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23.05.2012

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Film & Kino

Beginn des Inhaltes

Spannung vor der Preisverleihung

Avatar, Waltz, Das weiße Band - wer holt einen Oscar?

Sybille Klormann

In der Nacht zu Montag ist es wieder soweit: Hollywood feiert sich und die besten Filme des Jahres bei der 82. Oscar-Verleihung im Kodak Theatre in Los Angeles. ARD.de zeigt, wer nominiert ist und wer gute Chancen auf die begehrten Filmpreise hat.

Oscar-Statuen, Blick auf das Kodak Theatre in Los Angeles Foto: picturealliance/dpa, Kombo: ARD.de

Das 3-D-Spektakel "Avatar - Aufbruch nach Pandora" ist nicht nur der teuerste Film aller Zeiten, sondern seit Januar 2010 auch der erfolgreichste: Regisseur James Cameron hat nach zwölf Jahren seinen eigenen Einspielrekord an den Kinokassen gebrochen und "Titanic" vom Thron gestoßen. Mit neun Oscar-Nominierungen zählt "Avatar" zu den Top-Favoriten des Abends.

Rein rechnerisch ist "The Hurt Locker" ("Tödliches Kommando") die größte Konkurrenz für "Avatar", denn auch Kathryn Bigelows Film ist in neun Kategorien nominiert - unter anderem als bester Film und für die beste Regie. Der Thriller zeigt die Arbeit eines US-Bombenräumkommandos im Irak, erkundet die Seelenlage der Soldaten, die nach ihrer Rückkehr nicht mehr mit dem Alltag in den USA zurechtkommen. Mit dem Film wollte die Regisseurin ausdrücken: "Leute, schaut hin, das ist Krieg", erklärte sie im "KinoKino"-Interview.

Nominiert für neun Oscars

"Avatar - Aufbruch nach Pandora"

Filmszene aus "Avatar - Aufbruch nach Pandora" Foto: Fox

Neun mal ist James Camerons "Avatar" nominiert: In den Kategorien "Bester Film", "Beste Regie", "Beste Filmmusik", "Beste Kamera", "Bester Ton", "Bester Tonschnitt", "Beste Ausstattung", "Beste visuelle Effekte" und "Bester Filmschnitt". [br]

Deutsche Hoffnungen


Beginn Texteinschub
"Das weiße Band" spielt in Eichwald - einem fiktiven Dorf in Norddeutschland - kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Seltsame Vorfälle bringen das Dorfleben durcheinander: Eine Arbeiterin stirbt bei einem Unfall, ein Junge wird misshandelt, ein Bauer begeht Selbstmord. Regisseur Michael Haneke demonstriert die emotionalen Eruptionen struktureller Gewalt und den Verlust von Unschuld und hat damit ein verstörendes und beklemmendes Meisterwerk geschaffen.
Ende Texteinschub

Als bester fremdsprachiger Film wurde die BR-Koproduktion "Das weiße Band" bereits im Januar bei der Golden-Globe-Verleihung ausgezeichnet. Und wer hier gewinnt - so zeigen es die vergangenen Jahrzehnte - darf auch auf einen Oscar hoffen. Michael Hanekes Schwarzweißfilm ist für die beste Kamera nominiert und konkurriert mit der israelisch-deutschen Produktion "Ajami", dem französischen Cannes-Gewinner "Ein Prophet", "Eine Perle Ewigkeit" aus Peru sowie "El secreto de sus ojos" aus Argentinien um den Auslandsoscar.

Bester Nebendarsteller - Christoph Waltz?

Christoph Waltz darf sich nach dem Gewinn der Goldenen Palme 2009 und des Golden Globes 2010 große Chancen auf einen Oscar ausrechnen: Der Österreicher brillierte als SS-Oberst Landa an der Seite von Brad Pitt in Quentin Tarantinos "", der ebenfalls in acht Kategorien nominiert ist. Waltz tritt in Los Angeles in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" gegen Matt Damon ("Invictus - Unbezwungen"), Woody Harrelson ("The Messenger"), Christopher Plummer (") und Stanley Tucci ("In meinem Himmel") an.

"Bester Film" - die 10 Nominierungen

Avatar - Aufbruch nach Pandora

Regie: James Cameron

"Avatar" ist ein spektakuläres Fantasy-Spektakel in 3 D, das auf Pandora spielt. Die Ureinwohner des Planeten - die Na'vis - leben in vollkommenem Einklang mit der Natur. Bis die Menschen die Harmonie stören: Sie benötigen ein seltenes Mineral des Planeten. Jake Sully, ein Ex-Marine, soll im Körper eines Avatar - ein Lebewesen, das wie ein Na'vi aussieht, jedoch von Menschen "gesteuert" wird - das Naturvolk infiltrieren und den Weg für den Abbau des Minerals frei machen.

