Transparenz: Sport in der ARD

Fußballspieler in Aktion. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Sport in der ARD

Sport ist vielfältig, emotional, verbindet und bietet Identifikation sowie Vorbilder. Für Sport interessieren sich Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, deswegen senden wir Sport.

Die "Sportschau" im Ersten ist die bekannteste und erfolgreichste Sportsendung Deutschlands. Auch international genießen das Sendekonzept und der technische Standard höchstes Ansehen. Nur so ist es zu erklären, dass die Sportschau mittlerweile ein echter Klassiker der Fernsehberichterstattung ist, dem vor allem während der Fußball-Bundesliga-Saison Samstag für Samstag regelmäßig mehr als fünf Millionen Zuschauer/innen aller Altersgruppen entgegenfiebern.

Viele Inhalte der "Sportschau" sind auch im Internet zu finden und für die mobile und zeitversetzte Nutzung optimiert: So bieten das Online-Angebot "sportschau.de" und die Sportschau-App aktuelle Sportnachrichten sowie Audios und Videos aus der ARD-Sportberichterstattung. Von den wichtigsten Sportereignissen gibt es Ticker und umfangreiche Live-Stream-Angebote. Auch regionale Fernsehprogramme und viele Radiowellen der ARD berichten regelmäßig über regionale Sportereignisse.

Über welchen Sport berichten wir? Wie viele Menschen nutzen die Sportberichterstattung? Wie viel zahlt die ARD für die Sportrechte? Die wichtigsten Fakten zum Thema Sport lesen Sie hier:

Sport gehört dazu

Sportberichterstattung gehört zum Informationsauftrag der ARD und ist als Programmbestandteil gesetzlich festgeschrieben. Wir haben uns aber verpflichtet, die Sportberichterstattung auf nicht mehr als zehn Prozent in den Hauptprogrammen zu beschränken und keinen gesonderten Sportkanal zu betreiben.

Berichtet die ARD überwiegend über Fußball?

Das Erste berichtet im Jahr über rund 50 verschiedene Sportarten, gemeinsam mit den Dritten Programmen sind es sogar weit über 100. Mit dieser Vielfalt ist die ARD als Vollprogramm weltweit einzigartig. Und nur die ARD selbst entscheidet, über welche Sportarten in ihren Programmen berichtet wird.

Aufteilung Livesportangebote im Ersten

  • Jahr Fußball Wintersport sonstige Sportarten. gesamt*
  • 2007 45 125 140 310 h
  • 2008 72 127 203 401 h
  • 2009 54 150 92 296 h
  • 2010 80 181 112 372 h
  • 2011 66 158 119 343 h
  • 2012 97 158 188 444 h
  • 2013 61 155 88 303 h
  • 2014 82 208 82 372 h
  • 2015 86 182 107 375 h
  • 2016 93 166 219 478 h

*Rundungsdifferenzen möglich / Angaben in Stunden

Bei der Aufteilung des Live-Sport Angebots im Ersten von 2007 bis 2016 zeigt sich, dass sich die Zusammensetzung bezüglich des Fußballanteils in den vergangenen Jahren nicht wesentlich geändert hat. Die Schwankungen beim Wintersport und den sonstigen Sportarten entstehen durch den Wechsel zwischen den Jahren mit Sportgroßveranstaltungen (z.B. Olympische Sommerspiele, Olympische Winterspiele) und den Jahren ohne solche Veranstaltungen. Dabei ist zu beachten, dass die Wintersport-Berichterstattung rund fünfzehn verschiedenen Sportarten umfasst, darunter Skispringen, Biathlon, Ski Alpin, Nordische Kombination, Langlauf, Bob, Rodeln, Skeleton, Eisschnelllauf und viele mehr. Immer häufiger sind auch Weltcups und Weltmeisterschaften der Sportler mit Behinderungen Bestandteil des umfangreichen Wintersportprogramms des Ersten. Im Sommer setzt sich die Berichterstattung ebenfalls aus diversen Sportarten und Ereignissen zusammen wie Leichtathletik, Schwimmen, Rudern, Kanu, DTM, Tour de France, Reiten etc.

