Simone Laudehr: "In diesem Moment wollte ich nur weinen vor Glück"

Simone Laudehr jubelt nach ihrem Kopfballtor zum 2:0 im Finale der Frauenfußball-WM 2007 gegen Brasilien. | Bildquelle: picture-alliance/Markus Vollmer

Simone Laudehr, Fußball-Nationalspielerin und Torschützin im WM-Finale

"In diesem Moment wollte ich nur weinen vor Glück"

Große Emotionen und explodierende Glücksmomente sind zweifellos im Sport beheimatet - und dort ganz besonders im Fußball. Simone Laudehr zählt zu den festen Größen in der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft. Im Finale der Weltmeisterschaft 2007 erzielte sie das entscheidende Tor zum 2:0 gegen Brasilien. ARD.de wollte von ihr wissen, was in einem solchen Augenblick im Torschützen vorgeht.

 

ARD.de: Was bedeutet für Sie "Glück"?

Simone Laudehr: Glück bedeutet für mich, jeden Tag neu zu erleben. Eine glückliche und gesunde Familie zu haben. Glück bedeutet, jeden Tag mit meinem Hund spazieren zu gehen, dabei einfach abzuschalten, eben jeden Moment zu genießen. Und außerdem habe ich gehört, dass Glück gut für die Gesundheit ist - also habe ich beschlossen glücklich zu sein.

 

Bei welcher Gelegenheit waren Sie das letzte Mal glücklich?

Heute war ich glücklich, als ich endlich meinen neuen PC angeschmissen habe.

 

Wann ist Ihnen ein "großes Glück" begegnet, und wie hat dieses Ereignis Ihr weiteres Leben geprägt?

Mein größtes Glück war die Zeit bei meiner Oma in Bukarest/Rumänien mit meiner Mama und meiner Schwester. In dieser Zeit sind wir auch zu ihrem Haus aufs Land gereist. All die Eindrücke über das Land, Kultur, die Menschen. Das war mein schönstes Erlebnis, das ich niemals vergessen werde - genauso wie meine Oma.

 

Haben Sie einen Trick, um sich einen Glücksmoment zu verschaffen?

Schokolade - hilft immer!

 

Simone Laudehr bejubelt den Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 2013. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Im Fußball erleben wir oft große Glücksmomente, etwa wenn ein Tor fällt. Was geht in einem solchen Augenblick - etwa bei Ihrem 2:0 im WM-Finale 2007 gegen Brasilien - im Torschützen vor?

Dieses Tor und das ganze Turnier werde ich nie vergessen. Ich war gerade erst drei Monate in der Frauen-Nationalmannschaft und durfte von Beginn an spielen. Dann das Endspiel: schwerer Gegner, alle Muskeln müde, Kraft am Ende. Aber man macht sich immer mehr Mut, das noch durchzustehen. Und dann kommt dieser Eckball und ich köpfe das Tor zum 2:0. Damit war klar, dass wir gewinnen. Ich bin einfach nur weitergerannt und dachte mir: Du spinnst doch Simone, wir sind Weltmeister! In diesem Moment wollte ich nur weinen vor Glück. Tatsächlich kamen mir die Tränen aber bei den Olympischen Spielen 2008. Es ist eine große Ehre, für sein Land dabei zu sein und dann eine Medaille zu gewinnen. Ein schöner und glücklicher Moment.

 

 

Das Interview führte Ingo Fischer

Stand: Tue Oct 08 09:06:00 CEST 2013 Uhr

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