ARD und ZDF bei Informationssendungen weiterhin vorn

Die Logos von ARD und ZDF. | Bildquelle: ARD / ZDF

ARD Pressemeldung

ARD und ZDF bei Informationssendungen weiterhin vorn

Ergebnisse einer neuen Studie über die Programme im deutschen Fernsehen

Die Angebotsstrukturen der öffentlich‐rechtlichen Sender unterscheiden sich mit einem hohen Informationsanteil weiterhin deutlich von den privaten Programmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bilanz der regelmäßig vom Institut IFEM, Köln, erstellten Programmanalysen für die Jahre 2001 bis 2011. Die Programmanalyse wird seit 1985 im Auftrag der ARD/ZDF‐Medienkommission durchgeführt. Sie dokumentiert auf einzigartige Weise die Entwicklung des Fernsehangebots, von der Einführung des privaten Rundfunks und der Ausgestaltung des dualen Systems bis hinein in das Internetzeitalter mit seinen neuen Herausforderungen an die etablierten Fernsehkanäle.

Das Erste und ZDF von Information geprägt

Bei der Auswertung der Programmstrukturen zeigt sich erneut: Die Sendezeit des Ersten und des ZDF ist von Information und aktuelle Berichterstattung geprägt. Mit geringen Schwankungen betrug in den vergangenen elf Jahren der Anteil von Informationssendungen in beiden Programmen jeweils zwischen 40 und 50 Prozent, bei RTL und Sat.1 lag er bei rund einem Fünftel der Sendezeit, bei ProSieben ist er inzwischen auf etwa 10 Prozent gesunken.

Große Rolle von Dokumentationen und Reportagen

Beim Ersten Programm und beim ZDF spielten Dokumentation und Reportagen mit einem Anteil von durchschnittlich 10 Prozent eine erheblich größere Rolle als bei den Privaten (ca. 2 Prozent). Die spezielle Inhaltsanalyse der nonfiktionalen Programmangebote in der nutzungsstärksten Tageszeit zwischen 17.00 und 1.00 Uhr zeigt bei ARD und ZDF vor allem einen Trend zur Ausweitung der gesellschaftlich relevanten Themen: Die Thematisierung von "Politik im weiteren Sinn" (Politik, Wirtschaft, Gesellschaft/Justiz und Zeitgeschichte) nahm seit 2004 beständig mehr Raum ein.

Mehr politische Themen als Human Interest

Im journalistischen Kernbereich der Fernsehnachrichten wurden ebenfalls deutlich unterscheidbare Profile ermittelt: Während bei ARD und ZDF politische Themen den mit Abstand größten Teil an allen Meldungen ausmachen, bekommen bei RTL und Sat.1 Themen aus den Bereichen Human Interest, Alltag, Kriminalität und Katastrophen erheblich mehr Gewicht.

Entwicklungsprozesse politischer Entscheidungen

Erkennbar wird anhand der Informationsanlässe außerdem, dass die Nachrichtensendungen im Ersten und im ZDF auch den Entstehungs- und Entwicklungsprozess politischer Entscheidungen (z.B. Konferenzen, Parlamentsdebatten) stärker begleiten, während sich die Berichterstattung der Privatnachrichten auf die Ergebnisse dieser Prozesse beschränkt. Insgesamt zeigten sich 2001 bis 2011 trotz einzelner paralleler Entwicklungen in Programmbereichen oder Sendungsformen weitgehend stabile Unterschiede zwischen den Programmprofilen der öffentlich-rechtlichen und der privaten Sender.

Die Programmanalyse im Auftrag der ARD/ZDF‐Medienkommission basiert auf transparenten wissenschaftlichen Kriterien. Die Ergebnisse können in einem Themenheft der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" (Ausgabe 10/2012, www.media-perspektiven.de) nachgelesen werden.

Stand: 21.11.2012, 09.32 Uhr

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