The Hurt Locker

Regie: Kathryn Bigelow

Terror, Angst und Elend regieren im Irak - der Krieg hat das Land vollkommen verwüstet. Es sind die jungen Soldaten eines US-Bombenräumkommandos, die in diesem Hexenkessel Drähte abklemmen, mit Maschinengewehren im Anschlag die Straßen sichern und täglich aufs Neue ihr Leben aufs Spiel setzen. Perfekt wird die Seelenlage der Männer geschildert, die nach ihrer Rückkehr nicht mehr mit dem Alltag in der Heimat zurechtkommen.

Inglourious Basterds

Regie: Quentin Tarantino

Frankreich während des Zweiten Weltkriegs: Eine Jüdin entkommt, als ein SS-Oberst ihre Familie ermordet. Ein Trupp jüdischer US-Soldaten - die "Inglourious Basterds" - skalpiert Nazis. Und letztlich kreuzen sich all ihre Wege wieder: In einem Kino in Paris. Bei einer Filmvorführung, bei der Adolf Hitler im Publikum sitzt.Zur Filmkritik

Up in the Air

Regie: Jason Reitman

Ryan Bingham ist immer unterwegs. 322 Tage hat er im vergangenen Jahr im Hotel verbracht. Er liebt die Ungebundenheit und Anonymität und hat ein großes Ziel: Die Zehn-Millionen-Bonusmeilen-Mauer knacken. Sein Job: Angestellte von Firmen feuern, wenn deren Chefs nicht den Mut dazu haben. Der Vielflieger ist voll in seinem Element - bis sein Leben durch zwei Frauen arg ins Trudeln gerät.

Up

Regie: Peter Docter, Bob Peterson

Als Bauinvestoren dem mürrischen Rentner Carl Fredericksen sein Häuschen abluchsen wollen und er ins Altersheim soll, fasst der frühere Ballonverkäufer einen Plan: An tausenden von Luftballons schwingt er sich mitsamt seinem Haus in die Lüfte und begibt sich auf große Reise nach Südamerika - ein Traum, den er sich schon immer erfüllen wollte. Oben in der Luft entdeckt Carl den jungen Russell - ein blinder Passagier.

District 9

Regie: Neill Blomkamp

Über 20 Jahre ist es her, dass ein Raumschiff über Johannesburg auftauchte. Die Außerirdischen strandeten auf der Erde und wurden in ein Auffanglager gebracht. Dieser sogenannte District 9 liegt mitten in der Innenstadt und hat sich schnell zu einem Slum entwickelt. Nun soll der ganze Distrikt umgesiedelt werden. Das Wohl der Außerirdischen ist dabei zweitrangig.

A Serious Man

Regie: Joel & Ethan Coen

Eigentlich lebt Larry Gopnik ein beschauliches Leben in einer kleinen jüdischen Gemeinde in den USA. Er ist ein liebender Ehemann, fürsorglicher Vater, erfolgreicher Professor - bis seine Frau die Scheidung will, seine Tochter ihn bestiehlt, sein Sohn Probleme in der Schule hat und seine eigene Karriere in Gefahr gerät. Gopnik beschließt, sich Hilfe bei einem Rabbi zu holen.

An Education

Regie: Lone Scherfig

In einer eintönigen Londoner Vorstadt wächst die fleißige Schülerin Jenny auf. Ihr größter Wunsch ist es, einen Studienplatz in Oxford zu ergattern und Lehrerin zu werden. Als sie den Mittdreißiger David kennenlernt, gerät ihr Leben jedoch aus den Fugen: Er entführt sie in die unbekannte Welt der Nachtclubs, Dinnerparties und Kunst-Auktionen. Und als Jenny tatsächlich die Möglichkeit hat, in Oxford zu studieren, hat sie plötzlich ganz andere Probleme.

Precious

Regie: Lee Daniels

Claireece "Precious" Jones ist 16, fettleibig, schwarz und sie erwartet ihr zweites Kind von ihrem eigenen Vater. Zu Hause erträgt sie die Misshandlungen ihrer arbeitslosen Mutter, außerhalb der eigenen vier Wände schweigt sie und träumt sich durch den Alltag. Hoffnung keimt in ihr auf, als sie die Möglichkeit bekommt, in einer alternativen Schule einen Abschluss zu machen.

The Blind Side

Regie: John Lee Hancock

Es ist die Geschichte des Michael Oher: Ein obdachloser, ungebildeter Teenager, der von einer Familie aufgenommen wird, die ihn wie ein echtes Familienmitglied behandelt und sein Leben in die richtigen Bahnen lenkt. Bald wird er in ein College-Football-Programm aufgenommen, das aus ihm einen NFL-Profi machen soll.

