke in der "Tagesschau" um 12, 13, 14, 15, 16, 17, 20 Uhr, dann Brennpunkt, dann Hart aber fair spezial, dann Tagesthemen, dann Nachtmagazin. Gemessen daran, dass wir ein Vollprogramm und kein Nachrichtenkanal sind, fand ich die Berichterstattung in den letzten Tagen extrem umfangreich", sagte Gniffke gegenüber dpa. Und ergänzend im Deutschlandradio Kultur: "In keinem anderen Vollprogramm habe ich derart viele Nachrichten aus Ägypten gesehen. Zudem betreiben wir parallel den Nachrichtenkanal EinsExtra, der den ganzen Tag über Ägypten berichtet."

Gniffke hätte die Mubarak-Rede (wie von Kritikern gefordert) niemals live übertragen: "Wer weiß, wie lange eine solche Rede geht? Wann steigt man dann aus? Im Gegenteil: Unsere Aufgabe als Journalisten ist es, für die Zuschauer Ereignisse zu gewichten, das Wichtigste herauszufinden, Zusammenhänge darzustellen. Da haben ARD (und ZDF!) in dieser Woche exzellente Arbeit geleistet."

Thomas Baumann, ARD-Chefredakteur. | Bildquelle: ARD/Ralf Wilschewski

Auf die Kritik in der FAZ reagiert auch das ARD-Mittagsmagazin mit einer Stellungnahme. In der heißt es u.a.: Das Mima habe am 2. Februar, wie auch schon in den Tagen davor, umfassend, aktuell und hintergründig mit zahlreichen Stücken sowie Schaltgesprächen über die Ereignisse in Ägypten und den anderen Brennpunkten im Nahen Osten berichtet. Unter anderem mit einem Hintergrund-Beitrag über die Vorgänge in Ägypten und mit ausführlichen Ausschnitten aus der Rede Mubaraks. ARD-Korrespondent Jörg Armbruster habe zusätzlich in einem - aus technischen Gründen kurz vor der Sendung aufgezeichneten -  Schaltgespräch über die Lage in Ägypten und der arabischen Welt aktuell informiert. Politische Reaktionen aus den USA und aus Berlin hätten den umfassenden Überblick abgerundet.  

ARD-Chefredakteur Thomas Baumann betonte gegenüber dem Tagesspiegel, die ARD habe auf die Ereignisse sofort mit Brennpunkten an verschiedenen Tagen reagiert. Zudem sei "am Wochenende das Thema ausführlich im Europamagazin, im Bericht aus Berlin und im Weltspiegel, in einer verlängerten 20.00 Uhr-Tagesschau am Sonntag sowie im Presseclub aufgegriffen" worden.

Michael Hirz, Programm-Geschäftsführer PHOENIX. | Bildquelle: Phoenix/Florian Wizorek

Auch in den nächsten Tagen plane die ARD, ausführlich über Ägypten zu berichten. PHOENIX, der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF, wird zudem weiterhin ausführlich und mit aktuellen Live-Bildern, die unter anderem von den Sendern Al Arabiya und Al Jazeera sowie dem ägyptischen Fernsehen geliefert werden, über die dramatischen dramatischen Entwicklungen in der arabischen Welt berichten. Alleine in dieser Woche habe sich der Sender täglich über 10 Stunden mit den aktuellen Ereignissen in Ägypten beschäftigt, so Programm-Geschäftsführer Michael Hirz.

Auch  in allen  ARD-Hörfunkwellen wird seit Tagen intensiv über die Entwicklung in Ägypten berichtet.

Wolfgang Schmitz, Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission. | Bildquelle: ARD-Foto

 "Der Hörfunk hat auf die politische Krise in Ägypten schnell reagiert und berichtet seitdem umfassend auf allen Wellen in verschiedensten Formaten. Die Korrespondenten liefern Nachrichtenminuten und stets aktualisierte Berichte zu. Sie stehen außerdem fast rund um die Uhr für Live- und Hintergrund-Gespräche zur Verfügung", bilanziert Wolfgang Schmitz, Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission.

Viele Wellen hätten zu den dramatischen Entwicklungen in Ägypten Sonder- und Talksendungen angeboten. Wie in jüngster Zeit kaum ein anderes Thema würden die Ereignisse in Ägypten wie auch ihre internationalen Auswirkungen in der Hörfunkberichterstattung einen breiten Raum einnehmen.

Stand: Fri Feb 04 19:12:00 CET 2011 Uhr

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