Lesung - über den Autor und das Buch

Ingo Schulze. | Bildquelle: SR/Pasquale D‘Angiollilo   Audio Audio

Ingo Schulze liest aus seinem neuen Buch

Ein weltverbessernder Romanheld

In seinem jüngsten Roman "Peter Holtz - Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst" erschafft Ingo Schulze einen enthusiastischen Helden, der ganz im Sinne von Karl Marx "die Welt nicht nur interpretieren" möchte, sondern sie auch zu verändern sucht.

Peter Holtz wächst in einem Kinderheim in der DDR auf, will die Geldwirtschaft abschaffen, nimmt den Sozialismus beim Wort und wünscht sich das Glück für alle Menschen. Mit seinem naiven Glauben an den Wortsinn der Dinge bringt er es weit und wird nach der Wende Millionär - was ihm natürlich gar nicht behagt: Der arme Mann, der sicher ist, "viel zu viel Geld" zu besitzen, weiß wirklich nicht, "wie er es mit Anstand wieder loswerden soll".

Peter Holtz ist eine berührende Figur, die schmunzeln lässt und die gleichzeitig Hoffnung macht, dass sich die Welt vielleicht doch noch ein bisschen besser machen lässt, wenn man es nur entschlossen genug versucht. 

Ingo Schulzes neuer Roman ist als Lesung montags bis freitags um 22.30 Uhr auf allen Kulturwellen der ARD zu hören. Die Ursendung findet vor der Buchveröffentlichung im Fischer Verlag am 7. September statt. Über das 600-Seiten-Erzählabenteuer und die existenziellen Fragen, die sich Peter Holtz darin ausgesetzt fühlt, spricht der Autor am 8. September 2017 um 23.04 Uhr im "Gespräch".  Das Audio gibt es im Anschluss zum Nachhören.

Stand: Wed Jun 28 00:00:00 CEST 2017 Uhr

Hörprobe

Buchcover "Peter Holtz - Sein Glückliches Leben erzählt von ihm selbst". | Bildquelle: S. FISCHER/ ARD.de Audio Audio

Der Autor liest das erste Kapitel, in dem Peter ohne einen Pfennig in der Tasche eine Gaststätte aufsucht und erklärt, warum er das für richtig hält. Überlegungen zum Stellenwert des Geldes im Sozialismus. Die komplette Lesung erscheint als Hörbuch im Argon Verlag.

Der Autor Ingo Schulze. | Bildquelle: SR/Gaby Gerster

Der Autor

Ingo Schulze ist ein politisch denkender Künstler. Der 1962 in Dresden geborene Autor stellt sich der Diskussion mit Pegida-Demonstranten und erschafft verspielte Prosa. Mit seinem Debüt "33 Augenblicke des Glücks" (1995) oder den "Simple Stories" (1998) hat sich Schulze früh als "großartiger Erzähler" (Günter Grass) erwiesen. Mit seinem Roman "Adam und Evelyn", in dem er den Vorwendesommer beschreibt, schafft er es 2008 auf die Shortlist des deutschen Buchpreises. Für sein Schreiben wurde der Autor vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse und dem Joseph-Breitbach-Preis. Neben seinem Prosawerk veröffentlicht er Essays, Reden und Kommentare zum politischen Zeitgeschehen.

Darstellung: