Im Fadenkreuz

das ARD radiofeature | ab 21. Januar 2015

Im Fadenkreuz

Ein Feature über kommerzielle Fluchthelfer im Kalten Krieg

Keyvisual das ARD radiofeature: Januar 2014. | Bildquelle: WDR

Für die DDR waren sie "Menschenhändler", für den Westen anfänglich idealisierte Helden, später Störfaktoren im deutsch-deutschen Dialog und Spielball ideologischer Ränke. Je nachdem was politisch gerade opportun erschien, waren sie mal Kämpfer gegen die Auswüchse des SED-Unrechtsregimes, mal kleinkriminelle "Schmutzkonkurrenz" offizieller Annäherungspolitik.

So doppelzüngig westdeutsche Politik und Medien offiziell "Grenzverletzungen" beurteilten, so umfangreich war die heimliche Unterstützung: Fluchthelfer profitierten von Geheimfonds des Gesamtdeutschen Ministeriums, kassierten Honorare von der Presse für gute Geschichten, bekamen Gasmasken von der Berliner Polizei oder wurden vom Verfassungsschutz gewarnt. Sie leisteten überdies gute Dienste, um CDU-Parteigenossen aus der DDR heraus zu holen. Stasi, Verfassungsschutz, BND und CIA wussten erstaunlich gut Bescheid über Fluchtwege, Fluchtorganisationen und geplante Schleusungen.

Produktion: BR 2015

Redaktion: Ulrike Ebenbeck

Stand: Wed Feb 17 10:30:18 CET 2016 Uhr

Die Autorin

Gabriele Knetsch. | Bildquelle: Andrea Knetsch

Gabriele Knetsch, geboren 1967, arbeitet seit 1985 als Autorin und Radio-Journalistin überwiegend für den Bayerischen Rundfunk. Gabriele Knetsch studierte Journalistik und Romanische Philologie. Sie erhielt mehrere Preise und Nominierungen (u.a. Civis-Medienpreis). Mit ihrem Feature "Handelseinig: DDR-Zwangsarbeit und die Verantwortung der Westbetriebe" BR 2013 wurde sie zum Dokka-Festival für Dokumentarfilm, Hördokumentationen und Installationen eingeladen.

Fluchthilfe im Kalten Krieg

Fluchthelfer Karsten Berndt, 1984 und 2014. | Bildquelle: privat/Andree Kaiser/Kombo ARd.de

Der ehemalige Fluchthelfer Karsten Berndt mit 19 Jahren, 1984, und 2014.  Heute leitet Berndt eine Computer-Firma.

Fluchthelfer Karsten Berndt, 1984 und 2014. | Bildquelle: privat/Andree Kaiser/Kombo ARd.de
Tunnel am Bethaniendamm, 1962. | Bildquelle: privat
Egon Bahr, SPD und Michael Kohl, SED, unterzeichnen 1971 das Transitabkommen. | Bildquelle: picture-alliance/dpa
Transitstrecke. | Bildquelle: picture-alliance/dpa
Maria Nooke. | Bildquelle: picture-alliance/dpa
Ehemaligen Geheimdienstlers Lothar Jachmann bekommen. | Bildquelle: Jonathan Dauber
Sonderausstellung "Risiko Freiheit". | Bildquelle: Nooske
Peter Schulenburg, Fluchthelfer der ersten Stunde. | Bildquelle: privat
Darstellung: