Transparenz: Entwicklung des Rundfunkbeitrags

eine Hand nimmt eine Euro-Münze aus einer Geldbörse. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Entwicklung der Höhe des Rundfunkbeitrags und der Erträge aus dem Rundfunkbeitrag

Der monatliche Rundfunkbeitrag ist 2015 von 17,98 Euro auf 17,50 Euro gesunken. Seit dem 1. April 2015 beträgt die Höhe des Rundfunkbeitrags pro Wohnung monatlich 17,50 Euro. Der Rundfunkbeitrag wurde zuvor erstmals in der Geschichte der Rundfunkfinanzierung um 48 Cent pro Wohnung gesenkt. Möglich wurde dies durch die Umstellung von der gerätebezogenen Rundfunkgebühr auf den Rundfunkbeitrag im Jahr 2013, durch den 2013 und 2014 Mehrerträge erzielt wurden. Von 2009 bis März 2015 war die Höhe des Rundfunkbeitrags (ehemals: "Rundfunkgebühr") über einen Zeitraum von über sechs Jahren mit 17,98 Euro konstant.

Wer bestimmt über die Höhe des Rundfunkbeitrags?

Über die Höhe des Rundfunkbeitrags entscheiden die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht selbst.  Vielmehr melden sie ihren Bedarf für eine Periode von vier Jahren bei einem unabhängigen Sachverständigen-Gremium, der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), an. Die KEF überprüft die Anmeldung der Sender anhand von Maßstäben der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Alle zwei Jahre erstattet sie den zuständigen Bundesländern Bericht zur Finanzlage der Rundfunkanstalten und nimmt Stellung zur Frage, ob die Höhe des Rundfunkbeitrags angepasst werden muss. Auf dieser Grundlage treffen die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder in der Folge ihre Entscheidung zur Beitragshöhe.

Wie haben sich die Erträge aus dem Rundfunkbeitrag entwickelt?

Die Daten dieser Grafik finden Sie auch hier als PDF-Dokument...

 

Die Erträge aus dem Rundfunkbeitrag für die ARD lagen 2014 bei 5.871,5 Millionen Euro, im Jahr 2015 bei 5.681,5 Millionen Euro. Die Mehrerträge aus der Umstellung der Rundfunkgebühr zum Rundfunkbeitrag stehen den Rundfunkanstalten derzeit nicht zur Verfügung. Ausgeben dürfen die Rundfunkanstalten nur das, was die KEF im 19. KEF-Bericht als Finanzbedarf für die Beitragsperiode 2013-2016 anerkannt hat. Die Mehrerträge aus dem Rundfunkbeitrag in Höhe von 925,8 Millionen Euro für die Jahre 2013 bis 2015 wurden daher in eine Beitragsrücklage eingestellt.

Somit ergeben sich für die ARD im Jahr 2014 verwendbare Erträge aus dem Rundfunkbeitrag in Höhe von 5.381,9 Millionen Euro und für das Jahr 2015 von 5.356,3 Millionen Euro.

Nach einem Rückgang der Erträge der ARD in den Jahren 2009 bis 2012 wird seit 2014 erstmals wieder das Niveau von 2009 erreicht. Ein erklärtes politisches Ziel der Reform der Rundfunkfinanzierung, den Rückgang der Erträge zu stoppen, konnte somit allein durch die Systemumstellung erreicht werden.

Was wird aus dem Rundfunkbeitrag finanziert?

Mit den Erträgen aus dem Rundfunkbeitrag werden die neun Landesrundfunkanstalten der ARD, das ZDF, Deutschlandradio, die Kooperationsprogramme 3sat, arte, PHOENIX und KIKA sowie die Landesmedienanstalten finanziert. Vom Gesamtbeitrag in Höhe von 17,50 Euro erhält die ARD einen Anteil von 12,37 Euro. Einen Überblick, welche Sender Mitglieder der ARD sind und welche Programm- und Angebotsvielfalt die ARD durch den Beitrag produzieren kann, finden Sie hier. Das ZDF und das Deutschlandradio sowie die Landesmedienanstalten bekommen zusammen 5,13 Euro.

Erträge im Vergleich zu Verbraucherpreisen

Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Erträge aus dem Rundfunkbeitrag, die der ARD in den Jahren 2009 bis 2015 zur Verfügung standen, im Vergleich zum Verbraucherpreis-Index und ausgewählten Verbraucherpreisen entwickelt haben.

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Von 2009 bis 2012 entwickelten sich die anteilig der ARD zur Verfügung stehenden und verwendbaren Erträge aus dem Rundfunkbeitrag stetig rückläufig. In dieser Zeit stiegen andere Kosten jedoch weiter an, wie unter anderem der Blick auf die Entwicklung des Verbraucherpreis-Index und anderer Kosten zeigt.

Aufgrund der umstellungsbedingten Mehrerträge lag der Rundfunkbeitrag im Jahr 2014 insgesamt erstmals wieder über dem Verbraucherpreis-Index. Im Jahr 2015 haben die zurückgehenden Erträge aus dem Rundfunkbeitrag jedoch wieder dazu geführt, dass das Niveau unter dem Verbraucherpreis-Index liegt.

Stand: Mon Sep 05 00:00:00 CEST 2016 Uhr

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