Das SWR-Ermittlerteam

LKA Stuttgart

Das SWR-Ermittlerteam

Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner und seine Kollegin Nina Brändle haben zwar ihre Büros beim LKA in der Landeshauptstadt Stuttgart, als Profiler werden sie aber landesweit um Hilfe gebeten.

Karte SR. | Bildquelle: ARD.de

Nina Brändle, geboren 1967, ist ledig, kinderlos, lebt in Stuttgart-Heslach und gibt eine waschechte Stuttgarterin ab. Sie ist Single und bringt alle Voraussetzungen mit, die sie als ideale Hilfskraft eines maulfaulen Eigenbrötlers haben muss: Nina Brändle besitzt eine unbestechliche Intuition. Darüber hinaus ist sie klug und schön und verfügt (ganz im Gegensatz zu Finkbeiner) über eine schwäbische "Schwertgosch", was Wortschatz, Rhetorik, Redefluss und Rededauer angeht. Wenn sie mal anfängt, richtig "loszuschwätzen", hört sie so schnell nicht mehr auf.

Nina Brändle steckt ihre Nase in Dinge, die sie nichts angehen und übernimmt heimlich Aufgaben, für die sie eigentlich gar nicht qualifiziert ist. Sie verfolgt einen ehrgeizigen Plan, von dem Finkbeiner nichts weiß: Sie wird zu seinem Schutzengel, weil sie kapiert hat, dass er einen braucht. Denn ein bisschen hat sich Nina in Finkbeiner verliebt. Das leugnet sie natürlich. Aber warum sonst befreit sie Finkbeiner ständig aus der Klemme?

Der eigentliche Grund, warum Nina diesen Arbeitsplatz bekommen hat: Sie war nach einem Motorradunfall vor vier Jahren eine Zeitlang nur eingeschränkt dienstfähig. Finkbeiner hoffte, dass er sie niemals mitnehmen muss, wenn er am Tatort ermittelt oder essen geht, sondern dass sie lieber im Büro bleibt. Und das führt auch prompt immer wieder zum Krach: Nina fährt einen behindertengerecht ausgestatteten Dienstwagen und scheut sich keineswegs, einen Zahn zuzulegen, wenn‘s mal "pressiert".

Nina Brändle kommt aus dem "Dezernat Tötungsdelikte" im Polizeipräsidium Stuttgart. Sie fährt eine neue Ducati, neben dem Gebrauch der Schusswaffe beherrscht sie Judo und ist gut in den kleinen gemeinen Grifftechniken an der Hand und am Unterarm.

Das Beziehungsgeflecht zwischen Finkbeiner und Brändle hat sich im Radio Tatort schon wunderbar eingespielt: Beide können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Deshalb treten sie auch verbal unermüdlich gegeneinander an, was eine grimmige Intimität schafft, die jeden Eindringling in die Flucht schlägt.

Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner, geboren 1959 in Haltingen im Markgräfler Land, auf der deutschen Seite zwischen Lörrach und Basel, hat sich länger in und um Freiburg aufgehalten, ist mit Leib und Seele Badener und lebt in Stuttgart Bad-Cannstatt.

In der Nähe seiner Dienststelle hat Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner eine kleine 3-Zimmer-Wohnung, in der er allein lebt. Er ist seit über 10 Jahren geschieden und Vater zweier Kinder: Hansi (geb. 1987) studiert in Berlin Jura und Annkathrin (geb. 1989) macht nach dem Abitur eine Selbstfindungsphase durch. Er hat noch einen jüngeren Halbbruder, Mike, zu dem er kaum Kontakt hat.

Finkbeiner ist einsam und flüchtet sich in die Arbeit: Er leitet gern das Dezernat "Operative Fallanalyse" im Landeskriminalamt Baden-Württemberg in Stuttgart Bad-Cannstatt. Das Dezernat ist im Aufbau begriffen. Von der Schutzpolizei über das Dezernat für Tötungsdelikte und den Stab der Polizeidirektion hat sich Finkbeiner zum Kriminaltechnischen Institut des LKA hochgearbeitet. Nur ungnädig lässt er sich "Profiler" nennen: Den Begriff gibt es nicht einmal in Amerika, sagt er. Sein Dezernat in Stuttgart umfasst bislang zwei Mitarbeiter: Er und seine Assistentin Nina Brändle bilden das Team, das dann zum Einsatz kommt, wenn ein Fall immer komplexer wird und die örtlichen Polizeidienststellen und Kriminalämter nicht mehr weiter wissen.

Finkbeiner ist ein Schwarzwälder Tüftler und absolut kein Teamgeist. Zudem liebt er unkonventionelle Arbeitsweisen, die ihn häufig an die frische Luft führen. Denn "der Tatort trägt die Handschrift des Täters". Wenn Finkbeiner gefragt wird, ob er sich in einen Mörder hineinversetzen kann, zitiert er einen berühmten Kollegen: "Ich kann nicht wie ein Serienmörder denken. Ich kann nur seine Schuhe benutzen." Er spricht nie darüber, aber er weiß, bei ihm ist es anders. Ganz anders. Er kann das.

Stand: 11.07.2013, 00.00 Uhr

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