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Digital Audio Broadcasting (DAB / DAB+)
seit 1986/87 in dem EG-Projekt EUREKA EU 147 unter Federführung der Bundesrepublik Deutschland und unter Mitwirkung u. a. des Instituts für Rundfunktechnik entwickeltes Verfahren für digitalen terrestrischen Hörfunk. Die Vorteile von DAB gegenüber UKW liegen vor allem in der Klangqualität, die der von CDs entspricht, im stabilen Empfang auch über tragbare Empfänger und mit Autoradios sowie im niedrigen Frequenzbedarf bei großflächig verteilten Programmen.
Das Verfahren wurde seit 1995 in insgesamt neun Pilotprojekten in verschiedenen Bundesländern erprobt. An diesen Projekten haben sich mehrere Landesrundfunkanstalten und das Deutschlandradio beteiligt, zum einen mit bereits vorhandenen Programmen, zum anderen mit neuen Angeboten wie Bayern plus vom BR, DASDING vom SWR, MDR KLASSIK oder WDR 2 Klassik. Über viele Jahre war der Empfang entsprechender Programme allerdings meist auf die jeweiligen Sendegebiete eingeschränkt. Bis 2011 waren lediglich die Hörfunkprogramme von Deutschlandradio bundesweit, wenn auch lückenhaft, über DAB empfangbar.
Am 1. 8. 2011 startete ein neues, deutschlandweites DAB+-Netz (Weiterentwicklung von DAB mit mehr Programmkapazitäten und digitalen Zusatzangeboten) unter der Bezeichnung »Digitalradio« und in Kooperation mit ARD, Deutschlandradio und der Digitalradio Deutschland GmbH (Zusammenschluss privatwirtschaftlicher Veranstalter). Von den Ballungsregionen aus wird das neue Digitalradio-Netz schrittweise mit dem Ziel der Flächendeckung erweitert. Neben Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen sind bislang auch einige private Radioprogramme bundesweit auf Sendung. Innerhalb der Sendegebiete der Landesrundfunkanstalten sind viele regionale Radioprogramme über DAB+ empfangbar. Die genauen Empfangsmöglichkeiten sind über die Internetseiten der Landesrundfunkanstalten zu erfahren. Ältere DAB-Empfangsgeräte können kein DAB+ empfangen.Digitalradio in der ARD
BR Digitalradio / HR Digitalradio / MDR Digitalradio / NDR Digitalradio
RBB Digitalradio / SWR Digitalradio BW / SWR Digitalradio RP / WDR DigitalradioDAB-Entwicklung 1999 bis 2011
1999 haben die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation und die Landesmedienanstalten den Übergang zum Regelbetrieb eingeleitet. Dieser wurde – unter dem Signum »Digital Radio« – in allen Bundesländern gestartet, die bereits über DAB-Sender verfügen. In Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein hat der Aufbau der Sendernetze erst 2002 begonnen. Sendetechnisch erreichten die Digital-Radio-Programme zwischenzeitlich schon fast 80 Prozent der Bevölkerung in der Bundesrepublik.
An den gegründeten Sendebetriebsgesellschaften für die reguläre Verbreitung der DAB-Programme waren oder sind in vielen Fällen auch die betroffenen ARD-Anstalten und das Deutschlandradio beteiligt, so der BR an der Bayern Digital Radio GmbH, das Deutschlandradio an der Hessen Digital Radio GmbH, der NDR, Radio Bremen und das Deutschlandradio an der DRN Digital Radio Nord GmbH, der SR und das Deutschlandradio an der Digital Radio Saar GmbH, der SWR an der Digital Radio Südwest GmbH, der WDR und das Deutschlandradio an der Digital Radio West GmbH. Der MDR ist im Mai 2002 mit dem neuen, nicht über UKW verbreiteten Programm MDR KLASSIK wieder in DAB eingestiegen, um die langfristige Durchsetzung dieses Übertragungsstandards in seinem Sendegebiet zu unterstützen.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD verfügen seit der Erhöhung der Rundfunkgebühren von 1997 über Gebührenmittel zur Finanzierung der DAB-Einführung. Sie haben zum Teil schon im Rahmen der Pilotprojekte mit dem Aufbau entsprechender Sendernetze begonnen und sind eigenständig oder im Rahmen der Sendebetriebsgesellschaften an deren weiterem Ausbau beteiligt. Dieser geriet in den letzten Jahren immer wieder ins Stocken aufgrund diverser Uneinigkeiten zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Programmanbietern, Sendernetzbetreibern sowie der Geräteindustrie. Schließlich kam es 2009 zu einer Blockade der Gebührenmittel durch die KEF, worauf erst Anfang 2011, nachdem die geforderte Einigung über die Finanzierung stattfand, die Freigabe der Mittel folgte und ein Neustart möglich wurde.Letzte Änderung: 09.02.2012
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