Arme Bauern und globales Business

Keyvisual das ARD radiofeature: Arme Bauern und globales Business . | Bildquelle: picture-alliance/keystone Audio Audio

Ab 20. September im Radio und zum Herunterladen

Arme Bauern und globales Business

Ein Feature über Entwicklungshilfe in Mosambik

Mosambik, die Republik im Südosten Afrikas, gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Auf dem Land, wo die meisten Mosambikaner leben, hat sich die Armut und der Hunger seit 2002 sogar noch verschärft. Doch Europas Entwicklungspolitik ist mehr Konjunkturprogramm für unsere Wirtschaft denn Unterstützung für Afrikas Bauern. Die internationale Gemeinschaft vergibt Kredite an Firmen, die bereits Marktführer sind. Sie unterstützt Gesellschaften mit Briefkastensitz auf Mauritius, die hunderte Bauern von ihrem Acker vertreiben, und Unternehmen, an denen korrupte Politiker beteiligt sind. Diese gießen die Interessen der globalen Konzerne -wie strenge Saatgutrichtlinien- in nationale Gesetze. So wird ein Wirtschaftssystem exportiert, das bei uns schon lange an die Grenzen seines Wachstums stößt – und nach neuen Absatz- und Rohstoffmärkten giert. Die unerfahrenen mosambikanischen Bauern werden nicht nur um die notwendige und gewünschte Entwicklung betrogen, sie geraten sogar zunehmend in Abhängigkeit. Ernähren können sie sich selbst nicht mehr, stattdessen gibt der Weltmarktpreis den Ton an. Ein Feature über Entwicklungshilfe als Global Business und eine Saat, die für die Armen in Mosambik nicht aufgeht.

Von Johanna Bentz und Veronica FrenzelProduktion: NDR 2017Redaktion: Christiane Glas

Es herrscht Goldgräberstimmung unter Analysten, Beratern und Unternehmern, aber die Bauern können sich selbst nicht mehr ernähren.

Video zu Arme Bauern und globales Business. | Bildquelle: NDR Video

Stand: Wed Sep 20 14:02:23 CEST 2017 Uhr

Die Autorinnen

Johanna Bentz. | Bildquelle: privat

Johanna Bentz studierte Regie für Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit 2012 arbeitet sie als freie Autorin und Regisseurin für Film und Radio. Zuletzt: "Freiwillige Abschiebung - Feature über Balkanflüchtlinge und ihre erzwungene Rückkehr" (ARD Radiofeature 2016), "Faking war - wie die Nato mit zivilen Komparsen den Krieg trainiert" (Radiofeature, DLF 2015), "Crisis what crisis" (Essayfilm 2015), "Die Verführungskünstler" (Dokumentarfilm 2012, SWR, Baden-Württembergischer Filmpreis 2013).

Veronica Frenzel. | Bildquelle: Antonio Perrone

Veronica Frenzel besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte dort Geschichte und Politikwissenschaften, lebte und arbeitete fünf Jahre in Spanien. Sie schreibt für das Reportage-Ressort und das Sonntagsmagazin des Tagesspiegels, für das Gesellschaftsressort von Stern, für Geo Special, außerdem für die Verlage Herder und Eichborn. Für die Reportage "Der Preiskampf" erhielt sie den Axel-Springer-Preis. Sie war für den Reporterpreis und den Theodeor-Wolff-Preis nominiert.

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