Zur Berichterstattung über die Endauslosung zur WM 2014

Fußball-Fans mit Deutschland-Flaggen im Stadion. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Fragen und Antworten

Zur Berichterstattung über die Endauslosung zur FIFA-WM 2014

Am 6. Dezember 2013 blickt die Fußballwelt auf einen kleinen Ort an Brasiliens Atlantikküste: An diesem Freitag findet in Costa do Sauípe im Bundesstaat Bahia die Endrundenauslosung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014 statt. Neben Bundestrainer Joachim Löw werden weitere 31 Nationaltrainer gespannt auf die Nennung der Gegner für die WM im kommenden Sommer warten. Nicht minder gespannt werden Millionen Fußballbegeisterte weltweit dieses Ereignis verfolgen. Die ARD berichtet im Fernsehen, im Radio und im Internet in Sondersendungen und zahlreichen Beiträgen über den sogenannten "Final Draw". Federführend zuständig ist der Südwestrundfunk (SWR).

Weshalb ist diese Auslosung so wichtig?

Der sogenannte "Final Draw" ist quasi der Auftakt für die FIFA Fußball Weltmeisterschaft 2014. Hier wird ausgelost, welche Nation gegen wen in welcher Gruppe und an welchen Orten spielen wird. Millionen Fußballfans weltweit sind gespannt auf diese Endauslosung, darauf ob "ihre" Mannschaft leichte Gegner oder schwere Brocken zugelost bekommt. Das heißt: Dieses Ereignis hat immens großen Gesprächswert.

Wie viele ARD-Mitarbeiter sind für die Berichterstattung zur Endauslosung für die Fußball WM in Brasilien?

Für das ARD-Fernsehen werden 32 Mitarbeiter in Brasilien eingesetzt. Dazu gehören neben dem Moderator, Matthias Opdenhövel, Experten wie Mehmet Scholl, Reporter, Interviewer, Regisseur, Redaktion und das Produktions- und Technikteam. Für den Hörfunk sind zwei Live Reporter, drei Story- und Newsmacher, ein Südamerikakorrespondent, zwei Redakteure und drei Techniker vor Ort. Der SWR hat sich aus Kostengründen entschieden, die gesamte Technik und das Technikpersonal aus Deutschland einzufliegen. Das Angebot des deutschen Technikanbieters war um rund 35 Prozent deutlich günstiger als das der brasilianischen Mitbewerber. Auch daraus erklärt sich die Zahl von 32 Fernsehmitarbeitern.

Weshalb wird ein so großes Team benötigt?

Fernsehübertragungen sind relativ personalintensiv, das lässt sich nicht mit der Berichterstattung in Printmedien vergleichen. Bei Außenübertragungen – egal, ob bei der Berichterstattung bei Wahlen, bei Unterhaltungs- oder eben Sportsendungen werden nicht nur Berichterstatter, sondern auch zusätzliche Reporter, Moderatoren, Kameraleute, Ton- und Lichttechniker, Übertragungsspezialisten, Regisseure, Aufnahmeleiter u.a. benötigt. Das Team in Brasilien ist für die Anforderungen, die es erfüllen muss, sogar sehr knapp bemessen – v.a. unter den nicht alltäglichen Bedingungen vor Ort.

Das ZDF benötigt weniger Mitarbeiter. Weshalb?

Es gibt bei solchen Ereignissen immer eine Absprache zwischen ARD und ZDF darüber, wer zuständig ist. In diesem Fall ist es die ARD. Die großen Sendungen, v.a. die Liveübertragung von der Auslosung, laufen also ausschließlich im Ersten. Da diese Woche eine sogenannte ARD-Woche ist, muss das ARD-Team auch das Morgenmagazin und das Mittagsmagazin bedienen. Und: Das ZDF muss keine Hörfunkprogramme beliefern.

Wie sehen die Bedingungen vor Ort in Brasilien aus?

Die Auslosung findet nicht in einer Metropole mit den eigentlich benötigten technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen statt. Ort des Geschehens ist der Badeort Costa do Sauípe im Nordosten Brasiliens, knapp 1600 Kilometer von Rio de Janeiro und 90 Minuten von der Provinzhauptstadt Salvador de Bahia entfernt. Hier muss in einer temporär errichteten Zeltkonstruktion ohne jegliche Fernseh- oder Hörfunk-Infrastruktur gearbeitet werden. Das bedeutet, dass der SWR für die ARD die notwendige Infrastruktur selbst organisieren und aufbauen muss. Das kann nur mit einer intensiven Vorbereitung durch die Aufnahmeleitung von Deutschland aus gelingen. Der SWR hat sich aus Kostengründen entschieden, die gesamte Technik und das Technikpersonal aus Deutschland einzufliegen. Das Angebot eines deutschen Technikanbieters war um rund 35 Prozent deutlich günstiger als das der brasilianischen Mitbewerber.

Was produzieren die Mitarbeiter vor Ort?

Die Fernsehkollegen müssen in erster Linie die über zwei Stunden dauernde Live-Sendung am Freitag stemmen. Dazu kommen Berichte für die kurze Sportschau direkt vor der Tagesschau, Berichte in den Tagesthemen und schließlich – da die ARD und nicht das ZDF in dieser Woche zuständig ist – Berichte im Morgenmagazin und Mittagsmagazin. Das heißt: Interviewpartner organisieren, Gesprächspartner finden, Teams koordinieren, um die unterschiedlichsten Anforderungen zu erfüllen. Es geht dabei nicht nur um den Fußball, sondern auch um das gesellschaftliche und politische Umfeld, in der die Auslosung und die Spiele stattfinden.

Was wird für den Hörfunk gemacht?

Das ARD-Hörfunkteam wird nach Aufbau, Vorrecherchen und Vorbesprechungen an vier Tagen jeweils bis zu 19 Stunden lang durchgehend Livegespräche für Magazinsendungen, Reportagen, Beiträge, Nachrichtenstücke und Interviews absetzen. Dabei müssen die unterschiedlichsten Wünsche der Programme zur Vorberichterstattung, zum Ergebnis der Auslosung, aber auch zu Analysen und zur Nachberichterstattung berücksichtigt werden. Durch dieses Gemeinschaftsangebot wird die gesamte ARD beliefert, es wird Programm für hunderte Programmplätze für die Hörfunkwellen von ARD und Deutschlandradio produziert. Die Beiträge des ARD-Pools werden in zahlreichen Sendern parallel gespielt.

Wie muss man sich die Arbeit des ARD-Teams vorstellen?

Die Berichterstattung aus einem Ort in der brasilianischen Provinz bedeutet für die Kollegen: 20 Stunden Flug, direkte Weiterreise nach Costa do Sauípe, Aufbau der Technik, anderntags Proben, dann u.a. über zwei Stunden Live-Sendung im Ersten und weitere Berichte, Abbau, Vorbesichtigung wichtiger Übertragungsorte der WM im Sommer 2014, Rückflug nach Deutschland. Insgesamt ist die Berichterstattung über die Endrundenauslosung eine logistische Herausforderung. Wegen der Zeitverschiebung von minus vier Stunden beträgt die Zeitspanne, in der Hörfunk-Beiträge und Interviews aus Deutschland angefordert werden, 19 Stunden (00.30 Uhr bis 19.30 Uhr Ortszeit in Brasilien). Deshalb werden Teams gebildet, die in Schichten arbeiten.

Stand: Thu Dec 05 16:30:00 CET 2013 Uhr

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