Frauen entdecken die Welt

Frauen entdecken die Welt

Weltenbummlerinnen im Spiegel der Zeit

Zeitgenössisches Porträt von Jeanne Baret (l), Korallenbaum in Lissabon (o.), Wasserlilien auf Mauritius (u.). | Bildquelle: wikimedia, picture-alliance/dpa; Kombo: ARD.de

Jeanne Baret: In Männerkleidern den Erdball umrundet

Im Zuge der Aufklärung zogen ganze Heerscharen von Gelehrten aus, um die Welt zu erforschen. Frauen waren von dieser Entwicklung weitgehend ausgeschlossen. Ein Studium war ihnen nicht erlaubt, und Institutionen wie die Royal Geographical Society in Großbritannien befanden, dass Frauen "auf Grund ihres Geschlechts und ihrer körperlichen Verfassung" für Forschungsreisen nicht geeignet seien.

Die Französin Jeanne Baret (1740-1803) griff deshalb zu einer List: Als Mann verkleidet, schiffte sie sich 1768 in Richtung Tahiti ein. Sie gilt damit als erste Frau, die den Erdball umrundet hat. Baret heuerte als Assistent(in) des Botanikers Philibert Commercon an. Blieb ihre Tarnung während der Überfahrt noch unentdeckt, so änderte sich dies bei der Landung auf Mauritius: Die Einheimischen ließen sich nicht täuschen und sollen auf den ersten Blick das wahre Geschlecht Barets erkannt haben. Nach längeren Diskussionen fügte man sich schließlich in das Unvermeidliche. Gemeinsam mit Commercon blieb Jeanne Baret fünf Jahre lang auf Mauritius, um die Botanik der Insel zu erforschen. Als Commercon 1773 starb, ordnete Baret die gemeinsame Sammlung und brachte sie nach Frankreich zurück, wo sie als einer der bedeutendsten Beiträge zur Botanik gewürdigt wurde.

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