Ungleichland - Ist das gerecht, Herr Gröner?

Persönliche Empfehlung zur ARD Themenwoche Gerechtigkeit

Ist das gerecht, Herr Gröner?

ARD.de-Redakteurin Nazéy Kulu

Nazéy Kulu. | Bildquelle: ARD.de

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Aber der Reichtum ist nicht gerecht verteilt. Im Gegenteil: die Kluft zwischen Arm und Reich ist so groß wie in wenigen Industriestaaten. Woran liegt das? Der Film "Ungleichland“ sucht nach den Gründen dieses Missstandes. Eine persönliche Empfehlung von ARD.de-Redakteurin Nazéy Kulu zur ARD Themenwoche Gerechtigkeit. 

Ungleichland - wie aus Reichtum Macht wird

Baulöwe Christoph Gröner bei einer Charity-Veranstaltung. | Bildquelle: picture-alliance/dpa Video

Im Fokus der dreiteiligen Serie Ungleichland steht der Unternehmer Christoph Gröner, ein Selfmade-Millionär mit seiner ganz speziellen Sicht auf die Probleme in unserer Gesellschaft. Auch über die Ungleichheit in Deutschland macht er sich Gedanken. Er baut viele Mietwohnungen, errichtet ganze Stadtviertel. Gröners Unternehmen prägt inzwischen das Stadtbild von Berlin, Köln, Leipzig, Düsseldorf und Frankfurt. 

Neben der Begleitung von Gröner sucht die Reportage nach Antworten auf die Frage, wie der Zugang zu Vermögen, Chancen und Macht für alle gleichermaßen ermöglicht werden kann. Dazu werden Wissenschaftler weltweit interviewt. "Ungleichheit ist das drängendste soziale Problem unserer Zeit“, sagt einer von ihnen. Und eine andere Expertin betont: "Die Menschen spüren, dass ihnen die Kontrolle über ihre Länder gestohlen wird".

In einem Punkt sind sich alle einig: der Zugang zur Bildung ist für Chancengerechtigkeit entscheidend. Doch das Versprechen des Staates - "Bildung darf nicht vom Geld der Eltern abhängen" - ist längst ein leeres. Oft bestimmt die Herkunft den Erfolg. Warum erfüllt der Staat seine Pflicht nicht und überlässt es immer mehr Privatschulen und Privatkitas? Oder den Charity-Projekten von Millionären wie Gröner?

Wie kann man es verhindern, dass Reiche noch reicher und Arme noch ärmer werden? Was bedeutet das für die Demokratie und den Zusammenhalt in einer Gesellschaft? Das sind einige der Fragen, die mir beim Zuschauen des Filmes durch den Kopf gehen.

Den Autoren gelingt ein authentisches Porträt ihres Protagonisten Christoph Gröner, des mächtigen Millionärs. Sie geben uns einen Einblick in seinen Alltag. Mit Ehrgeiz und Fleiß hat er seine Ziele erreicht. Man bekommt eine Idee davon, wie ein Unternehmer, ein Mächtiger mit großen Ambitionen tickt. Seine Arroganz löst bei mir ein Schaudern aus. In der Baubranche ist er schon eine große Nummer, jetzt träumt der Baulöwe von noch Größerem. Eine Partei gründen und Deutschland regieren. Vorbilder dafür gibt es in der Weltpolitik ja bereits. 

Stand: Sat Nov 17 11:57:18 CET 2018 Uhr

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