Klarstellung: Wie die ARD ihren Gebührenbedarf errechnet

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Klarstellung: Wie die ARD ihren Gebührenbedarf errechnet

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier behauptet in seinem Blog, ARD und ZDF würden "ihren Gebührenbedarf kleinrechnen". Anhand eigener Berechnungen versucht er nachzuweisen, dass die Angaben beider öffentlich-rechtlicher Sender in einem Punkt falsch sind. Die ARD weist seinen Vorwurf zurück.

Stefan Niggemeier schreibt in seinem Blog: "Die ARD behauptet, der zusätzliche Finanzbedarf, den sie für die kommenden vier Jahre angemeldet habe, entspreche einer jährlichen Steigerung um 1,1 Prozent. Die ARD-Vorsitzende Monika Piel hat diese Zahl auch in diversen Interviews genannt. Das ZDF rechnet seinen zusätzlichen Bedarf öffentlich in eine jährliche Steigerung von 1,3 Prozent um. Beide Angaben sind falsch. In Wahrheit sind die Steigerungen deutlich höher."

Wörtlich hatte Piel in der FAZ vom 27.9.11 gesagt: "Der für die ARD angemeldete Bedarf würde – gemessen am derzeitigen Gebührenanteil der ARD - einer jährlichen Steigerung des monatlichen Beitrags um 1,1 Prozent entsprechen."

Bei der Berechnung der Steigerungsraten muss man in der Tat genau hinschauen. Stefan Niggemeier schreibt bei seinen Berechnungen einen Wert des Jahres 2012 (letztes Jahr der laufenden Gebührenperiode) bis 2016 fort. Hierbei ist zu beachten: Der Wert des Jahres 2012 ist bereits über vier Jahre konstant. Insofern ist die Ausgangsbasis seiner Berechnungen zu niedrig. Hierauf weisen auch die User "Daniel" und "Matthias" in ihren Niggemeier-Blog-Kommentaren (29. September 2011, 7:23 Uhr bzw. 8:22 Uhr) mit Beispielrechnungen zutreffend hin.

Ausgangspunkt für die Berechnung der ARD ist – wie auch beim ZDF – die monatliche Rundfunkgebühr. Der von der ARD angemeldete Finanzbedarf entspricht einer rechnerischen Erhöhung des Rundfunkbeitrags um rd. 55 Cent (inkl. 50 %-Anteil von ARTE). In Relation zum ARD-Anteil (12,51 €) an der jetzigen monatlichen Gebühr bedeutet dies eine einmalige Steigerung von 4,4 %. Bezogen auf einen 4-Jahres-Zeitraum errechnet sich hieraus eine Rate von durchschnittlich 1,1 % jährlich.

Stand: Fri Sep 30 17:01:00 CEST 2011 Uhr

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