Deutschlands Osten - ein Land ohne Glauben?

Ein Mann verlässt die Kirche. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Datendossier

Land ohne Glauben?

40 Jahre deutsche Teilung haben Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. Die sozialistische Diktatur in der DDR trieb die Abwendung von Kirche, Gott und Glauben, die in Ostdeutschland schon vor dem Zweiten Weltkrieg verbreitet war, weiter voran. Auch die wichtige Rolle der Kirche in der Bürgerbewegung konnte nicht verhindern, dass Tausende aus einer der christlichen Kirchen austraten.

Heute ist im Osten Deutschlands nur noch jeder Fünfte Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche. Die Austrittszahlen bleiben beständig hoch. Doch hat das auch Einfluss auf das soziale Verhalten und die gelebten Werte? Welche Folgen hat die verbreitete Konfessionslosigkeit für die Lebensentwürfe und Wertemuster der Menschen im Osten Deutschlands, insbesondere der Jugendlichen?

Eine eindeutige Antwort kann es nicht geben, zu groß ist der Einfluss weiterer Faktoren wie Einkommensverteilung, Bildungsstand und Zukunftsperspektive auf diese Fragestellungen. Dennoch gibt es einige Indikatoren, die einen Hinweis darauf geben, inwieweit es einen Zusammenhang zwischen religiöser Bindung und sozialem Verhalten in Deutschland und insbesondere in Ostdeutschland gibt. Denn gerade wenn man den wenig religiösen Osten mit dem noch immer stark kirchlich geprägten Westen Deutschlands vergleicht und Datensätze vergleicht, offenbaren sich Hinweise auf solche Zusammenhänge. Die Folgen der Teilung Deutschlands bieten somit die Chance, Korrelationen offenzulegen.


Quellen und Methode

Zur Vorbereitung des Filmprojekts "Land ohne Glauben?" haben die Filmemacher in Zusammenarbeit mit der Hoferichter & Jacobs Film- und TV-Produktionsgesellschaft und der Universität Leipzig aktuelle Daten erhoben bzw. ausgewertet. Die vorliegende Datensammlung stellt dahingehend eine Metastudie dar. Hierfür wurden alle großen Sozialstudien und insgesamt 1.250 Datensätze ausgewertet, die regionale Vergleiche auch auf kleinräumlicher Ebene erlauben, und auf die in der Einleitung genannten Fragen hin untersucht. Unter anderem gehörten Datensätze aus dem Zensus 2011, aus der BBSR-Datenbank "INKAR", aus ALLBUS- und Shell-Studien sowie aus aktuellen Daten des Freiwilligensurveys und der Bertelsmann Stiftung zu den Quellen. Die Auswertung der Daten orientierte sich dabei einerseits an einer möglichst hohen Aktualität und Validität sowie an möglichen Vergleichen mit der Zeit der Wiedervereinigung um 1990, um jeweils Anzeichen für eine gegenseitige Ost-West-Rückkopplung oder zeitliche Entwicklungen zu finden.

Stand: Fri Jun 02 17:18:47 CEST 2017 Uhr

Kreuz mit Jesusfigur vor Abendhimmel. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Land ohne Glauben?

Dies ist ein Auszug aus dem Datendossier des MDR in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig.

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