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Multimedia-Home-Platform (MHP)

Einheitlicher internationaler Standard für eine hardware-unabhängige Software-Schnittstelle (API), ermöglicht die Entwicklung von universell einsetzbaren Empfangsgeräten für digitales Fernsehen. Die Rahmenbedingungen für den Standard wurden am 9. 11. 1999 im Rahmen des 1993 begonnenen europäischen Projekts Digital Video Broadcasting (DVB) verabschiedet.

Im September 2000 wurde MHP vom European Telecommunications Standards Institute (ETSI) angenommen. Diese von der Industrie und den führenden Programmveranstaltern seit langem erwartete Entscheidung sollte maßgebliche Impulse für die Marktentwicklung geben. MHP basiert auf der Programmiersprache Java. Die Plattform kann Dienste ermöglichen, die über Radio und Fernsehen in der bisherigen Form hinausgehen, beispielsweise elektronische Programmführer, interaktive Dienste mit Rückkanal oder Internet-Zugänge. Auf Empfängerseite erlaubt sie den Anschluss unterschiedlicher End- und Peripherie-Geräte (Set-Top-Boxen, TV-Geräte mit integriertem Decoder, Multimedia-PCs bzw. Drucker u. ä.). Auch der Aufbau hausinterner Netzwerke wird unterstützt.

Die ARD hatte seit Jahren eine offene Plattform für digitales Fernsehen gefordert und daher die MHP-Entwicklung von vornherein unterstützt. Zwischenzeitlich hatten sich die wichtigsten deutschen Fernsehveranstalter und die Landesmedienanstalten auf MHP als Standard für das digitale Fernsehen geeinigt. Dennoch konnte sich MHP in Deutschland nie durchsetzen.

Bereits 2007 beendeten der HR und das ZDF ihre MHP-Ausstrahlungen. In anderen Ländern Europas und in Südkorea wurde die neue Norm teilweise angenommen. Mit der Standardisierung der neuen Technologie Hybrid Broadcast Broadband TV (HbbTV) wurden die MHP-Zusatzdienste und Applikationen seitens der ARD vollständig abgeschaltet, da die neue Verbindungstechnik von Internet und Fernsehen (HbbTV) wesentlich mehr multimediale Interaktivität ermöglicht.

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