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MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK (MDR)
seit 1991 – Sendebeginn 1992 – gemeinsame Landesrundfunkanstalt der Freistaaten Sachsen und Thüringen und des Landes Sachsen-Anhalt, seit 1992 Mitglied der ARD, heute fünftgrößte ARD-Anstalt. Rund 55. 000 qkm großes Sende- und Gebühreneinzugsgebiet mit rund 8,9 Millionen Einwohnern, in dem fast 4,7 Mio Hörfunk- und mehr als 4,1 Mio Fernsehgeräte angemeldet sind. Sitz: Leipzig.
Am MDR-Standort Erfurt angesiedelt ist der Kinderkanal von ARD und ZDF, KI.KA. ARD-intern hat der MDR die Federführung für das Verbindungsbüro in Los Angeles, das am 21. 2. 2000 offiziell eröffnet worden ist.
Vorläufer
1924 bis 1933 die anfangs private, dann halbstaatliche MIRAG (Mitteldeutsche Rundfunk AG); 1933 bis 1934 die voll verstaatlichte Mitteldeutsche Rundfunk GmbH; 1934 bis 1945 der Reichssender Leipzig; 1945 bis 1952 Landessender Leipzig/Mitteldeutscher Rundfunk; 1952 bis 1990 keine eigenständige Organisation innerhalb des zentralistischen Rundfunksystems der DDR; 1990 bis 1991 Radio Sachsen-Anhalt, Sachsen Radio und Thüringer Rundfunk.
Rechtsgrundlagen
vor allem der Staatsvertrag über den Mitteldeutschen Rundfunk vom 30. 5. 1991. Aufgabe des MDR ist danach die Veranstaltung von Rundfunk. Sein Programm »soll der Information und Bildung sowie der Beratung und Unterhaltung dienen« und die Gliederung des Sendegebiets in Länder angemessen berücksichtigen. Die ausführlichen Programmgrundsätze verpflichten den MDR u. a., »die Zusammengehörigkeit im vereinigten Deutschland« zu fördern.
Programme
drei jeweils eigene Hörfunk-Landesprogramme für die einzelnen Staatsvertragsländer (MDR 1 RADIO SACHSEN, MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT und MDR 1 RADIO THÜRINGEN), vier zentrale Radioprogramme für das gesamte Sendegebiet (MDR JUMP, MDR INFO, MDR FIGARO, MDR SPUTNIK), das DAB-Projekt MDR KLASSIK, ein eigenes Drittes Fernsehprogramm (MDR FERNSEHEN) mit einem eigenen Videotext-Dienst (MDR-Text), ein 10,85-Prozent-Anteil am ARD-Gemeinschaftsprogramm Erstes Deutsches Fernsehen, Beteiligungen an den Satellitenprogrammen 3sat, ARTE, KI.KA und PHOENIX sowie an ARD Digital, Beteiligung am Deutschlandradio, eigene Online-Angebote unter MDR.DE.
Organisation
Wichtigstes Aufsichtsorgan ist der 43-köpfige Rundfunkrat, der die Interessen der Allgemeinheit vertritt. Er setzt sich aus je einem Vertreter der Landesregierungen, Vertretern der in mindestens zwei Landtagen vertretenen Parteien und Repräsentanten bestimmter, proportional auf die Staatsvertragsländer verteilter »gesellschaftlich bedeutsamer Organisationen und Gruppen« zusammen. Das zweite Aufsichtsgremium, der primär mit ökonomischen Kontrollbefugnissen ausgestattete Verwaltungsrat, zählt sieben Mitglieder, drei aus Sachsen und jeweils zwei aus Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Die Verantwortung für den Betrieb und die Programmgestaltung trägt ein vom Rundfunkrat auf Vorschlag des Verwaltungsrats für sechs Jahre gewählter Intendant. Darunter gliedert der MDR sich in ein Justiziariat, Programmdirektionen für Hörfunk und Fernsehen, eine Verwaltungs- und eine Betriebsdirektion sowie drei Landesfunkhäuser. Insgesamt hat er 2. 017 besetzte Planstellen und zahlreiche freie Mitarbeiter (2010).
Finanzen
2010 erzielte der MDR Erträge in Höhe von rund 676 Mio Euro, davon 572 Mio Euro an Rundfunkgebühren aus dem eigenen Sendegebiet. Weitere wichtige Einnahmequellen: Rundfunkwerbung und Erträge aus Koproduktionen, Kofinanzierungen, Programmverwertungen etc. Beim MDR gibt es in vier Hörfunkprogrammen und werktags vor 20.00 Uhr im Ersten Fernsehprogramm Werbung. Mit deren Durchführung ist eine Tochtergesellschaft beauftragt (MDR-WERBUNG GmbH).
Infrastruktur
Zentrale in Leipzig mit einer Betriebsstätte für den Hörfunk in Halle, Landesfunkhäuser in Dresden, Magdeburg und Erfurt, Regionalstudios in Dessau, Halle und Stendal, Bautzen, Chemnitz und Leipzig, Gera, Heiligenstadt und Suhl, Büros im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin, Regional- bzw. Korrespondentenbüros in Görlitz und Plauen, Naumburg, Wenigerode, Weimar, Jena, Saalfeld, Sondershausen, Eisenach und Berlin. Am gemeinsamen Auslandskorrespondentennetz der ARD ist der MDR vor allem mit Korrespondenten in Neu Delhi, Prag, Washington und Brüssel beteiligt. Die Rundfunkanstalt unterhält drei eigene Klangkörper: das MDR SINFONIEORCHESTER, den MDR RUNDFUNKCHOR und den MDR KINDERCHOR.
Für die Verbreitung seiner Programme nutzt der MDR sowohl terrestrische Sendernetze als auch Satelliten und Kabelnetze sowie partiell das Internet. Er verfügt – mit einer Ausnahme – aus historischen Gründen, anders als die westdeutschen Landesrundfunkanstalten, nicht über eigene Sender, sondern greift auf Verbreitungskapazitäten der Telekom bzw. anderer Satellitenunternehmen und Netzbetreiber zurück.
Quelle: ABC der ARD | Stand: 08.02.2012




