Westdeutscher Rundfunk (WDR)

Westdeutscher Rundfunk (WDR)

WDR-Logo. | Bildquelle: WDR

Seit 1955/56 Landesrundfunkanstalt von Nordrhein-Westfalen, seit ihrer Gründung Mitglied der ARD, größte ARD-Anstalt. Rund 34.000 qkm großes Sendegebiet mit rund 17,8 Millionen Einwohnern. Sitz: Köln.

In der ARD hat der WDR u. a. die Federführung für Fragen der Entwicklungsländer, die GEMA, Urheberrechtsfragen und den zentralen Gebühreneinzug. Bei ihm angesiedelt ist der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio, das Büro für Rundfunkkommunikation und die Zentrale Dispostelle von ARD und ZDF sowie der Ereignis- und Dokumentationskanal PHOENIX. Außerdem betreut er das gemeinsame Verbindungsbüro der ARD bei der Europäischen Union in Brüssel.

Vorläufer

1924 bis 1926 die zunächst private, später halbstaatliche WEFAG (Westdeutsche Funkstunde AG, Münster); 1927 bis 1933 die WERAG (Westdeutsche Rundfunk AG, Köln); 1933 bis 1934 die voll verstaatlichte Westdeutscher Rundfunk GmbH; 1934 bis 1945 der Reichssender Köln; 1945 bis 1947 der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR), der Besatzungssender für die gesamte britische Zone, der 1948 in deutsche Hände überging. Der Fernsehbereich des NWDR existierte bis 1961 als Nord- und Westdeutscher Rundfunkverband (NWRV), gemeinsam getragen von WDR und NDR, fort.

Rechtsgrundlagen

Vor allem das 1985 völlig neu gefasste WDR-Gesetz in der Fassung vom 2. 2. 2016. Danach ist »Aufgabe des WDR die für die Allgemeinheit bestimmte Veranstaltung und Verbreitung von Rundfunk im Sinne des RStV. Der WDR bietet nach Maßgabe der §§ 11d bis 11f RStV Telemedien an, die journalistisch-redaktionell veranlasst und journalistisch-redaktionell gestaltet sind.« Die hierfür erforderlichen sendetechnischen Anlagen zu errichten und zu betreiben und neue Techniken zu nutzen ist Teil der Aufgaben.

Sein Programm hat der Information, Bildung und Unterhaltung zu dienen; Beiträge zur Kultur, Kunst und Beratung sind anzubieten; der regionalen Gliederung und der kulturellen Vielfalt des Sendegebiets soll Rechnung getragen werden. Weiteres regelt ein ausführlicher Katalog von Programmgrundsätzen.

Programme

Fünf eigene Hörfunkprogramme (1LIVE, WDR 2, WDR 3, WDR 4, WDR 5 und – in Zusammenarbeit mit Radio Bremen und RBB – Funkhaus Europa), vier zusätzliche Radio-Angebote (1LIVE diggi, WDR Event, KiRaKa sowie der Verkehrskanal VERA), ein eigenes Drittes Fernsehprogramm (WDR Fernsehen) mit eigenem Videotextdienst (WDR-Text), ein 21,0-Prozent-Anteil am Ersten Deutschen Fernsehen / Das Erste, Beteiligungen an 3sat, ARTE, KiKA und PHOENIX sowie an ARD Digital, Beteiligung am Deutschlandradio, eigene Online-Angebote unter wdr.de.

Organisation

Wichtigstes Aufsichtsgremium ist der Rundfunkrat, der die Interessen der Allgemeinheit vertritt. Das Gremium besteht aus 60 Mitgliedern, 13 vom Landtag gewählten, 38 von gesellschaftlichen Institutionen, sieben aus weiteren gesellschaftlich relevanten Gruppen, die nicht über einen festen Sitz vertreten sind, sowie zwei Einzelpersonen, die sich um die Mitgliedschaft im Gremium beworben haben.

