Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB)

Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB)

RBB-Logo. | Bildquelle: RBB

Seit 1.5.2003 gemeinsame Landesrundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg, Mitglied der ARD, heute siebtgrößte Anstalt der Gemeinschaft. Rund 30.000 qkm großes, jenseits des Ballungsraums Berlin/Potsdam relativ dünn besiedeltes Sendegebiet mit knapp 6 Millionen Einwohnern. Sitz: Berlin und Potsdam.

In der ARD hat der RBB in Nachfolge von SFB und ORB u. a. die Federführung für die Internationale Funkausstellung, den Prix Europa, den ARD-Text und – gemeinsam mit dem WDR – für das ARD-Hauptstadtstudio. Beim RBB in Berlin ist auch das gemeinsam mit MDR, NDR, SR, Radio Bremen, WDR, DW und Deutschlandradio betriebene Informations-Verarbeitungs-Zentrum (IVZ) angesiedelt. Auf dem RBB-Gelände in Potsdam-Babelsberg befinden sich das ARD Play-Out-Center für das digitale Fernsehen und der zweite Standort des Deutschen Rundfunkarchivs.

Rechtsgrundlagen

Hauptsächlich der Staatsvertrag über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg vom 25. 6. 2002 in der Fassung vom 30. 8. / 11. 9. 2013. Danach veranstaltet der RBB Hörfunk und Fernsehen und hat dabei sicherzustellen, dass beide Staatsvertragsländer »unter Berücksichtigung der regionalen Programmbedürfnisse« gleichwertig versorgt werden. Dazu kann die Zwei-Länder-Anstalt »die erforderlichen Anlagen des Hörfunks und des Fernsehens errichten und betreiben«.

Ausdrücklich wird dem RBB zugestanden, die analoge terrestrische Versorgung ganz oder teilweise einzustellen, »um den Ausbau und die Zuweisung digitaler terrestrischer Übertragungskapazitäten zu ermöglichen«. Der RBB trägt »durch die Herstellung und Verbreitung seiner Programme und Angebote zur freien individuellen und öffentlichen Meinungsbildung bei«.

»Sein Programm dient der Information und Bildung sowie der Beratung und Unterhaltung und erfüllt den kulturellen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.« Insbesondere tragen die Programme des RBB der »regionalen Vielfalt der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Sprache und Kultur des sorbischen (wendischen) Volkes Rechnung«.

Die Rundfunkanstalt ist verpflichtet, die im Staatsvertrag ausführlich formulierten Programmgrundsätze in »Zielvorgaben« für ihre programmlichen Aufgaben zu konkretisieren und alle zwei Jahre über die Umsetzung dieser Zielvorgaben zu berichten.

Programme

Der RBB führt nach seinem Start zunächst die Programme seiner Vorgänger fort, zum Teil unter geändertem Namen. Heute umfasst sein Angebot die Hörfunkwellen radioBerlin 88,8, Antenne Brandenburg, Fritz, Inforadio, Radioeins (RBB) und Kulturradio sowie regelmäßige Sendungen in niedersorbischer Sprache, dazu in Kooperation mit WDR und Radio Bremen COSMO, das Dritte Fernsehprogramm rbb Fernsehen mit dem eigenen Videotext-Dienst rbb Text, ein 7,1-Prozent-Anteil am ARD-Gemeinschaftsprogramm Erstes Deutsches Fernsehen, Beteiligungen an den Satellitenprogrammen 3sat, ARTE, KiKA und PHOENIX sowie an ARD Digital, Beteiligung am Deutschlandradio, eigene Online-Angebote unter rbb-online.de.

Organisation

Wichtigstes Aufsichtsorgan des RBB ist der Rundfunkrat, der die Interessen der Allgemeinheit zu vertreten hat, die Einhaltung der Programmgrundsätze überwacht und die Intendantin in allgemeinen Programmangelegenheiten berät. Er setzt sich aus 30 Mitgliedern zusammen: 23 von gesellschaftlichen Gruppen entsandte und 7 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, von denen 3 der Landtag von Brandenburg benennt, 4 das Berliner Abgeordnetenhaus.

Das zweite Kontrollgremium, der vorwiegend mit ökonomischen Befugnissen ausgestattete Verwaltungsrat, hat acht Mitglieder, sieben vom Rundfunkrat gewählte und ein vom Personalrat gewähltes. 

Den RBB leitet eine vom Rundfunkrat auf die Dauer von fünf Jahren gewählter Intendant oder eine Intendantin. Darunter gliedert sich die Anstalt in eine Programmdirektion, eine Verwaltungsdirektion, eine Produktions- und Betriebsdirektion sowie eine Direktion für Recht und Unternehmensentwicklung. Der RBB hat 1.411 festangestellte Mitarbeiter (2014).

Finanzen

2014 erzielte der RBB Erträge in Höhe von knapp 485 Mio Euro, davon gut 431 Mio Euro aus Rundfunkbeiträgen. Seit 2007 muss der RBB ohne Mittel aus dem Finanzausgleich auskommen. Weitere Einnahmequellen: Rundfunkwerbung und Erträge aus Koproduktionen, Kofinanzierungen, Programmverwertungen etc. Werbung bringt der RBB in fünf Hörfunkprogrammen und werktags vor 20.00 Uhr im Ersten Fernsehprogramm. Mit deren Betrieb ist eine Tochtergesellschaft, die RBB Media GmbH, beauftragt.

Infrastruktur

Funkhäuser in Berlin und Potsdam, Studios in Cottbus, Frankfurt (Oder) und im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin, Regionalbüros in Perleberg und Prenzlau. Am gemeinsamen Auslandskorrespondentennetz der ARD ist der RBB vor allem mit Korrespondenten in Brüssel, London, Mexico-City und Peking beteiligt sowie mit Gruppen-Korrespondenten in mehreren weiteren Metropolen. Die Federführung für das ARD-Studio in Warschau wechselt zwischen RBB und WDR.

Der RBB verfügt über keine eigenen Klangkörper, ist allerdings an der Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH Berlin beteiligt, zu der u. a. das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin gehört.

Für die Verbreitung seiner Programme nutzt der RBB sowohl terrestrische Sender als auch Satelliten und Kabelnetze sowie partiell das Internet. Die Hörfunksender und ein Teil der DVB-T-Sender für das Fernsehen in Berlin gehören ihm selbst, werden von ihm unterhalten und ausgebaut. Im übrigen greift der RBB auf Verbreitungskapazitäten der Telekom bzw. anderer Satellitenunternehmen und Netzbetreiber zurück.

Intendantin Patricia Schlesinger. | Bildquelle: rbb/Thorsten Klapsch

Patricia Schlesinger, seit dem 1. 7. 2016 Intendantin des RBB

Intendantin Patricia Schlesinger. | Bildquelle: rbb/Thorsten Klapsch
Haus des Rundfunks. | Bildquelle: rbb/Hanna Lippmann
Redaktions- und Sendekomplex von Inforadio. | Bildquelle: rbb/Hanna Lippmann
Stadtstudio von Radioberlin 88,8. | Bildquelle: rbb/Claudius Pflug
Jubiläumsfest bei »Ohrenbär«. | Bildquelle: © rbb/Thomas Ernst
»Ulysses«-Lesung  . | Bildquelle: rbb/Oliver Ziebe
Kinderkonzert im Kulturradio des RBB. | Bildquelle: rbb/Hanna Lippmann
 Dirk Platt (l.) und Gerald Meyer . | Bildquelle: rbb/Oliver Ziebe
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