Spiegel-Artikel zum ARD-Programm ist einseitig

Der Programmdirektor von Das Erste, Volker Herres. | Bildquelle: WDR / Herby Sachs

"Wider besseren Wissens behaupten die Autoren des "Spiegel" in ihrem Artikel "Aus der Schaum", das Programm von ARD und ZDF würde stetig an Bedeutung verlieren. Es würde kein spannendes Programm gemacht werden…

Woran bemisst sich diese Einschätzung? Ist für den "Spiegel" etwa Quotenverlust gleich Qualitätsverlust?

Herres: "Qualität, Kreativität und Innovationsfreude"

Keine Erwähnung fand, wie erfolgreich Das Erste in diesem Jahr etwa mit anspruchsvollen Literaturverfilmungen beim Publikum war: Mit "Die Heimkehr" (nach Hermann Hesse) oder mit "Der Turm" (nach Uwe Tellkamp). "Tatort" und der "FilmMittwoch im Ersten" zeigen wöchentlich die Qualität, Kreativität und Innovationsfreude der Fernsehfilmredaktionen der ARD und das Publikum schaut begeistert zu. Mit der Themenwoche "Leben mit dem Tod" hat die ARD Akzente gesetzt und eine breite Diskussion über das Sterben initiiert. Das Erste wird vor allem wegen seiner hohen Informationskompetenz geschätzt – das bestätigten uns immer wieder repräsentative Befragungen. Nach Meinung des Publikums haben wir u.a. die besten Nachrichten-Sendungen und die besten politischen Talkshows.

Im aktuellen "Spiegel" findet dies keine Beachtung – passt ja auch nicht ins Bild!"

- Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen -

 Schmitz: "Spiegel spart ARD-Radioprogramme aus"

"Bedauerlich, dass die Berichte – wie jetzt auch im Spiegel – die erfolgreichen Radioprogramme der ARD aussparen. Mehr als die Hälfte aller Deutschen ab 10 Jahren schaltet jeden Tag eine der ARD-Wellen ein. Und bekommt dort jede Menge Qualität geboten: AuslandskorrespondentInnen berichten regelmäßig aus allen Erdteilen – genau so, wie die MitarbeiterInnen in vielen regionalen Studios und Büros dafür sorgen, dass kein relevantes Ereignis in der Nachbarschaft unserer Hörer verloren geht. Ihre Reportagen, Features und Interviews laufen nicht nur in den Info-Wellen, sondern auch in den Programmen für junge und jüngere Hörerinnen und Hörer.

Überhaupt: Das junge Publikum fühlt sich beim ARD-Radio sichtlich wohl. Alleine 1LIVE, die junge Welle des WDR, erreicht jeden Tag über 3,5 Millionen und ist der erfolgreichste junge Sender auf dem europäischen Kontinent. Und das nicht nur mit der passenden Musik, sondern auch mit einem eigenen Nachrichtenangebot, mit Reportagen, Hintergrundberichten und Hörspielen.

Hörspiele, akustische Kunst, Neue Musik

Apropos Hörspiele: Mehrere hundert Produktionen – häufig auch jüngerer Autorinnen und Autoren – entstehen in jedem Jahr in den Landesrundfunkanstalten und beim Deutschlandfunk. Die Sendungen mit akustischer Kunst, Literatur und Neuer Musik sind wichtige Lebensgrundlage für den musikalisch-künstlerischen Nachwuchs, ebenso wie die zahlreichen Kompositionsaufträge. Die meisten Musikfestivals wären ohne die Beteiligung des ARD-Radios und von Deutschlandradio nicht überlebensfähig. Die Klangkörper der ARD bereichern die regionalen Kulturlandschaften und sind wichtige Kulturbotschafter der jeweiligen Bundesländer; sie leisten inzwischen nebenbei einen wertvollen Beitrag zur Musikvermittlung an Kinder und Jugendliche.

Das lässt sich die ARD etwas kosten, Beispiel WDR: Mehr als die Hälfte des Programmetats steht den beiden WDR3 und WDR5 zur Verfügung, die sich der Kultur beziehungsweise der Hintergrund-Information aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft verschrieben haben."

- Wolfgang Schmitz, Vorsitzender der ARD-Hörfunk-Kommission und WDR-Hörfunkdirektor -

Stand: Tue Dec 11 00:00:00 CET 2012 Uhr

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