Das zweite Kontrollgremium, der vorwiegend mit ökonomischen Befugnissen ausgestattete Verwaltungsrat, hat neun Mitglieder, darunter zwei vom Personalrat entsandte. Die Verantwortung für die Programmgestaltung und den gesamten Betrieb des WDR trägt ein vom Rundfunkrat für sechs Jahre gewählter Intendant bzw. eine Intendantin.

Darunter gliedert sich die Anstalt in Programmdirektionen für Hörfunk und Fernsehen, ein Justiziariat, eine Direktion für Produktion und Technik sowie eine Verwaltungsdirektion. Im Jahresdurchschnitt 2015 waren beim WDR 4.225,4 Planstellen besetzt.

Finanzen

2015 erzielte der WDR Erträge in Höhe von 1.437,6 Mio Euro, davon 1.204,6 Mio Euro aus Rundfunkbeiträgen. Weitere wichtige Einnahmequellen sind: Rundfunkwerbung und Erträge aus Koproduktionen, Kofinanzierungen, Programmverwertungen etc. Beim WDR gibt es in drei Hörfunkprogrammen und werktags vor 20.00 Uhr im Ersten Fernsehprogramm Werbung. Beauftragt mit deren Beschaffung und Ausführung ist eine Tochtergesellschaft (WDR mediagroup GmbH).

Infrastruktur

Funkhäuser in Köln und Düsseldorf, Studios in Bielefeld, Bonn, Dortmund, Duisburg, Köln und Münster, in Aachen, Essen, Siegen und Wuppertal, ein Hörfunk- und ein Fernsehstudio im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin, Büros in Arnsberg, Detmold, Kleve, Paderborn und Rheine.

An dem gemeinsamen Auslandskorrespondentennetz der ARD ist der WDR vor allem mit Korrespondenten in Amman, Brüssel, Moskau, Nairobi, New York, Paris, Warschau und Washington beteiligt.

Er verfügt über vier eigene Klangkörper: das WDR Sinfonieorchester Köln, den WDR Rundfunkchor Köln, das WDR Funkhausorchester und die WDR Big Band Köln.

Für die Verbreitung seiner Programme nutzt der WDR sowohl terrestrische Sendernetze als auch Satelliten und Kabelnetze sowie partiell das Internet. Die Hörfunksender und ein Teil der DVB-T-Sender für das Fernsehen gehören ihm selbst, werden von ihm unterhalten und ausgebaut. Für die übrige terrestrische Programmverbreitung bzw. zur (ergänzenden) Verbreitung via Satellit und Kabel wird auf Kapazitäten der Telekom bzw. anderer Satellitenunternehmen und Netzbetreiber zurückgegriffen.

Tom Buhrow, seit 1.7.2013 Intendant des WDR.. | Bildquelle: WDR/Herby Sachs

Tom Buhrow, seit 1.7.2013 Intendant des WDR.

Tom Buhrow, seit 1.7.2013 Intendant des WDR.. | Bildquelle: WDR/Herby Sachs
Funkhaus am Wallrafplatz. | Bildquelle: WDR / Klaus Küpper
Jukka-Pekka Saraste, mit Beginn der Spielzeit 2010/2011 neuer Chefdirigent des WDR Sinfonieorchester. | Bildquelle: WDR/Thomas Kost
WDR im Ersten: »Tatort«. | Bildquelle: WDR/Herby Sachs
Georg Restle, Leiter und Moderator des ARD-Politmagazins »Monitor«. | Bildquelle: WDR/Herby Sachs
WDR Fernsehen: »Aktuelle Stunde«: Catherine Vogel und Thomas Heyer. | Bildquelle: WDR/Dieter Jacobi
WDR5 DAS HÖRSPIEL AM DIENSTAG, »Hirngespinste«. | Bildquelle: WDR/Sibylle Anneck
WDR 4 Buchtipps mit Elke Heidenreich. Moderator Ernst-Marcus Thomas und Elke Heidenreich.. | Bildquelle: WDR/Herby Sachs
Darstellung: