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Bildband "Die bedrohten Tiere der Erde"
Ein Appell in beeindruckenden Bildern
Alice Lanzke
In immer rasanterem Tempo stirbt die Vielfalt unserer Tierwelt. Ein neuer Bildband setzt nun ein eindrucksvolles Plädoyer für ihren Erhalt – mit bestechenden Fotos von Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum.
Die Fakten sind bekannt, die Situation dadurch nicht weniger dramatisch: Der weltweite Klimawandel, eine kaum noch kontrollierbare Umweltzerstörung, Wilderei und der illegale Handel mit seltenen Tieren beschleunigen das globale Artensterben rasant. Die Zahlen unterstreichen dieses Artensterben auf alarmierende Art und Weise. So sind laut der 2008 veröffentlichten Roten Liste der IUCN ("International Union for Conservation of Nature") von 5.487 Säugetierarten auf der Welt 1.141 akut vom Aussterben bedroht, über 16.900 Arten der insgesamt 44.800 untersuchten Arten sind in Gefahr. Wissenschaftler gehen von 50 bis 100 Tier- und Pflanzenarten aus, die jeden Tag von der Erdoberfläche verschwinden.
Bedrohte Biodiversität
Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt, die so genannte Biodiversität, ist rund um den Globus gefährdet. In Zusammenarbeit mit dem italienischen WWF, Teil der Naturschutzorganisation "World Wide Fund for Nature" (WWF), entstand daher der Bildband "Die bedrohten Tiere der Erde", ein Appell in beeindruckenden Bildern. Auf 304 Seiten zeigt das Buch, geordnet nach Kontinenten und mit dem Extra-Kapitel "Weltmeere" eine Auswahl bedrohter Tierarten in Europa, Amerika, Afrika, Asien und Ozeanien.
Im Wesentlichen beschränkt sich der Bildband mit einigen Ausnahmen auf Säugetiere – so werden etwa die Braunbären Europas, die Elefanten Afrikas, die Bisons Amerikas oder die Schnabeltiere Ozeaniens vorgestellt. Zu jedem Tier liefert das Buch dabei eine detaillierte Vorstellung der einzelnen Spezies und ihres Lebensraumes sowie der Gründe, warum sie vom Aussterben bedroht sind. Dazu kommen Informationen zu den Projekten, mit denen der WWF und Partnerorganisationen für ihren Erhalt kämpfen. Jedem Kapitel vorangestellt ist außerdem eine Karte, die die Verbreitung der einzelnen Arten zeigt.
Bestechende Bilder
Herausragend sind allerdings die bestechenden Bilder, welche die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zeigen. Da klettern Braunbärenjunge wagemutig an dünnen Nadelbäumen empor. Da gleiten mächtige Bartgeier majestätisch über die Alpen. Afrikanische Elefanten nehmen ausgelassene Schlammbäder, während äthiopische Wolfsjunge friedlich miteinander kuscheln.
Neben den beeindruckenden Tieraufnahmen liefert der Bildband aber auch allerhand Fakten, die man so noch nicht kannte: So wird etwa erzählt, dass man 1798, als zum ersten Mal ein ausgestopftes Schnabeltier von den australischen Kolonien nach Großbritannien gelangte, davon ausging, der Präparator habe sich einen Scherz erlaubt. Zu unglaublich erschien die Kombination aus Entenschnabel, Biberschwanz und Fischotterkörper. Dann wurde das Schnabeltier als Eier legende Art als Vogel klassifiziert, bevor man schließlich entdeckte, dass die Weibchen ihre Jungen stillen – ein Merkmal von Säugetieren. Ebenfalls neu dürfte vielen Lesern der Dugong sein, der äußerst scheu ist und fast ausschließlich in trüben Gewässern vorkommt - wahrscheinlich ein Grund dafür, dass über diese Seekuh-Art bislang nur wenig bekannt ist.
Eindrucksvolles Plädoyer
"Die bedrohten Tiere der Erde" zieht seinen Reiz allerdings vor allem aus den bereits erwähnten fulminanten Tieraufnahmen, die eine doppelte Wirkung haben. So präsentieren sie auf den ersten Blick die einmalige Vielfalt und Schönheit unserer Fauna – und zeigen damit auf den zweiten Blick, was wir im Begriff sind, unwiederbringlich zu verlieren, wenn wir nicht schnell handeln. Ein eindrucksvolles Plädoyer für den Erhalt unserer Tierwelt.
- "WWF Artenschutz: Die bedrohten Tiere der Erde"
White Star Verlag
Wiesbaden 2008
304 Seiten mit 300 Farbfotografien
29,95 Euro
Stand: 09.01.2009
Vielfalt in Gefahr
Zahlreiche Tiere auf der ganzen Welt sind vom Aussterben bedroht. [galerie]
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