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23.05.2012

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Archiv | Kultur

Beginn des Inhaltes

Porträt

Charlie Parker – der Vater des Bebop

Charlie Parker gilt als einer der Pioniere des modernen Jazz. Schon während seines kurzen, aber exzessiven Lebens galt der Saxofonist in der Jazzszene als Kultfigur.

Geboren am 29. August 1920 in der damaligen Musikmetropole Kansas City, Missouri, kam Charlie Christopher Parker schon früh mit den berühmtesten Musikern seiner Zeit in Kontakt und begann mit 13 Jahren selbst Saxophon zu spielen. Schon bald war er Mitglied in mehreren professionellen Bands. Ende der 30er Jahre führte ihn ein Engagement bei der Tourneeband des Jay McShann Orchestra nach New York, wo er unter anderem mit Billy Eckstine zusammenarbeitete. Ein Leben auf der Überholspur begann: Bereits mit 20 Jahren war Parker, genannt "Bird", ein erfolgreicher und bekannter Musiker, und nur fünf Jahre später einer der bedeutendsten Saxofonisten seiner Zeit. Er entwickelte schnell einen unverkennbaren Stil und gründete 1945 mit Dizzy Gillespie die erste Bebop-Combo. Die neue Art der Musik setzte sich Ende der 40er Jahre durch und bereitete den Weg für die Ära des modernen Jazz.

Ausschweifender Lebensstil

Die Musik war der wichtigste Teil seines Lebens, aber nicht der einzige. Seit seiner Jugend war für den lockeren Umgang mit Alkohol und Drogen bekannt, schon mit 15 Jahren war er heroinabhängig. Seine freie Zeit verbrachte er im Nachtleben oder mit einer seiner zahlreichen Affären. Der ausschweifende Lebensstil hinterließ Spuren. Am 12. März 1955 starb Charlie Parker in New York City, geschwächt von Leberzirrhose, Magengeschwüren und einer Lungenentzündung.

Bebop - Jazz als Kunstform

Charlie Parker, CD-Cover. Label: Proper Box UK Bild gross Charlie Parker-CD-Box

Der Interpret mit dem Hang zur Selbstinszenierung war ein Genie auf seinem Instrument. Parker experimentierte mit komplexen Rhythmen. Er verdoppelte das Tempo und entwickelte alternative Akkordwechsel - große, nervöse Intervallsprünge, die zum unverkennbaren Merkmal einer neuen Musikrichtung, des Bebop, wurden. Auch wenn viele Zeitgenossen mit seiner Musik nichts anfangen konnten, so faszinierte er sein Publikum mit jener selbstverständlichen Durchbrechung festgefahrener Strukturen. Aus dem Jazz als Tanzmusik wurde so eine anspruchsvolle Kunstrichtung.

Stand: 03.07.2008

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