Was zahlt die ARD für Sportrechte?

Die ARD verfügt zwischen 2013 und 2016 über einen Sportrechte-Gesamtetat von durchschnittlich rund 250 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer pro Jahr. Darin enthalten sind sämtliche Sportrechte für alle von der ARD veranstalteten Programme (Das Erste, alle Dritten Programme, Digitalkanäle usw.) und Sendeformate. Das heißt, diese Sportrechte werden nicht nur für großflächige Live-Übertragungen und regelmäßige Magazinsendungen des Sports, sondern auch für sämtliche Nachrichtensendungen und alle sonstigen Sendeformate in den ARD-Programmen genutzt. Die Rechte beinhalten die Verbreitung auf allen Plattformen und allen Verbreitungswegen im Internet.

Bestandteile dieser Rechte sind sowohl Großereignisse, wie beispielsweise die Olympischen Sommer- und Winterspiele sowie Fußball-Welt- und -Europameisterschaften und die Rechte für die Fußball-Bundesliga. Dazu kommen weitere Sportarten im Sommer und im Winter, zum Beispiel Leichtathletik, Schwimmen sowie Ski alpin, Biathlon oder auch Tischtennis.

Der Erwerb von Sportrechten innerhalb der ARD unterliegt verschiedenen rundfunkrechtlichen Vorgaben und Kontrollen. So wird der von den Verantworlichen für Sport ermittelte Finanzbedarf durch die Finanzkommission (FiKo) und die Intendantinnen und Intendanten der ARD geprüft und genehmigt. Die Bewirtschaftung und Abrechnung des ARD-Sportrechte-Etats ist festen Richtlinien unterworfen.

Die Einhaltung des Grundsatzes von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit wird im ersten Schritt bei der Anmeldung des Finanzbedarfs der ARD durch die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) überwacht und im zweiten Schritt durch eine umfassende Kontrolle der Landesrundfunkanstalten sowie der SportA durch die Rechnungshöfe gewährleistet. Bei den programmlich wie wirtschaftlich wichtigsten finanzrelevanten Sportrechten (derzeit: Ski alpin und nordisch, Biathlon, Fußball-WM, Fußball-EM, Fußball-Bundesliga, Fußball-DFB-Pokal und -Länderspiele) kommt der Erwerb dieser Sportrechte durch die ARD bzw. durch die SportA nur auf Basis der Zustimmung durch die jeweils zuständigen Gremien der Landesrundfunkanstalten der ARD zustande.

Wie viel zahlt ein einzelner Haushalt für Sport im Ersten?

Für große Sportevents, wie die Olympischen Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften und -Europameisterschaften, interessieren sich viele Zuschauer/innen. Das wissen auch die Verbände und Organisationen, entsprechend hoch ist der Preis für die Rechte und Lizenzen.

Für den einzelnen Haushalt ist der Preis jedoch überschaubar. Umgerechnet zahlt jeder Haushalt für die gesamte Sportberichterstattung im Ersten 70 Cent von 17,50 Euro im Monat.

Wie beliebt ist Sport?

2016 betrug der Anteil der Sportberichterstattung am Gesamtprogramm des Ersten neun Prozent. Das Zuschauerinteresse für Sport bzw. dessen Nutzung war jedoch mehr als doppelt so hoch: 20 Prozent der Zeit, die ein/e Zuschauer/in Das Erste geschaut hat, entfiel auf den Sport.

