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23.05.2012

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Film & Kino

Beginn des Inhaltes

Teil 2: Bud Spencer wird 80

Aus Dr. jur. Carlo Pedersoli wird Bud Spencer

Weil er seinen guten Namen nicht durch einen Filmflop in einer Rolle als dicker Tollpatsch riskieren wollte, legte Carlo Pedersoli sich das Pseudonym Bud Spencer zu. Geplant war nur ein Film. Doch es wurden über 100.

Terence Hill und Bud Spencer spielten bereits 1959 im Film "Hannibal" in Nebenrollen mit, hatten sich bei den Dreharbeiten jedoch nicht kennen gelernt. Acht Jahre später standen sie erneut gemeinsam in dem recht gewaltsamen Western "Gott vergibt, wir beide nie" vor der Kamera - dieses Mal in den Hauptrollen.

In diesem Film trat Carlo Pedersoli zum ersten Mal unter seinem Pseudonym Bud Spencer auf. Er wollte seinen Ruf als erfolgreicher Sportler nicht durch eine komische Rolle in einem möglicherweise nicht erfolgreichen Film riskieren. "Deshalb habe ich mir den Künstlernamen Bud Spencer ausgedacht. Bud wie das Bier und Spencer wie Spencer Tracy", sagte er 2008 in der "Süddeutschen Zeitung". Spencer Tracy war ein US-amerikanischer Schauspieler, den er verehrte.

Der Western kam in den 1980er Jahren erneut in die Kinos, unter dem Titel "Zwei vom Affen gebissen" - in einer neuen, ulkigen Synchronisation. 1970 schafften Bud Spencer und Terence Hill in "Die rechte und die linke Hand des Teufels" den internationalen Durchbruch. Die beiden prügelten sich fortan hoch zu einem der erfolgreichsten Film-Duos aller Zeiten - und wurden auch privat Freunde.

"Um Gottes Willen, ein Harfenkonzert"

"Ich wollte wirklich nur diesen einen Film machen", sagte Spencer 2008 rückblickend über "Gott vergibt, wir beide nie". "Na ja, am Ende sind es dann doch 104 geworden." Für sie bekam er internationale Preise. 2004 erhielt er beim Internationalen Comedy Film Festivals in Peniscola eine Auszeichnung für sein Lebenswerk. Zu den kultigsten Spencer/Hill-Streifen gehört auch "Vier Fäuste für ein Halleluja" (1972). Die Dialoge zwischen Spencer, Hill und weiteren Darstellern bringen auch heute noch die Fans zum Lachen.


Beginn Texteinschub
Dialog aus "Vier Fäuste gegen Rio"
Terence Hill: "Um Gottes Willen, ein Harfenkonzert. Es spielt die Gräfin Sonfonia Macado Calvose. Das wird ja ein schöner Mist sein, der uns da um die Ohren fliegt."
Bud Spencer: "’N Hafenkonzert?"
Terence Hill: "Nicht Hafen-, Harfenkonzert"! ’Ne Harfe ist so’n Gartenzaun, wo man reingrabscht."
Ende Texteinschub

Spencer spielte auch in Fernsehserien mit ("Big Man", "Zwei Supertypen in Miami") und schrieb weiter Filmmusik. Der letzte Film mit Terence Hill kam nach achtjähriger Pause 1994 unter dem Namen "Die Troublemaker" heraus. Seitdem halten sich Gerüchte über einen weiteren gemeinsamen Film, die auch von den beiden Schauspielern selbst gestreut werden. Dabei soll es sich um eine lustige Version von "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" oder "Don Quijote und Sancho Pansa" handeln. Konkrete Pläne oder ein Drehbuch dazu sind jedoch nicht bekannt.


Beginn Texteinschub
Szene aus "Zwei Missionare"
Soldat: "Sind euch zufällig zwei katholische Priester begegnet?"
Bud Spencer: "War der eine so’n blonder Pfeifenwichs mit himmelblauen Augen?"
Terence Hill: "Und der andere fett und doof mit ’nem Gesicht wie ’n Gorilla nach ’nem Verkehrsunfall?"
Bud Spencer: "Also die beiden haben wir nie gesehen."
Ende Texteinschub

Seit Mitte der 1990er Jahre ist es ruhiger geworden um Bud Spencer. Er spielte nur noch vereinzelt kleinere Rollen, so etwa im Seefahrer-Film "Söhne des Windes" und in "Padre Speranza - Mit Gottes Segen", der hierzulande nur als DVD veröffentlicht wurde. Im Februar dieses Jahres kam sein aktuellster Film in die Kinos: "Mord ist mein Geschäft, Liebling". Auch in dieser Mafia-Komödie mit Rick Kavanian, Günther Kaufmann und Nora Tschirner spielt Spencer eine Nebenrolle.

Erfinder von Zahnbürsten und Spielzeugmäusen

Bud Spencer mit seiner Frau Maria Amato; Foto: picture-alliance/dpa Bild gross Bud Spencer 2004 mit seiner Frau beim Internationalen Comedy Film Festival.

In seinem wahren Leben zeigte Spencer sich auch außerhalb von Schauspielerei, Sport und Musik als Tausendsassa. Er ist beispielsweise Jet- und Hubschrauberpilot und war Vorstand des Lufttaxi-Unternehmens "Mistral Air" sowie Hauptaktionär der "Panair International".

Nebenbei hat er sich wiederholt als Erfinder betätigt: Er konstruierte unter anderem eine elektrische Spielzeugmaus, ein Türschloss, ein Jagdgewehr, eine Zahnbürste mit integrierter Zahnpasta und einen Spazierstock, aus dem sich ein Sitz sowie eine kleine Tischplatte herausklappen lassen. Angeblich besitzt er zwölf Patente.

Auch in der Politik versuchte sich der Italiener. 2005 kandidierte er bei den Regionalwahlen in Lazio für die Partei seines Freundes Silvio Berlusconi, "Forza Italia". Gewählt wurde er allerdings nicht.

"Körperlich 80, aber 28 im Gehirn"

Carlo Pedersoli ist seit 1960 mit seiner Frau Maria verheiratet, die er in der Öffentlichkeit gerne als seinen "Engel" bezeichnet. Die beiden haben drei Kinder und mehrere Enkelkinder.

An den Ruhestand denkt der Mann, der am 31. Oktober 2009 seinen 80. Geburtstag feierte, nicht: "Ich bin körperlich 80, aber 28 im Gehirn", sagte er bei "TV Total". In der deutschen Filmversion von "Sie nannten ihn Mücke" wird er gefragt, warum sie einen Hünen wie ihn "Mücke" nennen. Seine Antwort: "Wahrscheinlich, weil ich wie ein Insekt vor nichts zurückschrecke." Dieses Motto trifft auch auf sein wahres Leben zu.

Weiter mit Teil 3: Interview mit einem Bud-Spencer-Fan

Stand: 01.11.2009

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