Die Redaktion empfiehlt Ben Aaronovitch

Rivers of London von Ben Aaronovitch. | Bildquelle: Gollancz Verlag

Carolin Albrand empfiehlt Ben Aaronovitch

"Rivers of London: Die Peter Grant Reihe"

Carolin Albrand

Ich lese Fiction- und Fantasy-Romane ziemlich gerne, aber an dieses Buch können sich auch Leser trauen, die mit einem verspielten Harry Potter oder einem zu abgefahrenen Terry Pratchett nichts anfangen können. Ben Aaronovitch ist mit der Peter-Grant-Reihe eine großartige Mischung aus Fantasyroman und Krimi gelungen. Die Serie beginnt mit dem Band "Flüsse von London".

Peter Grant ist frischgebackener Police Constable in London. Anstatt einen Schreibtischjob bei der Metropolitan Police anzutreten, gerät er in die Ermittlungen einer grausigen Mordserie. Die Opfer verlieren im wahrsten Sinne des Wortes ihr Gesicht und sterben an dem enormen Blutverlust bevor ihnen jemand helfen kann. Da diese mysteriösen Todesfälle ohne Fremdeinwirkung stattfinden, ruft das Polizeiinspektor Thomas Nightingale auf den Plan. Dieser entpuppt sich als Leiter einer Sondereinheit für "spezielle Fälle"und als letzter aktiver Zauberer unter der britischen Krone.  

Für Peter Grant öffnet sich eine andere Welt: Geister geben Interviews, die Göttin der Themse bittet zum Tee und Feen essen ihm den Kühlschrank leer. Peter hat jetzt zwei Jobs: Er ist Polizist im Dienste Londons und Zauberer in Ausbildung. Aber anders als Harry Potter darf er nicht mit einem schicken Zauberstab wedeln, sondern muss sich mit den Theorien von Sir Isaac Newton rumschlagen. Dieser gilt nämlich als der Begründer der modernen Magie. 

Urban Fantasy mit fantastischen Charakteren

Ben Aaronovitch zeichnet in "Rivers of London" ein einmaliges Bild der Großstadt und der britischen Polizei. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der Hauptfigur, Peter Grant. Nach wenigen Seiten hatte er mich mit all seinen Eigenheiten und Unarten für sich gewonnen. Alle Figuren sind sehr vielschichtig angelegt und wirken bei ihren Entscheidungen sehr menschlich - selbst die Nicht-Menschen. Neben dem eigentlichen Fall leben die Bücher von dem Beziehungsnetz der Charaktere, das Aaronovitch spannend und detailliert über die mittlerweile sechs Teile ausarbeitet.  

Ich konnte nach "Rivers of London" nicht aufhören und habe mir sofort alle Bände besorgt. Auch wenn jeder Fall für sich alleine steht, wächst mit jedem Teil die Bindung zu Peter Grant und den anderen Charakteren. "Moon over Soho" ist mir am Besten im Gedächtnis geblieben. Der Leser sieht Peter ins offene Messer rennen und Aaronovitch schafft es diesen Zustand fast das komplette Buch über aufrechtzuerhalten. Im Folgenden eine kurze Übersicht über alle Bände.

Schwarzer Mond über Soho: Band 2

Moon over Soho von Ben Aaronovitch. | Bildquelle: Gollancz

Wie bespricht man eine Buchserie, ohne den Ausgang des vorherigen Bandes zu verraten? Ich denke, es ist kein "Spoiler", wenn ich vorweg nehme: Peter Grant, Hauptfigur und Namensgeber der Reihe, stirbt in den ersten sechs Teilen nicht.  

Im zweiten Teil der Reihe wird Grant zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen. Er findet heraus, dass in den Jazzclubs Sohos, im Herzen Londons, plötzlich verdächtig viele Musiker eines unerwarteten Todes sterben. Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. 

Ein Wispern unter Baker Street: Band 3

Ein Wispern unter Baker Street von Ben Aaronovitch. | Bildquelle: Gollancz

Ein junger Mann wird im U-Bahn-Tunnel nahe Baker Street tot aufgefunden - erstochen. Alles deutet darauf hin, dass Magie bei dem Verbrechen eine Rolle spielt. Ein Fall für die "Folly", der Spezialeinheit für "spezielle Fälle". Der unbekannte Tote stellt sich als amerikanischer Kunststudent und Sohn eines US-Senators heraus. Ehe Peter Grant noch "internationale Verwicklungen" sagen kann, hat er schon die FBI-Agentin Kimberley Reynolds am Hals. Mit der er natürlich voll kooperieren soll - ihr aber auf keinen Fall Auskunft über die Aufgaben der "Folly" verraten darf. 

Der Böse Ort: Band 4

Der Böse Ort von Ben Aaronovitch . | Bildquelle: Gollancz Verlag

Im Skygarden Tower, einem berüchtigten Sozialwohnbau im Süden Londons, geschehen seltsame Dinge. Eigentlich ist Police Constable Grant nur auf der Suche nach einem gestohlenen Buch über Magie, doch dann weitet sich der Fall rasant aus: Erik Stromberg, der brillante, aber auch leicht gestörte Architekt des Gebäudekomplexes, hatte sich beim Bau offenbar nicht nur mit modernem Design, sondern auch mit Magie befasst. 

Fingerhut-Sommer: Band 5

Fingerhut-Sommer von Ben Aaronovitch. | Bildquelle: Gollancz

Obwohl sich Peter Grant schon unwohl fühlt, wenn er London auch nur ein paar Kilometer hinter sich lässt, wird er von seinem Vorgesetzten Polizeiinspektor Thomas Nightingale in die tiefste Provinz geschickt: Es werden zwei Kinder vermisst. Da Kindesentführungen in der Vergangenheit oft auf das Konto von fehlgeleiteten Magiern gingen, ermittelt die "Folly" routinemäßig und Peter wird in einen undurchsichtigen Fall verwickelt.   

Der Galgen von Tyburn: Band 6

Der Galgen von Tyburn von Ben Aaronovitch. | Bildquelle: Gollancz Verlag

Normalerweise sind ungewöhnliche Todesfälle nicht zwangsläufig die Angelegenheit der "Folly", auch wenn sie sich auf einer exklusiven Party in einem der teuersten Wohnblocks Londons abgespielt haben. Aber Lady Tyburns Tochter war am Tatort und Peter Grant schuldet ihr einen Gefallen. 

Stand: Thu Dec 22 10:20:39 CET 2016 Uhr

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