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Drama "Biutiful" | Filmstart 10.03.2011
Javier Bardem in einem aussichtslosen Kampf
Harald Steinwender
Uxbal ist ein kleiner Ganove, der sich und seine Familie mehr schlecht als recht durchbringt. Doch dann erfährt er, dass er nur noch wenige Wochen zu Leben hat. Javier Bardem brilliert in der Hauptrolle in diesem berührenden Melodram von Alejandro González Iñárritu.
Uxbal (Javier Bardem) lebt mit seinen Kindern Ana (Hanaa Bouchaib) und Mateo (Guillermo Estrella) in einer heruntergekommenen Wohnung in Barcelona. Seinen Lebensunterhalt verdient der Kleinganove mit Auftritten als Geisterseher und der Vermittlung von Schwarzarbeitern, die sich illegal in Spanien aufhalten. Als Uxbal erfährt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist, beschließt er, sein Leben in Ordnung zu bringen und sich mit seiner Ex-Frau Marambra (Maricel Álvarez) zu versöhnen. Doch seine Versuche, es allen recht zu machen, gleichen einer Sisyphos-Aufgabe.
Ein Familienvater auf dem Passionsweg
Vor elf Jahren betrat Alejandro González Iñárritu mit dem wuchtigen Episodendrama "Amores Perros" mit einem Paukenschlag die internationale Filmbühne. Schnell etablierte sich der mexikanische Regisseur mit Filmen wie "21 Gramm" und "Babel" als einer der bedeutendsten Gegenwartsregisseure, der sich stilsicher zwischen Kunstkino und Mainstream bewegt. Sein neuester Film "Biutiful" steht den Vorgängern in Kunstfertigkeit und melodramatischem Pathos in nichts nach.
"Biutiful" erzählt in harten, kontrastreichen Bildern vom Passionsweg eines Familienvaters, in dessen Leben nichts, aber auch gar nichts stimmt. Bardems Uxbal ist ein Toter auf Urlaub, sein Leben bestenfalls ein Überleben. Uxbal hat Krebs, seine Ex-Frau ist Alkoholikerin und manisch depressiv, seine Arbeit so elend wie die Jobs, die er den Migranten vermittelt. Selbst Barcelona, das in Woody Allens "Vicky Christina Barcelona" noch eine sonnige Touristenmetropole war, durch die Bardem als verführerischer Latin Lover flanierte, taucht Iñárritu in ein hässliches Smogblau. Barcelona ist ein trister Moloch, eine Stadt wie ein wucherndes Krebsgeschwür. Und doch ist auch Uxbals Leben "biutiful", schön und lebenswert – durch die Liebe des Vaters zu seinen Kindern, seine Erinnerungen an bessere Tage, die trotz allem noch vorhandenen Gefühle für seine Ex-Frau.
Schonungsloser Realismus trifft auf Poesie
Mit großer Zärtlichkeit nähert sich der Regisseur seinen Protagonisten, entwickelt selbst aus Nebenfiguren differenziert gezeichnete und vielschichtige Charaktere. Mit seinem Ensemble aus Immigranten und Heimatlosen, Dieben und Verlorenen entwirft Iñárritu ein Panorama der Verlierer der Globalisierung. Jeder scheint in dieser Welt entwurzelt und sich entfremdet. Immer wieder findet "Biutiful" trotz der zermürbend düsteren Alltagsimpressionen auch poetische Bilder, die den Film in die Nähe eines magischen Realismus rücken und Hoffnung auf etwas wecken, das es jenseits dieser Welt geben mag.
Zutiefst berührendes, sehenswertes Kino
"Biutiful" ist geradliniger erzählt als die bisherigen Werke des 47-jährigen Filmemachers. Iñárritu ist ein zutiefst berührender, anspruchsvoller, mitunter auch sperriger Film gelungen, der nicht zuletzt wegen des sensiblen, in Cannes zu Recht ausgezeichneten Spiels von Javier Bardem höchst sehenswert ist.
Quelle: Kino Kino | br-online.de
br | Stand: 10.03.2011
Film-Info
- Filmtitel:
- Biutiful (Spanien/Mexiko, 2010)
- Regie:
- Alejandro González Iñárritu
- Darsteller:
- Javier Bardem
- Maricel Álvarez
- Hannaa Bouchaib
- Guillermo Estrella
- Länge:
- 147 Min.
- Kinostart:
- 10.03.2011
- FSK:
- Ab 16
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