Bester Hauptdarsteller - diesmal Jeff Bridges?

Jeff Bridges bei der Golden-Globe-Verleihung 2010 Foto: picturealliance/dpa Gewann in diesem Jahr bereits den Golden Globe: Jeff Bridges

Er gilt als ewig Unterschätzter: Schon fünf Mal war er nominiert, am Ende musste er aber immer mit leeren Händen nach Hause gehen: Jeff Bridges, der für seine Rolle als heruntergekommener Countrysänger in "Crazy Heart" diesmal bessere Chancen auf einen Oscar hat. Zumindest hat er im Januar beim Rennen um den Golden Globe die Hauptdarsteller-Kandidaten George Clooney (") und Morgan Freeman ("Invictus" - Unbezwungen) schon einmal ausgestochen. Neben diesem Trio sind auch noch der Brite Colin Firth ("A Single Man") und Jeremy Renner ("The Hurt Locker") nominiert.

Beste Hauptdarstellerin - Sandra Bullock?

Sandra Bullock ist erstmals als beste Hauptdarstellerin nominiert - für ihre Rolle in dem Drama "The Blind Side". Es ist die wahre Geschichte einer US-amerikanischen Hausfrau, die einen vernachlässigten schwarzen Teenager in ihre Familie aufnimmt.

Außerdem nominiert sind: Helen Mirren, zu sehen in dem Drama "Ein russischer Sommer" in der Rolle der Ehefrau des Dichters Leo Tolstoi, Meryl Streep in der Koch-Komödie "Julie & Julia", Gabourey Sidibe ("Precious") und Carey Mulligan ("An Education").

Beste Nebendarstellerin

Die Liste der Stars, die der Musical-Film "Nine" aufbietet, ist lang. Doch nur eine hat es unter die nominierten Schauspieler geschafft: Penelope Cruz, die in dem Film die Geliebte des Musical-Regisseurs Guido Contini (Daniel Day-Lewis) spielt. Ebenfalls nominiert als beste Nebendarstellerin: Vera Farmiga und Anna Kendrick (beide "Up in the Air"), Maggie Gyllenhaal in "Crazy Heart" und Mo'Nique in "Precious".

Die Nominierten in der Kategorie "Beste Regie"

James Cameron

James Cameron Foto: picturealliance/dpa

Mit "Titanic" feierte er vor zwölf Jahren seinen größten Kinoerfolg - "Avatar - Aufbruch nach Pandora" zeigt jetzt, wie Kino der Superlative aussieht. Regisseur James Cameron hat ein 3-D-Spektakel der Superlative geschaffen. Dafür ist er in der Kategorie "Beste Regie" heißer Favorit auf einen Oscar.

Kathryn Bigelow

Kathryn Bigelow Foto: picturealliance/dpa

Kathryn Bigelow hat aus einem Mini-Budget von elf Millionen US-Dollar das Maximum herausgeholt: "The Hurt Locker - Tödliches Kommando" glänzt vor allem durch gezielt eingesetzte, präzise inszenierte Action. Sie macht den Druck, unter dem US-Soldaten im Irak stehen, für den Zuschauer erlebbar.

Quentin Tarantino

Quentin Tarantino Foto: picturealliance/dpa

In gewohnt radikaler Pulp-Fiction-Manier schickt Quentin Tarantino die "Basterds" auf die Kinoleinwand - Skalpjäger, die es auf Adolf Hitler abgesehen haben. Dabei schert er sich nicht um Fakten und begeistert abwechselnd mit langen Dialogen und plötzlich explodierenden Metzelszenen im Wechsel.

Lee Daniels

Lee Daniels Foto: picturealliance/dpa

Er wollte für "Precious" keine Star-Schauspielerin und suchte seine Hauptdarstellerin deswegen in den Fast-Food-Ketten von New York, Chicago und Detroit. Lee Daniels schuf einen Film, der nicht nur das Dilemma der Afroamerikaner, sondern Menschen jeglicher Rasse und Herkunft treffen kann, wenn sie vernachlässigt werden.

Jason Reitman

Jason Reitman Foto: picturealliance/dpa

2005 lieferte der Kanadier Jason Reitman mit "Thank you for Smoking" sein Spielfilmdebüt ab - nur fünf Jahre später ist er für den Oscar in der Kategorie "Beste Regie" nominiert: Die Tragikomödie "Up in the Air" begeisterte bereits die Jury bei der Golden-Globe-Verleihung und erhielt den britischen BAFTA Award.

Stand: 04.03.2010

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