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Agententhriller "Dame, König, As, Spion" | Filmstart 02.02.2012
Großartiges Ensemble in einem großartigen Film
Gregor Wossilus
John Le Carré lieferte die Vorlage für diesen spannenden Agententhriller: Gary Oldman muss als britischer Meisterspion einen Doppelagenten enttarnen, der mitten im Zentrum des Secret Service sitzt. "Dame, König, As, Spion" ist für drei Oscars nominiert.
London in den 1970er-Jahren: Es ist die Zeit des Kalten Krieges. Ex-Spion George Smiley (Gary Oldman) wird aus dem Ruhestand reaktiviert. Im zentralen Führungsstab des britischen Geheimdienstes, genannt Zirkus, soll ein Maulwurf sitzen, der für die Russen arbeitet. Smiley soll ihn entlarven. Und so wird der alte Meisterspion selbst zum Maulwurf und beginnt, mit seinem unvergleichlichen Spürsinn gegen die eigenen Kollegen in seiner ehemaligen Arbeitsstätte zu ermitteln.
Essenz aus John Le Carrés Romanschaffen
Der schwedische Regisseur Tomas Alfredson hat es bei seiner Romanverfilmung "Dame, König, As, Spion" verstanden, die Psychologie, innere Motivation und perfide Gedankenstruktur der Figuren nachvollziehbar auf die Leinwand zu bringen. Damit gelingt es ihm, die Essenz von John Le Carrés Roman für das Kino zu übersetzen. Es gibt kein Spektakel, keine Hochgeschwindigkeitsaction oder das Zurschaustellen üppiger Luxusartikel, wie es zum Beispiel die James-Bond-Filmserie bietet.
Stattdessen blickt der Film tief ins Innere seiner Charaktere. Er zeichnet ein ebenso faszinierendes wie verstörendes Bild von Menschen, die an einem gigantischen, teuflischen Schachspiel mit ihnen selbst als Figuren teilnehmen. Alles im Vertrauen auf eine gerechte, größere Sache. John Le Carrés Roman ist auch eine psychologische Untersuchung des Kalten Krieges und seiner Kämpfer, und der Film trägt dem Rechnung.
Welt der Geheimdienste
Völlig entschleunigt und exzellent ausgestattet bietet "Dame, König, As, Spion" einen Blick hinter die Kulissen der Geheimdienste. Es ist eine ebenso aufregende wie abscheuliche Welt, in der menschliche Schicksale am Schreibtisch entschieden werden, rücksichtloses Karrieredenken, Verrat und geplanter Mord Hand in Hand gehen.
Inhaltlich absolut überzeugend, wird der Film zusätzlich von einem starken Gary Oldman in der Rolle des George Smiley getragen: Mit seiner Mischung aus britischer Zurückhaltung, beruflicher Kühle und innerem Leiden aufgrund seiner zerrütteten Ehe beeindruckt Oldman auf ganzer Linie.
Kaum verwunderlich, dass er für den Oscar 2012 als "Bester Hauptdarsteller" nominiert ist. Neben dem solide aufspielenden Oscarpreisträger Colin Firth bleibt vor allem auch der Brite Benedict Cumberbatch im Gedächtnis: Als Smileys Gehilfe Peter Guillam lässt er den Zuschauer mitfühlen, welch schwere Opfer der Geheimdienst seinen Mitarbeitern abverlangt. Ein großartiges Ensemble in einem großartigen Film.
Beginn Texteinschub
Quelle: "Kino Kino"
br | Stand: 02.02.2012
Film-Info
- Filmtitel:
- Tinker Tailer Soldier Spy (GB/F/D, 2011)
- Regie:
- Tomas Alfredson
- Darsteller:
- Gary Oldman
- Colin Firth
- John Hurt
- Benedict Cumberbatch
- Länge:
- 127 Min.
- Kinostart:
- 2. Februar 2012
- FSK:
- ab 12 Jahre
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"Kino Royal"-Kritik [ard mediathek]
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