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Coleman Hawkins
Der Erfinder des Tenorsaxofons
Coleman Hawkins revolutionierte das Tenorsaxofon, "erfand" die Jazzballade neu und inspirierte eine ganze Generation von Saxofonisten.
"Indem ich Hawk hörte, habe ich Balladen spielen gelernt". Was Miles Davis über Coleman Hawkins sagte, steht beispielhaft für die Vorreiterrolle, die der Musiker über Generationen und Stile hinweg in der Jazzgeschichte gespielt hat und noch heute spielt. Mit den Einflüssen von Swing-Star Louis Armstrong und des Pianisten Art Tatum, von dessen rhythmisch und harmonisch freier Spielweise sich Hawkins inspirieren ließ, entwickelte der Musiker einen völlig neuen Saxofon-Stil: ein lauter, fast aggressiver Ton, und eine rhythmisch und melodisch freie, improvisatorische Spielweise. Damit gehörte das meist clowneske, karikaturhafte Saxofon der 20er Jahre der Vergangenheit an. Als heimlicher Frontmann des Henderson-Ensembles galt er bereits mit 25 Jahren als der größte Saxofonist aller Zeiten.
Coleman Hawkins wurde am 21. November 1904 in St. Joseph, Missouri, geboren. Er lernte Klavier, Cello und Saxofon, spielte bereits als Teenager professionell in Clubs und studierte Harmonie und Komposition. Die klassische Ausbildung und das Beherrschen von Kompositions- und Harmonielehre war für Hawkins eine unverzichtbare Voraussetzung: "Um wirklich improvisieren zu können, muss ein Musiker alles beherrschen, nicht nur sein Instrument, sondern auch Harmonielehre, Kompositionstechnik, Musiktheorie, einfach alles."
"Er kannte so gut wie jede Melodie"
Und Coleman Hawkins beherrschte alles: "Er kannte so gut wie jede Melodie, die je geschrieben wurde, und er konnte sie alle spielen, in jeder Tonart, einfach so, ohne zu zögern", sagte der Pianist Roy Eldridge, mit dem Hawkins in den 50er Jahren zusammenspielte. Diesem Star-Image war sich Hawkins wohl bewusst. Er hielt sich stets für den Besten, legte größten Wert auf modische Kleidung und elegante Autos. Hawkins ging mit der Zeit, wurde nicht nur einer der führenden Swing-Musiker, sondern war auch einer der ersten, die den Bebop aus der Taufe hoben: 1944 leitete er mit Dizzy Gillespie die erste Plattensession dieses neuen Stils und machte ihn in Kalifornien salonfähig.
Coleman Hawkins spielte gleichermaßen Swing, Bebop, Hardbop und Free Jazz. Zu seinen Partnern gehörten neben Roy Eldridge und Fletcher Henderson u.a. John Coltrane, Sonny Rollins sowie - während seiner fünfjährigen Europareise von 1934 bis 1939 - Django Reinhardt und Benny Carter. Trotz seines Interesses für moderne Jazzstile, blieb er durch seine klassische Ausbildung immer auch in der Tradition, vor allem in der Musik Bachs, verwurzelt. So zeigt eines seiner berühmtesten Improvisationen, "Picasso", eine drei Minuten lange Saxofon-Fantasie, Parallelen zu Bachs "Chaconne" für Violine Solo. Coleman Hawkins starb am 19. Mai 1969 in New York City an einer Lungenentzündung.
Stand: 19.11.2004





