Berlinale-Brunch der ARD: Filmintendantin Karola Wille betont Engagement für gesellschaftliche Vielfalt

Prof. Dr. Karola Wille, MDR-Intendantin (links), und Prof. Monika Grütters, MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien, beim Berlinale-Brunch 2017. | Bildquelle: MDR/X21de/Reiner Freese

ARD-Pressemeldung

Berlinale-Brunch der ARD: Filmintendantin Karola Wille betont Engagement für gesellschaftliche Vielfalt

Die ARD hat beim heutigen Berlinale-Brunch der ARD-Filmintendantin Karola Wille noch einmal ihre klare Haltung zur Frage sexualisierter Gewalt und Abhängigkeitsstrukturen in der Film- und Fernsehbranche bekräftigt und ihr Engagement für gesellschaftliche Vielfalt betont.

Wille: "Es gilt Null Toleranz"

"Wir werden allen Vorgängen vollständig auf den Grund gehen. Es gilt hier Null Toleranz", sagte Wille vor den rund 80 Teilnehmerinnen aus allen Bereichen der Film- und Kreativwirtschaft. In den einzelnen Häusern der ARD gebe es bereits heute viele Anlaufstellen, die Unterstützung und Hilfe geben. "Die ARD wird sich auch an einer übergeordneten Anlaufstelle in geeigneter Weise beteiligen. Es ist eine Frage, die die gesamte Kreativbranche und auch andere Branchen betrifft. Und deshalb sollte der Ansatz hier auch ein breiter sein", so Wille weiter.

Grütters: "Vielfalt als Chance und Gewinn"

Medien-Staatsministerin Monika Grütters betonte in ihrer Begrüßung die Notwendigkeit für mehr Diversität im Kultur- und Kreativbereich: "Man braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um zu prognostizieren, dass Fälle sexueller Gewalt und Belästigung dort seltener vorkommen, wo Frauen genauso viel Macht haben wie Männer", sagte Grütters: "Daher freue mich, dass man auch bei der ARD Vielfalt als Chance und Gewinn sieht und sich dazu konkrete Maßnahmen auf die Fahnen geschrieben hat." Grütters verwies auf die im Aufbau befindlich branchenübergreifende Anlaufstelle, zu der das BKM eine Anschubfinanzierung von 100.000 Euro zu Verfügung stellt. "Wichtig ist, dass wir jetzt sofort starten", so Grütters.

Studie über Diversität im deutschen TV-Angebot

Die Runde diskutierte auch die Ergebnisse der ersten repräsentativen Studie über Diversität im gesamten deutschen TV-Angebot. "Eine wesentliche Zugangsbarriere zu kreativen Schlüsselpositionen im Film- und Fernsehbereich sind stereotype Vorstellungen in den Köpfen der Entscheider - und zwar nicht nur der männlichen, sondern auch der weiblichen Entscheider", so Wille. "Es geht um unser Bewusstsein - Stereotype stecken eben auch in unseren Köpfen."

Wille weiter: "Wir müssen Gesellschaft in ihrer Vielfalt zusammenhalten. Dazu gehören viele Facetten - und deshalb sind Geschlechtergerechtigkeit und Diversität allgemein von zentraler Bedeutung und Schlüssel für unser Zusammenleben. Dazu braucht es einen branchenübergreifenden Ansatz. Wir haben in der ARD dazugelernt und bringen die Dinge zielgerechtet in Bewegung." Hier sei ein Bewusstseinswandel spürbar, der sich auch in Zahlen niederschlage. So bestätigt der vierte Diversitätsbericht des Bundesverbandes Regie der ARD eine Steigerung bei weiblichen Regiebesetzungen.

"Regisseurinnen-Speed Dating"

"Beim FilmMittwoch im Ersten stehen aktuell ein Viertel Regisseurinnen drei Viertel Regisseuren gegenüber. Beim Serienabend am Dienstag führen bereits 32,1 Prozent Frauen Regie gegenüber 67,9 Prozent Männern. Hier - und vor allem beim Sonntagskrimi - gibt es sicher noch Nachholbedarf", so Wille.

Um hier ganz konkrete Verbesserungen zu erreichen, fand im Anschluss an den Berlinale Brunch der ARD-Filmintendantin das erste "Regisseurinnen-Speed Dating" statt. Das neue Format von ARD-Fernsehfilmkoordination und Degeto gibt Regisseurinnen die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit vorzustellen. "Dies ist ein erster Baustein von vielen", sagte Wille.

Stand: Fri Feb 16 14:15:00 CET 2018 Uhr

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