Fußball hat dabei die größte Bedeutung, denn Fußball ist in Deutschland die mit Abstand beliebteste Sportart. Bei den Einschaltquoten ist erkennbar, dass sich überdurchschnittlich viele jüngere Menschen für Fußball interessieren. So liegt beispielsweise der Marktanteil der 14- bis 29-Jährigen bei den Berichterstattungen und Übertragungen von der Fußball-Bundesliga bei über 17 Prozent. Jeden Samstag verfolgen durchschnittlich 160.000 Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren die Fußball-Bundesliga im Ersten.

Fußball 2016* – Zuschauerzahlen

  • Anteil Zuschauer 14 bis 49 Jahre gesamt
  • Livespiele 4,24 11,45 Mio.
  • Bundesliga 1,13 5,25 Mio.

*In den Fußball-Livespielen sind auch die Spiele der UEFA EURO 2016 enthalten.
Alle Angaben in Millionen

Fußball 2016* – Marktanteile

  • Anteil Zuschauer 14 bis 49 Jahre gesamt
  • Livespiele 42,0 40,7 %
  • Bundesliga 16,9 23,7 %

*in den Fußball-Livespielen sind auch die Spiele der UEFA EURO 2016 enthalten.
Alle Angaben in Prozent

Das Viertelfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Italien bei der UEFA EURO 2016 verfolgten live im Ersten durchschnittlich 28,32 Millionen Zuschauer/innen mit einem Marktanteil von 79,8 Prozent. Innerhalb der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen betrug der Marktanteil sogar knapp 84 Prozent.

Wenn auch – im Vergleich mit Fußball – auf erkennbar niedrigerem Niveau, gehörten auch Olympische Spiele in der Vergangenheit zu den Ereignissen mit hohem Zuschauerzuspruch. Die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro wurden durchschnittlich von 2,90 Millionen Zuschauern/innen eingeschaltet, der Marktanteil lag bei 22,9 Prozent. Besonders erfolgreich war im Ersten die Übertragung des Beachvolleyball-Halbfinales mit den späteren Olympia-Siegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, das 8,55 Millionen Zuschauer/innen (Markanteil: 28,7 Prozent) verfolgten.

Die Übertragungen der verschiedenen Sommer- und Wintersportarten interessieren sehr unterschiedlich viele Fernsehzuschauer/innen. Bei den Sommer- sowie Ballsportarten ist zu berücksichtigen, dass im vergangenen Jahr die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro stattgefunden haben, so dass die Reichweiten teilweise im Vergleich zu den üblichen Übertragungen im Rahmen des Sommersports in nicht-olympischen Jahren sehr hoch ausfielen:

Ballsportarten 2016 – Marktanteile

  • Handball 23,1 %
  • Beachvolleyball 21,4 %
  • Rugby 21,2 %
  • Hockey 20,3 %
  • Basketball 19,8 %
  • Volleyball 18,8 %
  • Tischtennis 18,7 %

Sommersportarten 2016 – Marktanteile

  • Kanu 23,7 %
  • Kampfsport 23,1 %
  • Turnen/Gymnastik 21,6 %
  • Segeln 21,4 %
  • Schwimmen/Springen 20,4 %
  • Badminton 18,5 %
  • Golf 18,1 %
  • Rudern 17,5 %
  • Tennis 16,7 %
  • Reiten 16,0 %
  • Leichtathletik 15,5 %
  • Radsport 11,9 %
  • Triathlon 11,5 %
  • DTM 8,1 %
  • Paralympics 6,4 %

Wintersportarten 2016 – Marktanteile

  • Biathlon 21,8 %
  • Skispringen 17,3 %
  • Snowboard 15,5 %
  • Rodeln 15,3 %
  • Nord. Kombination 14,9 %
  • Ski Alpin 14,7 %
  • Bob 14,3 %
  • Freestyle 13,0 %
  • Eisschnelllauf 12,4 %
  • Langlauf 12,2 %
  • Skeleton 11,4 %

 

Hier finden Sie die vorherige Tabelle.

Stand: Mon Mar 27 00:00:00 CEST 2017 Uhr

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