Transparenz: Tatort im Ersten

Die Schauspieler des Ludwigshafener Tatorts (Andreas Hoppe als Mario Kopper und Ulrike Folkerts als Lena Odenthal) vor einem Tatort-Logo. | Bildquelle: SWR

Tatort im Ersten

Der 1970 gestartete Tatort ist die am längsten laufende und die beliebteste Krimireihe im deutschen Sprachraum.

Die Tatort-Folgen werden entweder im eigenen Produktionsbetrieb der Rundfunkanstalten oder als Auftragsproduktion durch Filmproduktionsgesellschaften erstellt. Die Kosten der Tatorte unterscheiden sich je nach Produktionsart und Aufwand.

Die Übersicht zeigt die durchschnittlichen Kosten eines Tatorts, der als Auftragsproduktion erstellt wurde.

14 Cent aus dem Rundfunkbeitrag

Für einen Tatort wird im Schnitt etwa 22 Tage gedreht. Jedes Jahr werden zwischen 34 und 39 neue Tatorte produziert. Sie kosten im Schnitt zwischen 1,3 bis 1,5 Millionen Euro. Von den 17,50 Euro Rundfunkbeitrag, die jeder Haushalt zahlt, werden etwa 14 Cent pro Monat für den Tatort und den Polizeiruf 110 verwendet. Damit auch Sehbehinderte und Hörgeschädigte den Krimi erleben können, werden die Filme barrierefrei angeboten. Das bedeutet, es gibt eine Untertitelung und eine spezielle Hörversion (Audiodeskription).

Weitere Informationen zu Sendungen und Serien im Hauptabendprogramms des Ersten finden Sie hier...

 

Erklärungen zur Tatort-Grafik:

Gagen und Honorare Stab

An einem Tatort sind mehrere hundert Menschen beteiligt. Spezialisten aus circa 30 unterschiedlichen Berufsgruppen arbeiten hinter der Kamera.

Beteiligte Gewerke hinter der Kamera:

Produktionsleiter,  1. Aufnahmeleiter, 2. Aufnahmeleiter, Motivaufnahmeleiter, Aufnahmeleiterhilfen, Produktionssekretärin, Filmgeschäftsführung, Fachberatung Polizei, Regisseur, Regie-Assistenz, Continuity, Kameramann, Kameraassistent, Materialassistent / Data-Wrangler, Video-Operator, Tonmeister, Tonassistent, Schnittmeister, Kostümbildner, Kostümbildner-Assistent, Garderobieren, Garderobenhilfe, Szenenbildner, Szenenbildner-Assistenz, Außenrequisiteur, Innenrequisiteur, Requisiten-Hilfe, Produktionsfahrer, Herren-Maskenbildner, Damen-Maskenbildnerin, Standfotograf, Produktionsfahrer, Oberbeleuchter, Beleuchter, Drehbühnenmeister, Drehbühnenmann, Baubühnenmeister, Baubühnenmänner.

Gagen und Honorare Darsteller

Neben den Hauptdarstellerinnen und Hauptdarstellern sind etwa 20 Nebendarsteller und rund 200 Komparsen beteiligt.

Außenaufnahmen

Unter anderem Mieten und Genehmigungen, Bildtechnik, Tontechnik, Beleuchtung.

 

Making-of: So wird ein Tatort produziert!. | Bildquelle: NDR Video

Making-of: So wird ein Tatort produziert!

Allgemeine Kosten

Unter anderem Büromaterial, Telefonkosten, Beförderungs- und Transportkosten, Frachten, Schreibarbeiten, Reisekosten, Berufsgenossenschaft. Die allgemeinen Kosten schwanken stark und sind abhängig vom Drehort. Wird nicht in einer Großstadt mit einer entsprechenden Infrastruktur gedreht, müssen oft Spezialisten anreisen und vor Ort übernachten.

Produzentenzuschlag

Unter Produzentenzuschlag werden Gewinn und Handlungskosten des Produzenten zusammengefasst.

Gewinn wird bei Filmproduktionen immer einkalkuliert und neben der Erhöhung des Eigenkapitals der Produktionsgesellschaft dazu genutzt, neue Formate zu entwickeln. Der Gewinn dient auch als Risikozuschlag, falls die zu einem Festpreis verhandelte Produktion durch unvorhersehbare Ereignisse teurer wird als ursprünglich geplant.

Handlungskosten sind nicht-projektbezogene Kosten zum ständigen Unterhalt des beauftragten Produktionsunternehmens wie Personalkosten für Producer, Herstellungsleitung, Sekretariat, Buchhaltung, Steuerberatungskosten, Raumkosten, Miete, Transport-, Kfz-Kosten sowie Zinsen, Abschreibungen, allgemeine Verwaltungskosten, Steuern, Unternehmerlohn, allgemeine Finanzierungskosten und der Mietwert für die Nutzung eigener Gebäude.

Umsatzsteuer

Es müssen sieben Prozent Umsatzsteuer auf die Netto-Herstellungskosten gezahlt werden. So ergeben sich insgesamt sechs Prozent Umsatzsteuer auf die gesamten Tatortkosten. Netto-Herstellungskosten sind Gesamtkosten ohne Steuern.

Ausstattung

Unter anderem Kostüme und Haarteile, Möbel, Requisiten, Stoffe, Schminkmaterial, Pyrotechnik, Fahrzeuge im Bild.

Bild-/Tonmaterial mit Bearbeitung

Materialkosten zum Beispiel für Drehkassetten, Kosten für Schneideraum, Tonmischung und Farbkorrektur.

Rechte

Nutzungsrechte für Drehbuch, Auftragskomposition und eventuell Archivrechte.

Stand: 01.04.2015, 00.00 Uhr

Darstellung: