Hessischer Rundfunk (HR)

Hessischer Rundfunk (HR)

Logo HR. | Bildquelle: HR

seit 1948 Landesrundfunkanstalt Hessens, 1950 Gründungsmitglied der ARD, heute sechstgrößte ARD-Anstalt. Gut 21.000 qkm großes Sendegebiet mit knapp 6,2 Millionen Einwohnern. Sitz: Frankfurt am Main.

In der ARD hat der HR u.a. die Federführung für den Deutschen Musikrat und den Kurt-Magnus-Preis. In Frankfurt am Main angesiedelt sind der ARD-Sternpunkt, die Degeto Film GmbH mit ihrer Hauptniederlassung, das Deutsche Rundfunkarchiv mit einem seiner beiden Standorte, die Pensionskasse Rundfunk, die Redaktion der »Media Perspektiven« und die ARD-Werbung SALES & SERVICES GmbH.

Vorläufer

1923/24 bis 1933 die zunächst private, dann halbstaatliche Südwestdeutscher Rundfunk (anfangs: Rundfunkdienst) AG, die 1933 als GmbH voll verstaatlicht wurde; 1934 bis 1945 der Reichssender Frankfurt am Main; 1945 bis 1948 der amerikanische Besatzungssender Radio Frankfurt.

Programme

sechs eigene Hörfunkprogramme (hr1, hr2-kultur, hr3, hr4, YOU FM und hr-iNFO), ein eigenes Drittes TV-Programm (hr-fernsehen) mit eigenem Videotext (hr-text), ein 7,45-Prozent-Anteil am Ersten Deutschen Fernsehen/Das Erste, Beteiligungen an den Satellitenprogrammen 3sat, ARTE und KiKA und PHOENIX sowie an ARD Digital, Beteiligung am Deutschlandradio, eigene Online-Angebote unter hessenschau.de.

Organisation

Wichtigstes Aufsichtsorgan ist der Rundfunkrat, der die Interessen der Allgemeinheit vertritt. Er hatte bis Ende 2000 16 Mitglieder und dazu ggf. bis zu drei kooptierte weibliche Mitglieder. Fünf der Mitglieder waren vom Landtag bestimmt, eines von der Landesregierung, die übrigen von einem festgelegten Kreis entsendungsberechtigter Organisationen. Mit der Änderung des HR-Gesetzes hat sich Anfang 2001 der Kreis der berücksichtigten Organisationen verändert und vergrößert.  Nach der letzten Novellierung des HR-Gesetzes vom Oktober 2016 wurde der Rundfunkrat ab 2017 auf 32 Mitglieder erweitert. Das zweite Gremium, der vorwiegend mit ökonomischen Kontrollbefugnissen ausgestattete Verwaltungsrat, besteht aus neun Mitgliedern, darunter zwei von den Beschäftigten des HR gewählte.

Die Anstalt leitet ein vom Rundfunkrat auf mindestens fünf, höchstens neun Jahre gewählter Intendant. Darunter gliedert sich der HR in Direktionen für Hörfunk und Fernsehen, eine Juristische und eine Betriebsdirektion. Im Geschäftsjahr 2015 waren beim HR 1.668 Mitarbeiter auf Planstellen beschäftigt.

Finanzen

2015 erzielte der HR Erträge in Höhe von gut 522 Mio Euro, davon etwa 430 Mio Euro aus Rundfunkbeiträgen. Weitere wichtige Einnahmequellen: Rundfunkwerbung und Erträge aus Koproduktionen, Kofinanzierungen, Programmverwertungen etc. Werbung gibt es beim HR in sechs Radioprogrammen und werktags vor 20.00 Uhr im Ersten Fernsehprogramm. Mit deren Abwicklung ist eine Tochtergesellschaft betraut (hr werbung gmbh).

Rechtsgrundlagen

vor allem das zum 1. 1. 2001 erstmals stärker veränderte Rundfunkgesetz vom 2. 10. 1948, zuletzt geändert durch Gesetz vom  13. 10. 2016.  Auftrag des HR ist danach »durch Rundfunkprogramme (Hörfunk- und Fernsehprogramme) und Telemedienangebote als Medium und Faktor freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen.«

Infrastruktur

Funkhaus und Studio in Frankfurt am Main, weitere Studios in Darmstadt, Fulda, Gießen, Kassel und Wiesbaden sowie im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin, Korrespondenten in Bensheim, Erbach, Hanau, Korbach, Limburg, Marburg, Eltville und Witzenhausen. Am gemeinsamen Auslandskorrespondentennetz der ARD ist der HR hauptsächlich mit Korrespondenten in Madrid, Rabat, Neu Delhi und Los Angeles beteiligt. Die Rundfunkanstalt verfügt über zwei eigene Klangkörper: das hr-Sinfonieorchester und die hr-Bigband.

Für die Verbreitung seiner Programme nutzt der HR sowohl terrestrische Sendernetze als auch Satelliten und Kabelnetze sowie partiell das Internet. Die Hörfunksender und ein Teil der DVB-T-Sender für das Fernsehen gehören ihm selbst, werden von ihm unterhalten und ausgebaut. Für die übrige terrestrische Programmverbreitung und zur (ergänzenden) Verbreitung via Satellit und Kabel greift der HR auf Kapazitäten der Telekom bzw. anderer Satellitenunternehmen und Netzbetreiber zurück.

Manfred Krupp, seit 1.3.2016 Intendant des HR. | Bildquelle: HR

Manfred Krupp, seit 1.3.2016 Intendant des HR

Manfred Krupp, seit 1.3.2016 Intendant des HR. | Bildquelle: HR
Luftaufnahme des HR-Geländes am Dornbusch in Frankfurt am Main . | Bildquelle: HR
ARD-Börsenberichterstattung: hr-Moderatorin Ellen Frauenknecht in der Frankfurter Börse.. | Bildquelle: HR/Benjamin Knabe
Geiger des HR-Sinfonieorchesters im Vordergrund. | Bildquelle: HR_Tim Wegner
Gesprächsrunde zu 10 Jahre »Doppelkopf« auf hr2. | Bildquelle: HR/Sascha Rheker
hr3-Kultmoderator Jörg Bombach präsentiert in »100 Pro Deutsch« die beliebtesten deutschsprachigen hr3-Hits der Hessen . | Bildquelle: HR/Sascha Rheker
 Die Moderatoren der »Hessenschau«: Andreas Hieke, Constanze Angermann, Kristin Gesang und Holger Weinert (v.l.n.r.) . | Bildquelle: HR
Das Moderatoren-Team von »Hallo Hessen«: Jens Kölker, Selma Üsük, Jule Gölsdorf und Andreas Gehrke (v.l.). | Bildquelle: hr/Benjamin Knabe
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